Aufgaben nach Wetterlage

Mal frostig, mal lauwarm: Gartenpflege im Winter

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Frostiger Winter? Einige Pflanzen im Garten benötigen Hilfe, um gut zu überwintern. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

An vielen Orten Deutschlands ist der Winter wie der April: Von Sonnenschein und lauwarmen Plusgraden über Regen und fiesen Winden bis zu starkem Schneefall und tiefen Minusgraden hat er alles zu bieten. Für Hobbygärtner heißt das, auf jede Witterung anders zu reagieren.

Veitshöchheim(dpa/tmn) - Der deutsche Winter ist oft wie eine Mischung aus Herbst und Frühling. An wenigen Tagen ist es sehr kalt, mit regionalen Unterschieden. Die Pflege von Pflanzen muss also umgestellt werden. Ein paar Tipps zur Gartenpflege für alle Wetterlagen des Winters:

SCHNEEFALL: Für Pflanzen bedeutet Schnee erst mal etwas Gutes. Er legt sich wie eine isolierende Decke auf sie. Somit sind die Pflanzen erstmal besser geschützt vor Minusgraden als bei sogenanntem Kahlfrost ohne Schneedecke, erläutert die Bayerische Gartenakademie. Allerdings ist zu viel Schnee auch wieder nicht gut: Drohen Äste zu brechen und Büsche und Sträucher zu zerfallen, schütteln Hobbygärtner die weiße Pracht besser ab.

KAHLFROST: Tiefe Minusgrade und fehlende Schneedecke - das ist eine gefährliche Situation für viele Gartenpflanzen. Nur jene, die wirklich winterhart sind, überleben das. Alle anderen Pflanzen brauchen nun eine warme Hülle, zum Beispiel eine Reisigdecke oder ein Jutekleid. Die Bayerische Gartenakademie rät dazu, vor allem immergrüne Gehölze wie Rhododendron, Zedern, Thuja, Felsenmispel, Kalmien, Pieris, Feuerdorn, Schneeball und Berberitzen abzudecken.

In ungünstigen Lagen können aber auch im Winter ohnehin kahle Gehölze einen Frostschutz brauchen. Die Experten zählen dazu zum Beispiel Sommerflieder, Hibiskus, manche Ginster-Sorten, Buschklee, Bartblume und Schönfrucht. Wird es wirklich bitterkalt, sollten sie zusätzlich eine 20 Zentimeter dicke Decke aus trockenem Laub erhalten.

FROST IN DER NACHT, PLUSGRADE UND SONNE AM TAG: Diese Situation gibt es häufig. Sie kann insbesondere im Übergang vom Herbst zum Winter und von diesem zum Frühjahr gefährlich für das Grün werden. Laut der Gartenakademie Rheinland-Pfalz bilden sich die meisten Winterschäden durch schnelles Frieren und erneutes Auftauen in der Sonne. Das führt zu Spannungen im Gewebe der Pflanzen, die die Zellwände nicht aushalten und in der Folge reißen.

Die Experten raten daher, die besonders betroffenen wintergrünen Laubgehölze grundsätzlich den Winter hindurch an einen schattigen Standort zu rücken oder diese mit Schattiernetzen und Strohmatten vor der Sonneneinstrahlung am Tag zu schützen. Der Bund deutscher Baumschulen empfiehlt, insbesondere den Wurzelbereich vor Sonneneinstrahlung und damit vor Erwärmung zu isolieren, zum Beispiel mit einer Schicht Laub auf der Erde um die Pflanzen herum.

FROSTFREIE TAGE: An solchen Tagen haben die immergrünen Pflanzen Durst. Jene im Topf brauchen dann Nachschub aus der Gießkanne, erklärt der Bund deutscher Baumschulen. Auch an die Pflanzen im Boden sollte der Gärtner denken. Diesen Durst darf man nicht unterschätzen: Die meisten Winterschäden entstehen nicht durch Frost, sondern wenn immergrüne Pflanzen verdursten. Denn an sonnigen Tagen mit Frost in der Nacht verdunsten sie in der Sonnenwärme Wasser über ihre Blätter. Der vielleicht weiterhin gefrorene Boden lässt die Wasserversorgung von unten zugleich nicht zu. Daher sollten Hobbygärtner den Pflanzen vorsorglich an allen frostfreien Tagen Wasser geben.

Deutscher Wetterdienst zu Bodenfrost

Tipps der Bayerischen Gartenakademie

Tipps der Gartenakademie Rheinland-Pfalz

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