Wann und wie oft?

Rasen lüften: Wann ist die optimale Zeit und welches Werkzeug ist nötig?

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Immer wieder hört man vom Rasenlüften: Doch wie genau funktioniert es und welche Vorteile ergeben sich?

Sobald der Winter vorbei ist, beginnt für Hobbygärtner die Rasenpflege - dazu gehört oft auch das Lüften. Wir verraten, wann und wie oft es nötig ist.

Die Rasenpflege ist eine Arbeit, die Hobbygärtner fast das ganze Jahr lang beschäftigt. Doch um das satte Grün anständig zu pflegen, müssen Sie auch wissen, was dem Rasen fehlt und wie Sie Abhilfe schaffen. Wann wird es zum Beispiel fällig den Rasen zu lüften - und was genau steckt dahinter? Das erklären wir Ihnen, in den nächsten Absätzen.

Rasen lüften: Warum ist es nötig?

Es ist nicht immer ein Muss den Rasen zu lüften - allerdings ist es sehr empfehlenswert, wenn der Boden extrem lehmig ist oder sich enorm viel Rasenfilz auf der Grasnarbe gebildet hat. Bei diesem handelt es sich um abgestorbenes Gras, Moos oder anderes Unkraut, welches Ihr sattes Grün von Licht und Luft abschneidet. So gelangen kaum noch Nährstoffe oder Wasser zu den Wurzeln. Deshalb sollte der Rasen mindestens einmal im Jahr gelüftet werden - Fachleute sprechen von aerifiziert -, damit das Gras anständig gedeihen kann.

Wie funktioniert das Rasenlüften und welche Werkzeuge brauche ich?

Beim Rasenlüften wird die Grasnarbe aufgelockert, sodass mehr Nährstoffe an die Wurzeln gelangen. Das heißt im Prinzip: Etwa 200 Löcher von je zehn Zentimeter Tiefe werden pro Quadratmeter in den Boden gebohrt.

Dazu gibt es verschiedene Werkzeuge im Handel, die Sie je nach Rasengröße oder Arbeitsaufwand auswählen können. Klassischerweise wird eine spezielle Aerifizierungsgabel verwendet, die mit ihren Hohlzinken dünne zylinderförmige "Würste" aus dem Boden herausstanzen. Der Bodenauswurf wird hinterher nicht wieder in die Löcher gefüllt, damit der Boden mehr Luft bekommt und sich bei Regen das Wasser darin füllen kann. Die Aushübe werden höchstens mit Sand aufgefüllt.

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Statt einer Aerifizierungsgabel können Sie auch auf motorisierte Aerifizierer oder Rasenlüfter zurückgreifen. Diese erleichtern Ihnen die Arbeit, das sich die hohlen Zinken auf einer rotierenden Walze befinden und Sie einfach nur das Gerät über den Boden führen müssen. Falls Sie allerdings auf diese Investition verzichten möchten, bietet sich immer noch eine normale Grabegabel an. Mit dieser ist es zwar schwieriger, einen Teil des Bodens auszuheben, da sie ihn einfach nur verdrängt, doch indem Sie in den Löchern damit rütteln, schaffen Sie trotzdem etwas Platz für Luft. In der Regel erzielen Sie damit die gleichen Ergebnisse, wie mit einer Aerzifizierungsgabel. 

Noch eine Idee: Es gibt spezielle Nagelschuhe, die mit Metallstiften an der Sohle versehen sind. Damit laufen Sie einfach über den Rasen - was allerdings sehr anstrengend werden kann -, und schon erreichen Sie ebenfalls den gewünschten Effekt.

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Macht das Rasenlüften das Vertikutieren unnötig?

Das Rasenlüften kann das Vertikutieren leider nicht ersetzen. In der Regel erfolgt das Lüften in Kombination damit, wobei zuerst vertikutiert wird. Dabei ritzen Sie mit einem Vertikutierer die Grasnarbe minimal an, um Moos und altes Gras leichter entfernen zu können. Meistens wird das Vertikutieren zweimal im Jahr fällig - einmal davon im Frühjahr, bevor der Rasen zu sprießen anfängt, und einmal davon im Herbst. Durch das Lüften setzen Sie die Erfrischungskur des Rasens fort. Aber wie oft muss gelüftet werden?

Frühjahr, Sommer, Herbst: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Lüften?

Generell tut es dem Rasen gut, wenn er mehrmals im Jahr gelüftet wird - mindestens einmal sollte es auf jeden Fall gemacht werden. Allerdings kommt es dabei auch immer auf die Belastung des Rasens an. Die beste Zeit ist zwischen Ende April, sobald es wärmer wird, und Anfang Oktober. Dabei sollte der Boden nicht zu nass und auch nicht zu trocken sein, sondern einfach nur ein wenig feucht. Nachdem der Rasen dann gelüftet wurde, wird er erst einmal gut befeuchtet.

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Nach dem Lüften: So sanden Sie den Rasen

Mit der Besandung des Rasens schließen Sie alle nötigen Erfrischungsmaßnahmen für Ihr sattes Grün ab. Die Vorteile des Besandens liegen auf der Hand: Unebenheiten im Boden werden ausgeglichen, Regenwasser wird besser aufgenommen und in tiefere Schichten abgeleitet und die Bodentextur wird durch die Vermischung verbessert.

Doch wie funktioniert das? Der Sand muss einfach gleichmäßig auf der Rasenfläche verteilt werden - dabei hilft Ihnen ein Sandstreuer, mit dem Sie die Menge richtig dosieren können. Aber auch per Hand können Sie den Sand über Ihren Grashalmen verteilen. Der beste Zeitpunkt ist jeweils nach dem Vertikutieren und Belüften, doch auch zwischen April und August kann der Rasen immer wieder besandet werden.

Damit der Sand die Bodenstruktur dauerhaft verbessert, muss allerdings auf die richtige Qualität geachtet werden. Diese Kriterien sollte er erfüllen:

  • pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5
  • ausgewogene Abstufung der Körner (fein, mittel, grob)
  • kalkfreier oder kalkarmer Sand

Lesen Sie hier, wann und wie oft der Rasen gedüngt werden muss.

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