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Ladekabel fressen Strom, sogar wenn das Handy nicht angeschlossen ist

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Von: Franziska Kaindl

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Viele Handynutzer lassen ihr Ladekabel nach dem Aufladen einfach in der Steckdose. Was sie dabei nicht bedenken: auch das verursacht Kosten.

Gehören Sie auch zu denjenigen, die ihr Smartphone über Nacht aufladen und tagsüber das Ladekabel einfach in der Steckdose lassen? Für viele ist das bequem, weil man sich so nicht ständig auf die Suche nach dem Netzteil machen muss. Aber es ist auch Vorsicht geboten: Selbst wenn gerade kein Handy angeschlossen ist, verbraucht das Ladekabel Strom. Wer also Stromkosten sparen will – vor allem jetzt, wo diese durch die Decke gehen –, sollte es immer aus der Steckdose ziehen.

Strom: Wie viel kostet ein Ladekabel in der Steckdose?

Eine EU-Verordnung schreibt vor, dass ein Netzteil mit bis zu 51 Watt im Standby nur maximal 0,3 Watt verbrauchen darf. Wenn das Ladekabel täglich mehrere Stunden ohne Smartphone in der Steckdose bleibt, verbraucht das laut dem Energieunternehmen Vattenfall etwa 2,5 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das macht zwar nur überschaubare Mehrkosten von rund einem Euro für den Strom aus, doch bei mehreren Ladegeräten, die im Haus angeschlossen sind, kann sich das summieren.

Ein Ladekabel liegt neben einem iPhone auf dem Tisch.
Das Netzteil sollte bei Nichtnutzung nicht angesteckt sein. © Winfried Rothermel/Imago

Und vor allem im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung stellt dies einen unnötigen Stromverbrauch dar: Mittlerweile nutzen 83 Prozent der Menschen über 16 Jahren in Deutschland ein Smartphone, wie eine repräsentative Befragung des Branchenverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom ergab. Das entspricht 57,4 Millionen Nutzern. Wenn jeder davon sein Ladekabel stecken lassen würde, wäre das ein zusätzlicher Stromverbrauch von knapp 143.000.000 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein Zwei-Personen-Haushalt in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung verbraucht laut Verivox durchschnittlich 2.100 Kilowattstunden im Jahr.

Besteht Brandgefahr, wenn Ladekabel im Leerlauf an der Steckdose hängen?

Bei modernen Ladegeräten ist es laut dem Online-Portal Netzwelt unproblematisch, wenn es stecken bleibt. Qualitativ hochwertige Geräte seien so gebaut, dass sie bei Nichtnutzung nicht überhitzen. Anders sieht es aus, wenn es sich um ein billiges No-Name-Produkt handelt. Hier werden oft billige Materialien genutzt, die über keinen ausreichenden Brandschutz verfügen. In solch einem Fall besteht Brandgefahr. Ebenso verhält es sich bei defekten Geräten. Sie erkennen sie an einer dauerhaften Überhitzung oder einem Summen, wenn es in Betrieb ist, wie Netzwelt schreibt. Solche Netzteile sollten entsorgt werden.

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