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Paket verschollen – trotz Zustellbestätigung: Wie Sie nun handeln sollten

Eine Zustellbestätigung per Mail wurde versendet, doch das Paket ist nicht auffindbar. Ein Szenario, das mittlerweile viele Menschen kennen sollten. Doch wer haftet?

Nicht immer ist man zu dem Zeitpunkt zu Hause, wenn das Paket ankommen soll. Eigentlich würde der Paketdienst dann am nächsten Tag einen erneuten Zustellversuch unternehmen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Lieferung in einem Paketshop hinterlegt wird. In beiden Fällen bekommt der Empfänger eine Benachrichtigung. Immer häufiger scheint aber der Fall einzutreten, dass ein Paket als zugestellt markiert wird, obwohl dem gar nicht so ist. Darin heißt es, dass die Lieferung beim Nachbarn abgegeben wurde – dieser hat den Paketboten aber nicht angetroffen. Wo also ist das Paket und wie sollten Sie als Empfänger handeln?

Trotz einer Zustellbestätigung ist das Paket verschollen. Wer haftet und wie müssen sich Empfänger verhalten? Die Antworten gibt es hier.

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Paket verschollen: Wer haftet?

Hier gilt es zu unterscheiden, ob der Empfänger einen Ablageort angegeben hat oder nicht. Wurde das Häkchen für die Ablagegenehmigung erteilt, steht der Kunde in der Verantwortung, so Rechtsanwältin Nicole Mutschke gegenüber RTL.de. Ist dieser Genehmigung nicht erteilt wurden, liegt das Transportrisiko beim Versender. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass dieser ein gewerblicher Anbieter ist, so der Verbraucherexperte Ron Perduss. Sollten Pakete eines bestimmten Dienstleisters wiederholt verloren gehen, können Kunden dagegen vorgehen. Zumindest bei den meisten großen Online-Shops, wie der Verbraucherexperte angibt. Er rät zu einer Sperre dieser Dienstleister, denn dann dürfen sie künftig keine Pakete mehr an den Empfänger ausliefern. In den meisten Fällen wird der Paketdienst gar nicht mehr zur Auswahl gestellt.

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Paketbote legt Lieferung vor der Tür ab: Ist das erlaubt?

Die Rechtsanwältin beantwortet diese Frage mit einem klaren Nein. „Ganz grundsätzlich gilt die Übergabe erst als Zustellung. Nur wenn etwas anderes mit dem Paketdienst vereinbart ist, dann kann man das anders machen“, so Mutschke. Eine andere Vereinbarung wäre die Genehmigung, das Paket an einem bestimmten Ablageort abzulegen. Ist diese nicht erteilt wurden, darf der Paketzusteller, die Lieferung nicht vor der Tür ablegen. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurden die Bedingungen zum Schutze des Zustellers, als auch des Empfängers angepasst. Dennoch dürfen die Pakete nicht wahllos abgelegt werden.

Egal auf welchem Wege das Paket verloren gegangen ist. In jedem Fall sollten Sie sich zunächst beim Händler melden und dort nach einer Lösung fragen. Oftmals haben sie bessere Möglichkeiten den Paketversand nachzuverfolgen. Darüber hinaus kann der Betrag zurückerstattet werden. (swa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Neue Zustell-Formen: So landen Pakete beim Empfänger

Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. Foto: Deutsche Post DHL Group
Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. © Deutsche Post DHL Group
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. Foto: Hermes Europe GmbH
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. © Hermes Europe GmbH
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. Foto: GLS
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. © GLS
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. Foto: DPD
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. © DPD
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. Foto: ParcelLock/Adam Drobiec
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. © Adam Drobiec

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