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Halloween 2020: Das sind die gruseligsten Landkreise – Ist Ihrer dabei?

Geschnitzte Halloween-Kürbisse mit Geister-Motiven stehen von innen beleuchtet vor einem Haus.
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In einigen Landkreisen Deutschlands sind gruselige Ecken zu finden.

In einigen Landkreisen Deutschlands gibt es mehr Grusel-Geschichten zu erzählen, als in anderen. Ob die Mietpreise auch ein Teil davon sind? Hier eine Analyse.

  • Preise für Wohneigentum steigen in allen zehn analysierten Landkreisen mit einem gruseligen Ort, in der Hälfte davon sogar zwischen zehn und 16 Prozent.
  • Weilheim-Schongau ist mit 4.187,50 €/m² (Miete 10,70 €/m²) fast fünfmal so teuer wie Görlitz, der Landkreis mit den niedrigsten Immobilienpreisen.
  • Mit satten 16 Prozent steigen die Preise im Landkreis Rendsburg-Eckernförde am stärksten.

Ein mystischer Abendnebel liegt über der Stadt, Kürbisse leuchten in der Dunkelheit, Horror-Legenden treiben ihr Unwesen: Halloween* steht vor der Tür. Jedes Jahr am 31. Oktober wird der Feiertag des Schreckens begangen.

Während die Vorbereitungen bei den meisten Grusel-Fans bereits in vollem Gange sind, hat der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler die Entwicklung der Immobilienpreise in den zehn deutschen Landkreisen mit den unheimlichsten Orten analysiert. Dafür wurden die durchschnittlichen Kauf- und Mietpreise für das erste Halbjahr 2020 und das erste Halbjahr 2019 gegenübergestellt.

Zehn Grusel-Landkreise unter der Lupe: Was hat sich bei Kauf- und Mietpreis getan?

Da läuft es einem kalt den Rücken runter: In allen zehn analysierten Landkreisen stiegen die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Wohneigentum. Die Hälfte davon verzeichnet sogar Preissteigerungen im zweistelligen Bereich, zwischen zehn und 16 Prozent. „Nicht nur die schaurigen Mythen und Kulissen dieser Orte können erschrecken. Auch die Immobilienpreise lehren Kaufinteressenten mancherorts das Fürchten. Doch hinter all dem Spuk verbergen sich auch Landkreise, in denen die Preise noch nicht zum Gruseln sind“, erklärt Matthias Klauser, Chief Revenue Officer von McMakler, ganz im Geiste von Halloween. 

Maximaler Gänsehaut-Faktor: Der Landkreis Weilheim-Schongau beheimatet nicht nur eine Pestkapelle, unter welcher zahlreiche Opfer des schwarzen Todes vergraben liegen, sondern auch die teuersten Immobilienpreise im gesamten Ranking. Kaufinteressenten zahlen hier im Schnitt 4.187,50 €/m² (Miete 10,70 €/m²). Trotz des bereits hohen Niveaus klettern die Preise um weitere zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Dass die Preise in Weilheim-Schongau weiter kräftig anziehen, verwundert kaum, grenzt dieser Landkreis doch an zahlreiche naturlandschaftliche Highlights Oberbayerns wie den Ammersee oder Starnberger See. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie zieht es die Menschen raus in die Natur, weshalb die hohe Nachfrage nach Immobilien mit guter Anbindung zu Naherholungsgebieten wohl weiterhin zunehmen wird“, prognostiziert der Immobilienexperte von McMakler. 

Umzug zu Halloween? Preissteigerung in diesen Grusel-Landkreisen

Auf Platz zwei und drei rangieren Potsdam-Mittelmark mit den Beelitz-Heilstätten – dort verloren im 19. Jahrhundert Tausende den Kampf gegen die Lungenkrankheit Tuberkulose – und 3.201,78 €/m² (Miete 9,89 €/m²) sowie der Landkreis Mainz-Bingen mit der Michaelskapelle, in der die Gebeine von circa 3.000 Toten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Für eine solch illustre Nachbarschaft zahlen Interessenten im Schnitt 2.724,50 €/m² (Miete 9,13 €/m²). Während die Preise in Mainz-Bingen ebenfalls um gleich zehn Prozent in die Höhe schnellen, sind es in Potsdam-Mittelmark nur sieben Prozent und damit die zweitniedrigste Preissteigerung in der Analyse.

Danach folgen drei Landkreise und ein Stadtstaat, die durchschnittliche Quadratmeterpreise zwischen 2.300 €/m² und 2.400 €/m² aufrufen: Donau-Ries mit 2.392,59 €/m² (Miete 8,60 €/m²), Rostock mit 2.379,20 €/m² (Miete 7,75 €/m²), Bremen mit 2.373,58 €/m² (Miete 8,84 €/m²) und Rendsburg-Eckernförde mit 2.312 €/m² (Miete 8,47 €/m²). Auffällig ist, dass sich hier im Mittelfeld des Kaufpreis-Rankings sowohl die beiden höchsten Preisanstiege (Rendsburg-Eckernförde und Bremen) als auch der niedrigste (Donau-Ries) wiederfinden. Rendsburg-Eckernförde sorgt nicht nur wegen des düsteren Domslandmoors für schlotternde Knie, sondern vor allem wegen des Rekordanstiegs von 16 Prozent. Im Stadtstaat Bremen, in dem ein U-Boot-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg für Schaudern sorgt, müssen Kaufinteressenten satte zwölf Prozent mehr berappen. Weniger stark steigen die Preise mit acht Prozent im Landkreis Rostock, dafür sorgt hier der berüchtigte Gespensterwald für Angst und Schrecken. Bei nur sechs Prozent in Donau-Ries kommt hingegen keine Grusel-Stimmung auf – dafür sorgen nur die Ofnethöhlen, in denen vor über 10.000 Jahren grausame Rituale mit Menschenopfern durchgeführt wurden. 

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„Der starke Anstieg von 16 Prozent in Rendsburg-Eckernförde ergibt sich auch durch die Zugehörigkeit Kiels zu diesem Landkreis. Der Kieler Immobilienmarkt sah sich die letzten Jahre über mit einem Problem konfrontiert: zu hohe Nachfrage bei zu wenig Angebot. Mittlerweile sind einige große Neubauprojekte vollendet – das bringt nicht nur Bewegung in den Markt, sondern auch in die Preise“, weiß Klauser von McMakler. 

Weniger Kosten, aber mehr Grusel? In diesen Landkreisen sind die Preise günstiger

Zu den Landkreisen mit den niedrigsten Immobilienpreisen zählen Bad Kreuznach mit 1.784,32 €/m² (Miete 7,90 €/m²) und seinem Rotenfels, der unter Einheimischen auch als „Lieblingsplatz für Selbstmörder“ gilt sowie der Schwalm-Eder-Kreis mit 1.188,22 €/m² (Miete 6,55 €/m²), auf deren Hohenburg bei Nacht angeblich der Geist einer grausam ermordeten Magd wandelt. Während die Preise im Schwalm-Eder-Kreis um neun Prozent anziehen, sind es in Bad Kreuznach gleich elf Prozent, also die dritthöchste Steigerung im Ranking. Nichts zu fürchten haben Interessenten im Landkreis Görlitz – außer natürlich der sagenumwobenen Rakotzbrücke, auch Teufelsbrücke genannt. Potenzielle Käufer müssen hier lediglich mit 878,27 €/m² (Miete 5,53 €/m²) rechnen, die Preise klettern um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. *Merkur.de und tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen?
"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen? © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer.
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig.
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei.
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird.
"Unverbaute Lage": Das sagt nur, wie jetzt der Blick aus dem Fenster ist – nicht, dass er auch immer frei sein wird. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden.
"Seriöses Umfeld": Tagsüber ist wegen der Kundschaft der vielen Büros, Kanzleien und Praxen nebenan eifriges Parkplatzsuchen angesagt – abends riesige Langeweile, nachdem die Bürgersteige hochgeklappt wurden. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel!
"Nur 20 Autominuten bis zur City": Die Betonung liegt auf Auto! Die Immobilie liegt außerhalb. Planen Sie mit Ampeln und Stau die doppelte Dauer ein, aber nicht die Existenz öffentlicher Verkehrsmittel! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken.
"Umgebung mit hohem Freizeitwert": Stellen Sie sich am Land auf Scharen von Wochenendausflüglern und wenig Parkplätze für ihren Besuch ein. Die Freizeit der anderen meint nicht unbedingt auch Ihre Erholung! In der Stadt könnte sich hinter dem Code ein Szeneviertel mit lauten Kneipen verstecken. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr.
"Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür": Nebenan liegt eine Einkaufsstraße – mitsamt frühmorgendlichem Lieferverkehr. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage.
"Familienfreundliche Wohngegend": Hier quietschen die vielen Kinder tagsüber draußen vor Glück und quäken nachts aus ihren Zimmern. Nichts für ältere Interessenten auf der Suche nach einer ruhigen Lage. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig.
"Individuelle Bauweise" oder "Individuelle Gestaltung der Wohnung": Dem Vorbesitzer mag der eigentümliche Bau und der Zuschnitt des Objekts zugesagt haben. Individuell sind daher für Sie möglicherweise vor allem die hohen Umbaukosten – oder Einschränkungen bei der Nutzung. Der Wiederverkauf ist schwierig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht!
"Experimenteller Wohnungsbau": Da ging was ordentlich schief, weshalb das Objekt jetzt zum Verkauf steht. Obacht! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Versetzte Wohnebenen": Hier ist eher ständiges steigen als sitzen gemeint – über viele Stufen! Schlecht für Kranke und Ältere.
"Versetzte Wohnebenen": Hier ist eher ständiges steigen als sitzen gemeint – über viele Stufen! Schlecht für Kranke und Ältere. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Gut erhalten": Gut heißt nicht sehr gut – also Geld für Renovierungen einplanen!
"Gut erhalten": Gut heißt nicht sehr gut – also Geld für Renovierungen einplanen! © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Liebhaberobjekt": Sie werden es womöglich hassen! Denn die Immobilie ist stark renovierungs- und sanierungsbedürftig.
"Liebhaberobjekt": Sie werden es womöglich hassen! Denn die Immobilie ist stark renovierungs- und sanierungsbedürftig. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen.
"Teilrenoviert": Den frischen Anstrich gibt’s gratis zum Objekt, vielleicht auch die neuen Heizkörper. Aber sonst dürfen Sie alles selbst machen – und bezahlen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten.
"Luxuriöse Sanierung": Mit dem überhöhten Preis der Immobilie und einzelnen, vor allem gut aussehenden Sanierungen will der Verkäufer vor allem sich selbst mehr Marmor in seinen vier Wänden leisten. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Flachdachbungalow": Sparen Sie schon mal. Denn bald könnte es hinein regnen. Oft steckt dahinter, dass eine Sanierung oder ein neues Dach nötig ist.
"Flachdachbungalow": Sparen Sie schon mal. Denn bald könnte es hinein regnen. Oft steckt dahinter, dass eine Sanierung oder ein neues Dach nötig ist. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Biotop im Garten": Natur pur kann auch einen stinkenden Tümpel bedeuten – oder eine Lebensaufgabe für Hobbygärtner.
"Biotop im Garten": Natur pur kann auch einen stinkenden Tümpel bedeuten – oder eine Lebensaufgabe für Hobbygärtner. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Unter Denkmalschutz": Denk vor allem an den Denkmalpfleger! Denn er ist der heimliche Herr im Haus: Ohne seine Zustimmung kann kaum etwas verändert werden.
"Unter Denkmalschutz": Denk vor allem an den Denkmalpfleger! Denn er ist der heimliche Herr im Haus: Ohne seine Zustimmung kann kaum etwas verändert werden. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Schnäppchen für Schnellentschlossene": Hier liegt der absolute Ladenhüter. Und deshalb will der Verkäufer mit der Formulierung Zeitdruck aufbauen.
"Schnäppchen für Schnell­entschlossene": Hier liegt der absolute Laden­hüter. Und deshalb will der Verkäufer mit der Formulierung Zeitdruck aufbauen. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn
"Mit frei werdender Einliegerwohnung": Das könnte Ansichtssache sein – fragen Sie lieber den Mieter, ob er das wirklich auch so sieht.
"Mit frei werdender Einliegerwohnung": Das könnte Ansichtssache sein – fragen Sie lieber den Mieter, ob er das wirklich auch so sieht. © Jens Schierenbeck/dpa/tmn

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