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49-Euro-Ticket: Alle Informationen rund um Starttermin, Gültigkeit und Finanzierung

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Von: Franziska Kaindl

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Es ist beschlossen: Nach dem 9-Euro-Ticket soll das bundesweite 49-Euro-Ticket für den Nahverkehr eingeführt werden. Was ist aktuell dazu schon bekannt?

Die Bundesregierung hat mit dem dritten Entlastungspaket auch die Einführung des Deutschlandtickets für 49 Euro beschlossen. Es soll der Nachfolger des 9-Euro-Tickets werden, welches von Juni bis August erhältlich war und den ÖPNV attraktiver machen sollte. Reisende und Pendler können dank der „Flatrate für den Regionalverkehr“ ganz einfach über Landes- und Tarifgrenzen fahren, ohne sich durch den Dschungel verschiedener Nahverkehrstarife kämpfen zu müssen. Einige Details sind bereits bekannt – andere müssen in den nächsten Monaten noch von Bund, Ländern und den Verkehrsunternehmen geklärt werden.

Wann kommt das Deutschlandticket?

Zu Anfang wurde ein Starttermin am 1. Januar 2023 von Bundesverkehrsminister Volker Wissing angestrebt, doch ungeklärte Fragen bei der Finanzierung verzögerten die Einführung. Nun ist jedoch eine wichtige Hürde genommen: Das Bundeskabinett hat das 49-Euro-Ticket per Beschluss offiziell auf den Weg gebracht – Starttermin soll der 1. Mai sein. Mit dem Verkauf soll ab dem 3. April begonnen werden. Es fehlen allerdings noch die Zustimmung der EU-Kommission und „eine Anpassung des Regionalisierungsgesetzes zur Finanzierung des Tickets, die nach Kabinettsbeschluss Bundestag und Bundesrat passieren muss“, wie es auf der Webseite der Bundesregierung heißt.

Symbolbild: 49-Euro-Ticket auf einem Smartphone-Bildschirm.
Ab voraussichtlich Mai 2023 soll es das 49-Euro-Ticket geben. (Symbolbild) © Piero Nigro/Imago

Wie viel kostet das Deutschlandticket?

Wie der Name schon sagt, wird das Ticket vorerst 49 Euro im Monat kosten. Dabei handelt es sich aber um einen „Einführungspreis“. Spätere Preiserhöhungen sind also nicht ausgeschlossen und laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sogar sehr wahrscheinlich: „Der Preis wird steigen.“ Geplant sei eine Dynamisierung in Form eines automatischen Inflationsausgleichs ab dem zweiten Jahr.

Welche Verkehrsmittel darf ich mit dem 49-Euro-Ticket nutzen?

Besitzer des 49-Euro-Tickets sollen alle Linienbusse, U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen sowie Nah- und Regionalverkehrszüge der 2. Klasse in Deutschland nutzen dürfen. Dazu gehören die Regionalbahn (RB), Regionalexpress (RE) und der Interregioexpress (IRE).

Darf ich mit dem 49-Euro-Ticket den Fernverkehr nutzen?

Im Fernverkehr, zum Beispiel im ICE oder IC, oder in Fernbussen wird das Deutschlandticket voraussichtlich nicht gültig sein, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) informiert.

Wo gibt es das Deutschlandticket zu kaufen?

Das Deutschlandticket soll es digital auf dem Handy und als Chipkarte in einem monatlich kündbarem Abo geben. Außerdem ist übergangsweise bis Ende des Jahres eine Papierbestätigung inklusive QR-Code geplant. Erhältlich ist es dann unter anderem über die Webseite bahn.de und die App „DB Navigator“ sowie in den DB-Reisezentren, so die Deutsche Bahn. Auch viele andere Verkehrsunternehmen werden das Deutschlandticket demnach auf ihren Vertriebskanälen verkaufen.

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Was passiert mit meinem bisherigen Abo?

Wer bereits ein Abo oder Jobticket besitzt, wird laut Deutsche Bahn von seinem Abo-Center über das weitere Vorgehen informiert, sobald weitere Details zum Deutschlandticket feststehen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft schreibt auf seiner Webseite zum Beispiel, dass man die Kunden rechtzeitig über die Möglichkeiten und Konditionen informieren will, sodass ein einfacher Umstieg möglich ist.

49-Euro-Ticket: Darf ich mein Fahrrad mitnehmen?

Der Fahrradclub ADFC fordert, dass Räder in Nahverkehrszügen grundsätzlich kostenlos mitgenommen werden dürfen. Beim 9-Euro-Ticket im Sommer bestand allerdings kein genereller Anspruch auf die Fahrradmitnahme – es galten, wie sonst auch, die Bedingungen des jeweiligen Verkehrsverbundes. So ist es in den meisten Nahverkehrsbünden üblich, dass Reisende ein Fahrradticket lösen müssen, wie der NDR schreibt. Bezüglich des 49-Euro-Tickets ist die Frage aber noch ungeklärt.

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Wie wird das Deutschlandticket finanziert?

Immer mehr Verkehrsverbünde hatten sich kurz nach der Ankündigung des Deutschlandtickets quergestellt. Man weigere sich, das Ticket ohne weitere finanzielle Zusagen vorzubereiten, hieß es in einem Brief des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) an Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder.

Mittlerweile haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, das 49-Euro-Ticket gemeinsam zu finanzieren. Beide Seiten werden 1,5 Milliarden Euro zuschießen. Außerdem sollen auch mögliche Mehrkosten, die Verkehrsunternehmen im Einführungsjahr durch Mindereinnahmen entstehen, gemeinsam getragen werden. „Die 50-50-Einigung bei den Kosten, das ist erst mal ein guter Beginn“, sagte Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey nach dem Bund-Länder-Treffen in der Sendung RTL Direkt. Wie die Finanzierung nach 2023 geregelt wird, bleibt allerdings noch offen.

Wird es ein noch günstigeres Ticket für ärmere Menschen geben?

Bei einer Umfrage des Instituts Insa für die „Bild“-Zeitung gab fast die Hälfte der Befragten an, das 49-Euro-Ticket nicht kaufen zu wollen. Ob es daran liegt, dass es für manche immer noch zu teuer ist? Der Sozialverband Deutschland begrüßt zum Beispiel die Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket, kritisiert aber gleichzeitig, dass 49 Euro für einige Menschen zu viel sind. „Deshalb fordern wir weiterhin ein 365-Euro-Ticket. Ein Euro pro Tag für Mobilität, das wäre wirklich sozial verträglich“, sagt die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Die Verbraucherzentrale Bundesverband hält das Ticket ebenfalls für zu teuer: Die Vorsitzende Ramona Pop fordert daher ein bundesweit einheitliches 29-Euro-Ticket.

Schon jetzt gibt es aber Bundesländer, die selbstständig spezielle Angebote einführen. So hat Berlin angekündigt, ein sozial gestaffeltes ÖPNV-Angebot anbieten zu wollen. Neben dem bereits bestehenden 29-Euro-Ticket sollte daher ab Januar 2023 ein Sozialticket für 9 Euro im Monat eingeführt werden.

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