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Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus: Ist die Spinne giftig?

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Von: Andrea Stettner

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Die eingewanderte Nosferatu-Spinne sorgt derzeit für jede Menge Aufregung in Deutschland – vor allem bei Spinnen-Phobikern. Wie gefährlich ist der Achtbeiner?

In den sozialen Medien ist die Aufregung gerade groß: Immer mehr Menschen wollen eine Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) gesichtet haben. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine sogenannte Kräuseljagdspinne mit einer Körperlänge von ein bis zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von rund fünf Zentimetern. Die heimische Hauswinkelspinne kann durchaus größer werden. Auffällig ist aber vor allem ihr haariger Körper und ihre markante Zeichnung am Rücken, die an einen Vampir erinnern soll – daher rührt auch der gruselige Name. Doch sind die Ängste berechtigt? Wie gefährlich ist die Nosferatu-Spinne?

Die Nosferatu-Spinne erkennt man an ihrer auffälligen Zeichnung am Rücken, die einem Vampir ähneln soll.
Die Nosferatu-Spinne erkennt man an ihrer auffälligen Zeichnung am Rücken, die einem Vampir ähneln soll. © Robert Pfeifle/dpa

Immer mehr Nosferatu-Sichtungen in Deutschland

Die Nosferatu-Spinne stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. In Deutschland wurde sie erstmals 2005 in Freiburg nachgewiesen. Inzwischen wurde sie jedoch auch in Bremen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (etwa Hannover, Göttingen und Ostfriesland) gesichtet. „Bei den ersten in Deutschland aufgefundenen Nosferatu-Spinnen handelt es sich vermutlich um Urlaubsmitbringsel, die sich dann im Schutz der Häuser vermehrt haben. Klimawandel und damit einhergehende milde Winter begünstigen nun die Ausbreitung der Tiere“, erklärt Frederik Eggers vom NABU Niedersachsen.

Nosferatu-Sichtungen melden

Wer eine Nosferatu-Spinne entdeckt, kann seine Sichtung online melden. Dies soll helfen, mehr über Vorkommen und Ausbreitung der Art zu erfahren.

Nosferatu Spinnen sind giftig – aber ungefährlich

Die Sorge vor Nosferatu-Spinnen sind im Großen und Ganzen jedoch unbegründet. Zwar sind Nosferatu-Spinnen tatsächlich giftig (wie übrigens fast alle anderen Spinnen in Deutschland) – schließlich betäuben Sie Ihre Beute damit. Doch für Menschen ist das Gift von Zoropsis spinimana ungefährlich. Ein Biss soll laut NABU dem eines Wespen- oder Bienenstichs ähneln. Wenn keine Allergie dagegen vorliegt, haben Menschen also nichts zu befürchten. Zudem beißen Nosferatu-Spinnen nur, wenn sie bedrängt werden. Wer in der Wohnung mit einem solchen Exemplar zu tun hat, sollte die Spinne deshalb nicht mit der Hand einfangen. „Am besten stülpt man ein Glas über die Spinne, schiebt eine dünne Pappe zwischen Untergrund und Glas und setzt sie ins Freie“, empfiehlt NABU-Experte Eggers. Vielleicht hilft auch ein Hausmittel, die Spinnen fernzuhalten.

Wo halten sich Nosferatu-Spinnen auf?

Und wo findet man Nosferatu-Spinnen? In unseren Breitengraden hält sich der haarige Achtbeiner vor allem in Wohnungen und an Gebäuden auf, vorwiegend an Wänden, Balkonen, Terrassen und Gartenhäusern. Eine Besonderheit der Nosferatu-Spinne ist übrigens, dass sie keine Netze spinnt. Lediglich ihre Eier webt sie in einen Kokon und ein Geflecht aus Kräuselfäden ein. Ihre Beute fängt sie lieber per Blitzangriff. Und: Sie ist eine wahre Kletterkünstlerin, die sich mithilfe spezieller Hafthaare selbst an senkrechten Glasscheiben festhalten kann. Wussten Sie schon? In der Wohnung können sich Spinnen durchaus als nützlich erweisen.

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