Unerwünschte Verhaltensweisen

Hund zieht an der Leine: Tipps für Leinenführigkeit

Französische Bulldogge zerrt an Leine
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Zerrt Ihr Hund ständig an der Leine? Beenden Sie dieses Verhalten mit unseren Tipps und trainieren Sie Leinenführigkeit.

Das Ziehen an der Leine gehört bei Hunden zu den unerwünschten Verhaltensweisen. Doch warum ziehen Hunde überhaupt an der Leine? Hier finden Sie Antworten und Tipps zur Leinenführigkeit.

Jeder kennt dieses Bild: Ein Hund zieht so sehr an der Leine des Hundebesitzers, dass man sich als Außenstehender fragt, wer hier eigentlich mit wem Gassi geht. Für den Betrachter mag dies oft lustig aussehen, für den Leidtragenden ist es aber eine Qual. Das Ziehen an der Leine zählt zu den bekanntesten Verhaltensweisen, die unerwünscht sind. Doch warum zieht der Hund überhaupt an der Leine, als gäbe es kein Halten mehr? Wie beim Problem, dass der Hund andere anbellt*, müssen wir auch hier erst einmal die Gründe für dieses Verhalten verstehen. In diesem Artikel finden Sie heraus, was ursächlich für das Ziehen an der Leine ist. Zudem erhalten Sie hier Tipps für die Leinenführigkeit.

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Hund zieht an der Leine: Das sind mögliche Ursachen

  • Wir wollen hier gleich einmal mit einem Mythos aufräumen: Nur, weil ein Hund an der Leine zieht, ist er nicht automatisch dominant. Diese Meinung vertreten viele Hundebesitzer.
  • Oft liegt beim Hund eine Motivation darin, etwas zu erreichen, was außerhalb seiner Reichweite liegt. Dieses Verlangen ist schon bei Welpen sehr gut zu erkennen. Lassen Sie das Ziehen als Besitzer zu, dann erreicht der Hund sein Ziel und lernt, dass das Ziehen der Zweckerfüllung dient. Aus diesem Grund wird er das Ziehen automatisch erlernen, ein negatives Hundetraining findet in diesem Fall statt.
  • Das Ziehen an der Leine hängt auch oft mit der Anatomie zusammen. Größere Hunde haben generell eine andere Schrittgeschwindigkeit als wir Menschen. Gerade in jungen Jahren können sich die Vierbeiner noch nicht auf den Hundebesitzer konzentrieren, sodass sie ihr eigenes Tempo laufen. Sie ziehen daher automatisch an der Leine. Unterbinden Sie dieses Verhalten, ehe es zur Gewohnheit wird.
  • Einfach gesagt: Das Führen an der Leine ist die unnatürlichste Anforderung, die Besitzer an ihre Hunde stellen. Sie müssen dieses Hilfsmittel dem Vierbeiner also schonend beibringen, damit er etwas Positives damit assoziiert.
  • Ein kurzer Ruck an der Leine ist übrigens kontraproduktiv. Dem Hund ist in diesem Fall nicht klar, was korrigiert wird. Er könnte annehmen, dass er in eine falsche Richtung gelaufen ist, wird dann aber irritiert, wenn Sie mit ihm die Richtung nicht ändern.

Hund zieht an der Leine: So gelingt die Leinenführigkeit

  • Seien Sie als Besitzer konsequent! Die Leinenführigkeit erfordert Geduld und Disziplin. Das Ziehen an der Leine ist tabu, sobald Sie mit dem Training beginnen.
  • Bei der Leine kommt es auf die richtige Länge an. Sie sollte nicht zu kurz sein, dass der Hund nicht ständig an der gespannten Leine läuft, aber auch nicht zu lang, da er sich sonst verheddern könnte. Für mittelgroße Hunde ist eine Leine mit circa zwei Metern optimal.
  • Der Vierbeiner muss die Leine als etwas Positives betrachten! Leinen Sie ihn also beim Füttern, Streicheln oder Spielen an, all das sind tolle Sachen. So wird der Hund irgendwann merken, dass die Leine gar nicht so schlimm ist, wie er immer gedacht hat.
  • Seien Sie souverän! Treffen Sie mehr Entscheidungen als Ihr Hund! Der Vierbeiner muss Vertrauen zu Ihnen aufbauen, dies gelingt nur, wenn Sie sich im Alltag so verhalten, dass er Sie auch ernst nimmt. Bleiben Sie standhaft bei seinen Wünschen und Forderungen, zum Beispiel beim Spielen, beim Streicheln – oder, wenn er mal wieder an der Leine zieht.
  • Trainieren Sie mit Ihrem Hund ein Aufmerksamkeitssignal. Bei diesem Signal weiß der Vierbeiner, dass nun Konzentration von ihm verlangt wird. Es wird signalisiert: Gleich passiert etwas! Belohnen Sie Ihren Hund, wenn er Sie anschaut, dann kann das Training zur Leinenführigkeit beginnen.
  • Mit diesem Signal können Sie nun auch Richtungswechsel einbauen, sofern der Hund auch nach einigen Schritten immer noch erwartungsvoll neben Ihnen läuft. Nutzen Sie aber vor dem Richtungswechsel unbedingt das Signal.
  • Gestalten Sie das Leinenführtraining abwechslungsreich. Ständig neben Ihnen zu laufen, kann für Hunde auf Dauer langweilig werden. Variieren Sie das Tempo, wechseln Sie den Untergrund, laufen Sie 180-Grad-Wendungen oder bauen Sie kleine Hindernisse ein. So bleibt das Training für den Hund abwechslungsreich.
  • Wie bei allen Trainingseinheiten in der Hundeerziehung ist eine Umgebung wichtig, die ihn nicht ablenkt. Belohnen Sie den Vierbeiner, sobald er entspannt an der Leine geht. Wichtig: Der Hund muss aufmerksam sein.
  • Wenn der Hund anfängt zu ziehen, dann sprechen Sie ihn kurz an. Zieht er danach weiter, wenden Sie sich von ihm ab. Er wird so merken, dass sein Verhalten nicht erwünscht ist. Dieser Schritt muss anfangs womöglich mehrmals wiederholt werden, da der Hund noch nicht weiß, was er tun oder lassen soll.

(pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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