Kinder dürfen ihnen nicht zu nahe kommen

Giftigste Pflanzen Deutschlands: „Gefährliche Vier“ können tödlich enden

Die gefährlichsten Pflanzen in Deutschland sind laut Experten wegen ihres Gifts vor allem für Kinder ein Problem. Wovon man sich unbedingt fernhalten sollte im Überblick.

Sie haben mitunter wunderschöne Blüten, locken mit lecker aussehenden Beeren - und doch sollte man sich ihnen nur mit Vorsicht nähern. Auch in Deutschland gibt es für den Menschen giftige Pflanzen. Besonders von den als „gefährliche Vier“ eingestuften Gewächsen sollte man Abstand halten. Sie können im schlimmsten Fall sogar tödlich enden, wie echo24.de* berichtet.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“ Dieses berühmte Zitat des Schweizer Arztes Paracelsus gilt auch heute. Denn, das ist die gute Nachricht, vorweg: Die wenigsten Pflanzen sind so hochgiftig, dass sie für den Menschen wie beispielsweise beim Blauen Eisenhut schon bei Berührung durch die Haut* oder geringen verzehrten Mengen zum Tod führen. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Denn was wie der Schwarze Nachtschatten* früher ein Heilmittel war, kann bei Überdosierung auch ganz anders enden. Denn wie viel Gift tatsächlich gefährlich wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Giftigste Pflanzen Deutschlands: Experten warnen vor „Gefährlichen Vier“

Wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) berichtet, hänge die toxische Wirkung sowohl von der Pflanze als auch vom Menschen ab. Auch bei Giftpflanzen spielen Standort oder Nährstoffversorgung und sogar Reifegrad eine Rolle, wenn es um den Giftgehalt in Blättern, Blüten, Wurzeln oder Früchten geht. So gelten beispielsweise unreife, grüne Tomaten als „gifthaltig“. Doch sind sie rot und bereit zur Ernte, sind die toxischen Stoffe verschwunden. Beim Menschen spielen vor allem gesundheitliche Faktoren eine Rolle:

  • Wie alt ist der Mensch?
  • Ist der Mensch gesund oder krank?
  • Wie verhält der Mensch sich nach einer möglichen Vergiftung?

Besonders Kinder sind laut Nabu extrem gefährdet. Jährlich gäbe es rund 100.000 Fälle von Vergiftungen bei Kindern in Deutschland - bis zu 10 Prozent davon können auf die Vergiftung durch Pflanzen hervorgerufen werden. Zu tragischen Ausgängen kommt es glücklicherweise dennoch nur selten. Meist bekommen die Kinder nur geringe Mengen des Pflanzengifts ab.

„Gefährliche Vier“: Giftige Pflanzen von Kindern unbedingt fernhalten

Trotzdem gibt es auch Todesfälle - sogar bei Erwachsenen. Grund ist dann oft Unwissenheit oder eine dramatische Verwechslung, wie sie oft beim Riesenbärenklau* vorkommt. Der Nabu empfiehlt deshalb dringend: „Da es immer Orte mit gifthaltigen Pflanzen geben wird, muss der Umgang damit ebenso gelernt werden, wie etwa das Verhalten im Straßenverkehr.“ Aufklärung helfe, insbesondere Kinder zu schützen. Denn diese dürften den „Gefährlichen Vier“ auf keinen Fall zu nahe kommen.

Die „gefährlichen Vier“

Goldregen: Der hübsche Name täuscht leider. Alle Teile des Goldregens sind hochgiftig. Besonders Blüten und Samen können aber zum Problem werden. Es wird sogar davor gewarnt, diese Pflanzen in der Nähe von Kinderspielplätzen wachsen zu lassen. Im schlimmsten Fall droht bei einer Vergiftung der Atemstillstand.

Pfaffenhütchen: Im Herbst sieht das Pfaffenhütchen wunderschön aus. Doch auch hier sind die Samen auf keinen Fall in der Nähe von Kindern richtig aufgehoben. Zwar müssten rund 30 bis 40 Samen im Magen landen, ehe eine Vergiftung einen tödlichen Ausgang nähme. Doch treten auch so heftige Symptome wie Kreislaufstörungen oder Koliken auf.

Stechpalme: Das auch als Ilex bekannte Gewächs kommt in vielen Wäldern in Deutschland vor. Zu Weihnachten ist sie sogar eine beliebte Dekoration. Doch Beeren und Blätter sind giftig. Schon der Verzehr einiger Beeren kann insbesondere für kleine Kinder tödliche Folgen haben.

Seidelbast*: Beim Echten Seidelbast strahlen die Beeren im verlockenden Rot. Doch die Signalfarbe ist auch eine eindringliche Warnung. Bei Kindern reicht mitunter der Verzehr von vier Beeren, um schwerste Symptome auszulösen und sogar tödlich zu enden.

Doch nicht nur heimische Pflanzen können zur giftigen Gefahr werden. Auch viele Zierpflanzen, die wegen ihres hübschen Äußeren in Gärten kultiviert werden, sollten unbedingt von Kindern ferngehalten werden. Beeren verleiten gerade die Kleinen offenbar zum Naschen - mit dramatischen Folgen.

Giftpflanzen in Deutschland: Auch Ziergewächse in Gärten können gefährlich werden

Beim Wunderbaum beispielsweise reicht schon ein einziges Samenkorn* ohne Hülle aus, um für ein Kind tödlich zu enden. Bei der Engelstrompete* muss nicht einmal etwas gegessen werden. Manche Arten sollen schon durch ihren Duft benommen machen. Im schlimmsten Fall droht auch hier bei Berührung eine tödlich endende Vergiftung.

Der Nabu Baden-Württemberg rät davon ab, solche Pflanzen in Gärten zu setzen, in denen sich auch Kinder oder Haustiere bewegen. Gleiches gilt auch für die folgenden Gewächse:

  • Gefleckter Schierling*: Wegen seiner Ähnlichkeit zu bestimmten Kräutern droht Verwechslungsgefahr beim Gefleckten Schierling. Schon ein halbes Gramm seines Gifts reicht aus, um auch Erwachsene zu töten.
  • Schwarzes Bilsenkraut*: Der Gestank des Schwarzen Bilsenkrauts macht schon deutlich, dass man sich ihm besser nicht nähert. Auch hier gilt: Kinder sollten die giftigen Samen auf keinen Fall essen. Bereits 15 könnten tödlich sein.
  • Gemeiner Stechapfel*: Ein bisschen wie Kastanienhülsen sehen die Früchte des Gemeinen Stechapfels aus. Doch zum Spielen sind sie ganz und gar nicht geeignet. Das Problem für Kinder: Die Samen sind im unreifen Zustand sehr süß und durchaus schmackhaft, aber auch hochgiftig.

Vergiftung durch Pflanze: Besonders bei Kindern große Vorsicht angesagt

Grundsätzlich gilt bei Pflanzen also lieber Vorsicht, wenn man sich nicht ganz sicher ist, um welches Gewächs es sich tatsächlich handelt. Im Zweifelsfall sollte man lieber dringend einen Arzt aufsuchen - besonders dann, wenn möglicherweise Kindern eine Vergiftung droht. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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