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Deutschlandticket für 49 Euro: Alles zu Starttermin, Gültigkeit und Finanzierung

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Von: Franziska Kaindl

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Es ist beschlossen: Nach dem 9-Euro-Ticket soll bald das bundesweite 49-Euro-Ticket für den Nahverkehr eingeführt werden. Was bereits bekannt ist.

Die Bundesregierung hat mit dem dritten Entlastungspaket auch die Einführung des Deutschlandtickets für 49 Euro beschlossen. Es soll der Nachfolger des 9-Euro-Tickets werden, welches von Juni bis August erhältlich war und den ÖPNV attraktiver machen sollte. Reisende und Pendler können dank der „Flatrate für den Regionalverkehr“ ganz einfach über Landes- und Tarifgrenzen fahren, ohne sich durch den Dschungel verschiedener Nahverkehrstarife kämpfen zu müssen. Einige Details sind bereits bekannt – andere müssen in den nächsten Monaten noch von Bund, Ländern und den Verkehrsunternehmen geklärt werden.

Wann kommt das Deutschlandticket?

„Schnellstmöglich“ soll das Deutschlandticket laut dem Beschlusspapier von Bund und Ländern bereitgestellt werden. Verkehrsminister Volker Wissing strebt den 1. Januar 2023 als Starttermin dafür an. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Minister der Länder halten eine Einführung zum Ende des ersten Quartals 2023 allerdings für wahrscheinlicher.

Ticketautomat der VBB am Hauptbahnhof in Berlin
Ab Januar 2023 soll es das 49-Euro-Ticket geben – jedoch erstmal digital. © Emmanuele Contini/Imago

Wie viel kostet das Deutschlandticket?

Wie der Name schon sagt, wird das Ticket vorerst 49 Euro im Monat kosten. Dabei handelt es sich aber um einen „Einführungspreis“. Spätere Preiserhöhungen sind also nicht ausgeschlossen und laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sogar sehr wahrscheinlich: „Der Preis wird steigen.“ Geplant sei eine Dynamisierung in Form eines automatischen Inflationsausgleichs ab dem zweiten Jahr.

Welche Verkehrsmittel darf ich mit dem 49-Euro-Ticket nutzen?

Besitzer des 49-Euro-Tickets sollen alle Linienbusse, U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen sowie Nah- und Regionalverkehrszüge der 2. Klasse in Deutschland nutzen dürfen. Dazu gehören die Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und der Interregioexpress (IRE).

Darf ich mit dem 49-Euro-Ticket den Fernverkehr nutzen?

Im Fernverkehr, zum Beispiel im ICE oder IC, oder in Fernbussen wird das Deutschlandticket voraussichtlich nicht gültig sein, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) informiert.

Wo gibt es das Deutschlandticket zu kaufen?

Das Deutschlandticket soll es digital und in monatlich kündbarem Abonnement geben. Erhältlich ist es dann unter anderem über die Webseite bahn.de und die App „DB Navigator“ sowie in den DB-Reisezentren, so die Deutsche Bahn. Auch viele andere Verkehrsunternehmen werden das Deutschlandticket demnach auf ihren Vertriebskanälen verkaufen. Ob es das 49-Euro-Ticket auch in Papierform geben wird, ist noch nicht klar – darüber entscheiden die Länder und Verkehrsverbünde.

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Was passiert mit meinem bisherigen Abo?

Wer bereits ein Abo oder Jobticket besitzt, wird laut Deutsche Bahn von seinem Abo-Center über das weitere Vorgehen informiert, sobald weitere Details zum Deutschlandticket feststehen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft schreibt auf seiner Webseite zum Beispiel, dass man die Kunden rechtzeitig über die Möglichkeiten und Konditionen informieren will, sodass ein einfacher Umstieg möglich ist.

49-Euro-Ticket: Darf ich mein Fahrrad mitnehmen?

Der Fahrradclub ADFC fordert, dass Räder in Nahverkehrszügen grundsätzlich kostenlos mitgenommen werden dürfen. Beim 9-Euro-Ticket im Sommer bestand allerdings kein genereller Anspruch auf die Fahrradmitnahme – es galten, wie sonst auch, die Bedingungen des jeweiligen Verkehrsverbundes. So ist es in den meisten Nahverkehrsbünden üblich, dass Reisende ein Fahrradticket lösen müssen, wie der NDR schreibt. Bezüglich des 49-Euro-Tickets ist die Frage aber noch ungeklärt.

Wie wird das Deutschlandticket finanziert?

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, das 49-Euro-Ticket gemeinsam zu finanzieren. Beide Seiten werden 1,5 Milliarden Euro zuschießen, außerdem erhöht der Bund dauerhaft die Regionalisierungsmittel, mit denen die Länder die Bahn- und Busverbindungen ausbauen können. Wie sich die Regionalisierungsmittel weiter entwickeln sollen, darüber wollen Bund und Länder Ende 2024 wieder sprechen.

Mittlerweile stellen sich aber immer mehr Verkehrsverbünde bei der Einführung des Deutschlandtickets quer, wie das Handelsblatt schreibt. Man weigere sich, das Ticket ohne weitere finanzielle Zusagen vorzubereiten, heißt es in einem Brief des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder. Bund und Länder sollen aus ihrer Sicht sämtliche Kosten übernehmen.

Wird es ein noch günstigeres Ticket für ärmere Menschen geben?

Bei einer Umfrage des Instituts Insa für die „Bild“-Zeitung gab fast die Hälfte der Befragten an, das 49-Euro-Ticket nicht kaufen zu wollen. Ob es daran liegt, dass es für manche immer noch zu teuer ist? Der Sozialverband Deutschland begrüßt zum Beispiel die Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket, kritisiert aber gleichzeitig, dass 49 Euro für einige Menschen zu viel sind. „Deshalb fordern wir weiterhin ein 365-Euro-Ticket. Ein Euro pro Tag für Mobilität, das wäre wirklich sozial verträglich“, sagt die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hält das Ticket ebenfalls für zu teuer: Die Vorsitzende Ramona Pop fordert daher ein bundesweit einheitliches 29-Euro-Ticket.

Schon jetzt gibt es aber Bundesländer, die selbstständig spezielle Angebote einführen. So hat Berlin angekündigt, ein sozial gestaffeltes ÖPNV-Angebot anbieten zu wollen. Neben dem bereits bestehenden 29-Euro-Tickets soll daher ab Januar 2023 ein Sozialticket für 9 Euro im Monat eingeführt werden.

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