Bericht über Beschwerden

Chaos in den Herbstferien: Passagiere sollen vier Stunden vor Abflug am BER sein

Besucher schauen sich am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) von der Besucherterrasse des Terminal 1 den Start einer Maschine der Lufthansa an.
+
Am Wochenende erwischten einige Berliner ihren Flug nicht. (Symbolbild)

Zu Beginn der Herbstferien herrscht Chaos am Berliner Flughafen BER. Die Lufthansa empfiehlt ihren Passagieren nun, satte vier Stunden vor Abflug im Terminal zu sein.

In einigen deutschen Bundesländern haben in dieser Woche die Herbstferien* begonnen – darunter Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Aber auch in Berlin und Brandenburg freuen sich Schüler über freie Tage – was sich auch prompt am Flughafen BER bemerkbar gemacht hat. Am Wochenende mussten tausende Reisende stundenlang am Check-in warten und viele verpassten sogar ihren Urlaubsflug, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Die Lufthansa hat offenbar nun auf dieses Chaos reagiert, indem sie ihren Kunden empfiehlt, bei Inlandsflügen vier Stunden vorher am Flughafen zu erscheinen.

Lufthansa rät Passagieren, vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein

Der Berliner Morgenpost zufolge hat ein Kunde der Lufthansa eine E-Mail erhalten, die sich auf seinen Flug von Berlin nach Frankfurt bezog. Über folgendes informierte demnach die Airline: „Aufgrund des erhöhten Passagieraufkommens zum Ferienbeginn kann es zu längeren Wartezeiten an den Check-in-Schaltern und an den Sicherheitskontrollen am Flughafen Berlin kommen. Aus diesem Grunde möchten wir sie bitten, mindestens 240 Minuten vor Abflug am Flughafen einzutreffen.“

Auch interessant: Corona-Infektion im Flugzeug: Dieser Faktor senkt das Risiko auf weniger als 0,1 Prozent – laut Studie.

Auswirkungen der Corona-Pandemie lähmen Flughafenbetrieb

Grund für das Chaos am BER ist vor allem der Personalmangel, wie der Flughafenverband ADV laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt. „Durch Kurzarbeitszeitregelungen an den Flughafenstandorten wegen des mehrmaligen Lockdowns haben viele Beschäftigte das Arbeitsverhältnis gelöst oder stehen durch ausgelaufene Verträge nicht mehr zur Verfügung.“ Unternehmen mit Kurzarbeit könnten zudem in den meisten Fällen keine Neueinstellungen vornehmen. Allein bei den Bodenverkehrsdiensten hätten laut Verdi-Luftfahrtexpertin Mira Neumaier in der Corona-Krise fast die Hälfte ihren Job dauerhaft verlassen. In der gesamten Luftverkehrsbranche seien es 16 Prozent gewesen.

Lesen Sie auch: Chaos am Flughafen – Passagierin aus Großbritannien: „Die Polizei hat uns eingeschlossen“.

Nun will man in der Politik darauf reagieren: Kai Wegner, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, fordert ein „Sofortprogramm für Investitionen in Technik und Personal für effektivere Abläufe“. Der Flughafen müsse mit deutlich mehr Check-in-Kapazitäten und Mitarbeitern für Sicherheitsüberprüfungen ausgerüstet werden – diese braucht es vor allem wegen der Nachweise, die in der Corona-Pandemie erforderlich sind und kontrolliert werden müssen. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare