Trickreiche Falle

Fake-Pakete: So kommt Amazon diebischen Paketboten auf die Spur

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Um Dieben unter den Paketboten auf den Zahn zu fühlen, hat sich Amazon eine Falle überlegt.

Paketboten, die von Amazon klauen wollen, kommen nicht weit: Denn wie sich herausstellt hat das Unternehmen ein ausgeklügeltes System entwickelt, um Langfinger zu entlarven.

Sie haben etwas auf Amazon bestellt und freuen sich schon darauf, die Ware an der Haustür in Empfang zu nehmen - nur um festzustellen, dass sie am versprochenen Tag offensichtlich nicht zugestellt wurde? Doch nicht immer liegt das daran, dass das Paket einfach nicht abgegeben wurde - hin und wieder werden sie auch einfach von der Türschwelle gestohlen.

US-Handel macht viele Verluste durch Diebstahl

Allein in Amerika gaben bei einer Umfrage der Logistikfirma Shorr 31 Prozent der Befragten an, schon Opfer von Paketdiebstahl gewesen zu sein. Generell sind Diebstahl und organisiertes Verbrechen ein großes Problem für Händler in den USA. Laut einer Analyse der US-Handelsorganisation NRF machten diese allein 2017 Umsatzverluste in Höhe von 46,8 Millionen Dollar aufgrund dieser beiden Faktoren.

Um dem einen Riegel vorzuschieben, hat sich zumindest Amazon ein ausgeklügeltes System entwickelt, um Langfinger zu überführen - und zwar aus den eigenen Reihen. 

Ehemaliger Logistikmanager bei Amazon packt aus

Als Mittel zum Zweck dienen dem Unternehmen Paket-Attrappen, wie das Online-Portal Business Insider erfahren hat. "Manchmal nehmen wir einfach irgendetwas und stecken es in das Paket", berichtete demnach ein ehemaliger Amazon-Logistikmanager, der anonym bleiben wollte. "Es soll eine Falle sein, um die Integrität der Fahrer zu testen". 

Intern würden die Kartons auch als "Dummy-Pakete" bezeichnet werden. Die Anweisungen für die Fake-Pakete würden außerdem direkt aus dem Hauptsitz des Online-Riesen in Seattle kommen - jedoch nach Zufallsprinzip in den Lieferwagen platziert werden.

Auch interessant: Wenn der Paketbote nicht klingelt: Das können Sie tun.

Amazon: So funktioniert der Test mit den Fake-Paketen

Bei einer Auslieferungsfahrt scannen die Paketboten üblicherweise jedes Paket. Die Fake-Pakete lösen jedoch eine Fehlermeldung auf den Scanner aus. In diesem Moment bleiben den Mitarbeitern zwei Optionen: Entweder sie kontaktieren den Vorgesetzten oder geben den Karton am Ende der Schicht wieder im Lager ab. Manche entscheiden sich allerdings in dieser Situation dafür, das Paket einfach mitgehen zu lassen: Die Fehlermeldung bedeutet schließlich, dass es nicht im System von Amazon gefunden wurde - ein Verschwinden würde also niemand bemerken.

"Wenn das Paket zurückgebracht wird, ist der Fahrer unschuldig. Wenn nicht, ist er ein Dieb", erklärt Sid Shah, ein ehemaliger Manager bei DeliverOL dem Business Insider. Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das Amazon-Pakete in den USA ausliefert.

Auf Anfrage des Business Insiders bestätigte Amazon, dass Überprüfungen Teil eines Programms für Qualitätssicherungen und völlig willkürlich seien. Dem Ex-Manager zufolge würden die Dummy-Pakete auch ihre Wirkung zeigen: "Wir haben Mitarbeiter überführt, die nicht ehrlich waren."

Lesen Sie hier: DHL, Hermes & Co.: Müssen Kunden bald mehr für Sendungen nach Hause zahlen?

fk

Neue Zustell-Formen: So landen Pakete beim Empfänger

Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. Foto: Deutsche Post DHL Group
Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. © Deutsche Post DHL Group
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. Foto: Hermes Europe GmbH
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. © Hermes Europe GmbH
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. Foto: GLS
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. © GLS
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. Foto: DPD
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. © DPD
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. Foto: ParcelLock/Adam Drobiec
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. © Adam Drobiec

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