Lage spitzt sich zu

3. Liga: Bayerische Klubs einig über Fortsetzung - acht Klubs kontern

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Symbolbild

Die bayerischen Drittligisten haben am Donnerstag ihre Einigkeit über eine Saison-Fortsetzung demonstriert. Am Freitag folgte der Konter von acht Klubs.

  • Der Streit um die Saison-Fortsetzung in der 3. Liga spitzt sich zu.
  • Die bayerischen Drittligisten sind sich über eine Fortsetzung einig.
  • Acht Klubs fordern einen Abbruch der aktuellen Spielzeit.

München - Die bayerischen Klubs der 3. Liga sind sich einig: Eine Fortsetzung der aktuellen Saison ist alternativlos. Diese Erkenntnis ergab sich aus einer Videokonferenz am Donnerstag, die der Bayerische Fußball-Verband initiiert hat. Die Teilnehmer dieser Konferenz waren, neben BFV-Präsident Rainer KochBFV-Verbandsspielleiter Josef Janker und BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher, Vertreter des TSV 1860 München, der SpVgg Unterhaching, des FC Bayern 2, des FC Ingolstadt 04 und des FC Würzburger Kickers.

Schwabl: „Es gibt keine andere Lösung als die Saison zu Ende zu spielen“

„Es gibt für uns gar keine andere Lösung als die Saison zu Ende zu spielen, weil nur dann ein sportlich faires Endergebnis zustande kommt. Ansonsten sehe ich eine große Gefahr, dass der Fortbestand dieser ohnehin wirtschaftlich problematischen 3. Liga auf dem Spiel steht“, machte Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, deutlich. Günther Gorenzel vom TSV 1860 München pflichtete dem Haching-Boss bei: „Wer jetzt den freiwilligen Abbruch der 3. Liga fordert, sollten die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, unter bestimmten Auflagen Spiele ohne Zuschauer zu genehmigen, gefährdet die zukünftige Existenz der 3. Liga.“ Der kaufmännische Geschäftsführer der Löwen, Michael Scharold, fügte hinzu, dass die aktuelle Diskussion um einen Abbruch, der gesamten Liga schade.

Die Planungssicherheit ist wichtig

Die Vertreter des FC Bayern 2 stellten zudem klar, dass es wichtig sei, schnellstmöglich Planungssicherheit zu bekommen. „Dazu braucht es ein klares Commitment aller Drittligisten, die Saison zu Ende bringen zu wollen. Wir bayerischen Klubs sind uns da einig, dass es um mehr als diese Saison geht“, sagten Sebastian Dremmler und Jochen Sauer.

Acht Klubs fordern einen Abbruch der aktuellen Saison

Es herrscht jedoch keine Einigkeit unter den 20 Drittligisten. Am Freitag veröffentlichten acht Klubs eine gemeinsame Stellungnahme, in der sie einen Abbruch der aktuellen Saison fordern. Das Pikante an der Geschichte: alle beteiligten Vereine würden direkt vom vorgeschlagenen Szenario profitieren. Der SV Waldhof Mannheim steht aktuell auf den zweiten Tabellenplatz und würde in die 2. Bundesliga aufsteigen. Die restlichen sieben Mannschaften stecken allesamt im Tabellenkeller der 3. Liga und sind vom Abstieg bedroht. Der Chemnitzer FC steht auf Platz 13, der 1. FC Magdeburg auf Platz 15, der Hallesche FC auf Platz 16, der FSV Zwickau, Preußen Münster, die SG Sonnenhof Großaspach und der FC Carl Zeiss Jena belegen die Abstiegsränge.

Der Vorschlag der acht Teams sieht eine Wertung der Saison nach dem aktuellen Tabellenstand vor. Dabei soll der Aufstieg stattfinden, der Abstieg jedoch ausgesetzt werden. Zusätzlich sollen die fünf Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. „Dies führt zwar zu mehr Mannschaften in der nächsten Saison, bildet aber einen fairen Kompromiss ab und ermöglicht eine teilweise wirtschaftliche und mediale Kompensation in der Folgesaison“, erklärten die Klubs.

Der Fußball darf keine Sonderrolle für sich beanspruchen

Die Vereine hoben hervor, dass der Fußball, vor allem in der 3. Liga, keine Sonderrolle für sich beanspruchen dürfe. „Die aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung sowie die bisher vorhandene Faktenlage und die fehlenden Antworten, vor allem zu medizinischen Fragen, lassen uns (…) in letzter Konsequenz zu dem Ergebnis kommen, dass die aktuelle Saison 2019/20 der 3. Liga nicht fortgesetzt werden kann“, teilten die Beteiligten mit. Durch die vielen Tests, die Spieler und Betreuer in Anspruch nehmen müssten, stünden diese an wichtigeren Stellen, wie beispielsweise Krankenhäusern, nicht mehr zur Verfügung.

Des Weiteren warnen Magdeburg, Halle & Co.: „Die Beendigung der Saison mit Geisterspielen würde viele Vereine in finanzielle Schieflage und einige direkt in die Insolvenz führen.“ Sie sehen einen möglichen Verlust von Sponsoren, durch einen Image-Schaden aus dem Einnehmen einer Sonderrolle in der Gesellschaft als problematisch an. Die Klubs gehen, nach zahlreichen positiven Rückmeldungen und Verzichtsangeboten, nicht davon aus, dass es bei einem Abbruch zu hohen Rückforderungen der Sponsoren kommen würde. Da für die aktuelle Spielzeit nur noch eine geringe Rate der TV-Gelder aussteht, wird das Ausbleiben dieser Einnahmen als nebensächlich angesehen.

Eine Einigung scheint nicht möglich zu sein

Abschließend mahnen die acht Klubs: „Es mag wirtschaftlich notwendig und bei den Voraussetzungen der Vereine in der 1. und 2. Liga möglich sein, die Saison im Verantwortungsbereich der DFL mit Geisterspielen zu Ende zu spielen. Für die 3. Liga sehen wir dies aufgrund der bestehenden und zu erwartenden Auflagen als organisatorisch unmöglich, gesundheitlich sowie wirtschaftlich nicht darstellbar und gesellschaftlich nicht vermittelbar an.“ 

Den Start der neuen Saison solle der DFB möglichst weit nach hinten verschieben, um die Anzahl der Geisterspiele gering zu halten und das Infektionsrisiko bei Spielern und Funktionären zu senken.

Der Deutsche Fußball-Bund hat sich zu dieser Erklärung bislang nicht geäußert. Wie es mit der 3. Liga weitergeht, bleibt weiterhin unklar. Eine Einigung aller 20 Vereine scheint nicht möglich zu sein.

Text: Patrick Huljina

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