Corona-Pandemie

Reisen in Risikogebiete: Was Sie für den Urlaub beachten müssen

Badegäste sonnen sich am Strand in Sesimbra in Portugal.
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Portugal zählt aktuell zu den Hochinzidenzgebieten.

Immer mehr Urlaubsländer werden wieder zu Corona-Risikogebieten. Was das für den Urlaub bedeutet und welche Möglichkeiten Sie haben, erfahren Sie hier.

Die Delta-Variante des Coronavirus sorgt dafür, dass viele europäische Länder, die zuvor gut dastanden, nun wieder mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen haben. Besonders Großbritannien, Portugal* und Zypern hat es schwer getroffen, sodass diese wieder als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft wurden. Doch auch Griechenland, Spanien, die Niederlande und Teile Dänemarks sind mittlerweile wieder einfache Risikogebiete. Wer einen Urlaub gebucht hat, fragt sich nun, welche Regeln damit gelten und ob die Reise noch kostenfrei storniert werden kann.

Urlaub im Risikogebiet: Diese verschärften Regeln gelten

Wer über den Land- oder Seeweg aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss ein negatives Testergebnis vorlegen, einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder einen Nachweis über eine Genesung erbringen. Das Ergebnis eines PCR-Tests darf maximal 72 Stunden alt sein, das eines Antigen-Schnelltests maximal 48 Stunden. Bei Flugreisen gilt diese Regel auch bei der Einreise aus Nicht-Risikogebieten. Zudem gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, die aber durch diese Nachweise beendet werden kann. Zudem muss die digitale Einreiseanmeldung ausgefüllt werden.

Video: Risikogebiet Niederlande: Das müssen Reisende wissen

Einstufung als Risikogebiet: Kann die Reise kostenlos storniert werden?

Die geplante Pauschalreise kann bei einer bestehenden Reisewarnung des Auswärtigen Amts – was bei Risikogebieten in der Regel der Fall ist –, kostenfrei storniert werden. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale sei eine Stornierung aber auch ohne Reisewarnung möglich, wenn das Auswärtige Amt zumindest von Reisen in das jeweilige Land abrät oder falls bei der Hin- und Rückreise zwingend eine Quarantäne vorgeschrieben ist. Gleichzeitig warnt die Verbraucherzentrale auch davor, dass Durchhaltevermögen nötig sei, weil nur die wenigsten Reiseveranstalter die Kosten innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Wochen erstatten würden. Gutscheine oder Umbuchungen müssten nicht akzeptiert werden.

Etwas schwieriger wird es bei der Stornierung von Individualreisen. Und zwar dann „wenn der Flug tatsächlich durchgeführt wird oder auch ein Hotel, das gebucht wurde, weiterhin seine Leistungen anbietet“, erklärte der Reiserechtsexperte Kay Rodegra bei ZDFheute. Als Ausnahme gilt ein Einreiseverbot – dann darf auch ein stattfindender Flug storniert werden.

Auch interessant: Reise umbuchen: Wie oft kann ich meine Pauschalreise verschieben

Einschränkungen am Urlaubsort – Stornierung der Reise möglich?

Maskenpflicht, Ausgangssperre, Abstandsregeln: An vielen Urlaubsorten gibt es Einschränkungen bzw. können diese auch erst während des Urlaubs auftreten. Leichte Einschränkungen oder Unannehmlichkeiten am Urlaubsort müssen Reisende allerdings hinnehmen, wie die Verbraucherzentrale informiert. Bei starken Einschränkungen gebe es die Möglichkeit, den Reisepreis zu mindern und bei sehr starken Einschränkungen komme auch eine Kündigung des Reisevertrags infrage. Was aber als leichte oder starke Einschränkungen einzustufen ist, ist nicht eindeutig geklärt. Hier müsse immer der Einzelfall geprüft werden.

Bei mehreren Einschränkungen gleichzeitig, die nicht zu einem kostenfreien Reiserücktrittsrecht führen, könne aber möglicherweise eine Reise kostenfrei storniert werden.

Wie gehen Reisende aktuell mit der Corona-Lage um?

Die Einstufung als Risikogebiet hat vor allem das Urlaubsland Spanien hart getroffen. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurden zudem in Katalonien, Valencia und Kantabrien wieder Ausgangssperren verhängt. Das verunsichert viele Urlauber, was zu einem „plötzlichen Rückgang“ der Buchungen ausländischer Urlauber führte, wie der staatliche Nachrichtensender RTVE unter Berufung auf José Luis Zoreda, den Vizepräsidenten des spanischen Tourismusverbandes Exceltur, berichtete. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Lesen Sie auch: Urlaub im Corona-Sommer: So können Sie Ihre Reise stornieren – kostenfrei.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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