1860: Wenig Chili - viel Leidenschaft

Die Löwen bejublen das 1:0 durch Bierofka.
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Die Löwen bejublen das 1:0 durch Bierofka.

Marco Kurz’ Anspannung entlud sich fast in einer Prügelei. Gerade hatte Schiedsrichter Wingenbach die Partie abgepfiffen, da wurde es turbulent am Mittelkreis.

Marco Kurz’ Anspannung entlud sich in einer heißen Rangelei. Gerade hatte Schiri Wingenbach die Partie abgepfiffen, da wurde es turbulent am Mittelkreis. Wütend schubste Kurz den Ahlener Philipp Heithölter weg, ein Teamkollege des Mittelfeldspielers konnte gerade noch einen Eklat verhindern. Nerven blank in der Arena! Dieses Spiel, dieses am Ende erzitterte 2:1 (1:0) der Löwen gegen den harmlosen Aufsteiger (der erste Heim-Dreier seit dem 29. Oktober, 1:0 gegen Koblenz) hatte den Stresspegel des 1860-Coaches in den roten Bereich getrieben.

TSV 1860 - Ahlen: Die Löwen in der Einzelkritik

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„Das sind Emotionen, die dazu gehören“, relativierte Kurz hinterher. „Ich habe dem Spieler gesagt, dass er etwas mehr Respekt vor einem Trainer zeigen soll. Kein Problem.“

Schwierigkeiten machten sich die Löwen gestern mal wieder nur selbst. Auf Bierofkas Kopfball-Blitztor nach 21 Sekunden (!) auf Flanke von Aigner folgten zehn ansprechende Minuten, dann riss der Faden in der blauen Offensive. Chill-Out-Gekicke statt Chili-Fußball… „Es war ein fantastischer Beginn und eine relativ dominante Viertelstunde“, sagte Kurz. Der Bruch im Löwen-Spiel sei mit den verletzungsbedingten Auswechslungen gekommen. Danny Schwarz (Verdacht auf Faserriss im Oberschenkel) und Bierofka (Oberschenkelprellung) mussten raus, danach ging nicht mehr viel.

So dauerte es bis zur 69. Minute, ehe die Löwen halbwegs aufatmen konnten. Über Rösler kam der Ball zu Aigner, der passte nach rechts zu Antonio Rukavina und der Serbe vollendete flach ins lange Eck. Die Entscheidung? Naja. Der Anschlusstreffer von René Müller in der 82. Minute gab der Metapher „Pfeffer in der Hose“ einen anderen, wenig rosigen Beigeschmack. „Nach dem 2:0 musst du souveräner auftreten“, schimpfte Kurz. „Wir wollten heute zwei Dinge schaffen: ein gutes Ergebnis und einen guten fußballerischen Auftritt. Das Erste ist gelungen, spielerisch war’s schlecht.“

Das sah der Sportdirektor wohl anders. „Nach so einer souveränen Leistung kann man mit dem Trainer zufrieden sein“, meinte Miki Stevic. Und was sagte Stefan Reuter? Der Ex-Geschäftsführer verfolgte die Partie auf der VIP-Tribüne – neben den 1860-Offiziellen. Sein lapidarer Kommentar: „Das Mainz-Spiel habe ich in der Premiere-Konferenz verfolgt, das heute wollte ich in voller Länge sehen.“

Ludwig Krammer

Was aus diesen Löwen wurde...

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Quelle: DPA

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