Das Interview nach dem Bayreuth-Wechsel

Kodjovi Koussou: 1860-Abschied „war ein schwerer Schlag“

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Diese Bilder sind Geschichte: Kodjovi Koussou verlässt seinen Herzensverein 1860 München

Kodjovi Koussou ist von seinem Herzensverein TSV 1860 München zur SpVgg Bayreuth gewechselt. Wie schwer ihm dieser Schritt fiel, wird im Interview deutlich. Ein alter Bekannter lotste ihn nach Oberfranken.

Kodjovi „Nono“ Koussou hat dem TSV 1860 München nach fast 16 Jahren den Rücken gekehrt. Mit Koussou verlässt ein Publikumsliebling die Löwen – nach einem schwierigen Jahr und wenigen Einsätzen in der 3. Liga. In Bayreuth will der Außenstürmer voll angreifen und hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Im Interview spricht er über den Wechsel, seine Zeit bei den Löwen und die zukünftigen Ziele mit Bayreuth.

Nono, wie gefällt es Dir bisher in Bayreuth?

Es ist natürlich eine Kleinstadt, die nicht zu vergleichen ist mit München. Trotzdem ist es schön hier. München ist meine Heimat und es war natürlich nicht leicht, von dort wegzugehen nach so vielen Jahren. Trotzdem freue ich mich jetzt auf den neuen Abschnitt.

Welche Argumente haben Dich zum Wechsel nach Bayreuth bewogen?

Ich war relativ früh schon in Gesprächen mit mehreren Vereinen, bin dann nach Bayreuth gefahren und habe mir das Ganze angeschaut. Das Konzept hat mir gefallen, ich fand die Mannschaft, den Trainer und den Verein geil. Die Truppe hat mich super aufgenommen, alle sind sehr motiviert und ich bin auch positiv überrascht vom Niveau, was im Training herrscht. Wir haben wirklich eine gute Mannschaft.

Du warst jetzt mit einer kurzen Unterbrechung 16 Jahre beim TSV 1860 München. Wie schwer fiel Dir der Abschied von der Stadt und dem Verein?

Das war natürlich ein schwerer Schlag für mich. Aber damit muss ich klarkommen. Der Abschied vom Verein und den Jungs fiel mir nochmal schwerer als aus der Stadt, dort werde ich ja vielleicht irgendwann nochmal zurückkehren.

Welches Verhältnis hattest Du zu deinem langjährigen Trainer Daniel Bierofka? Warst Du zuletzt sauer, dass Du nicht mehr so oft gespielt hast?

Mit Biero hatte ich immer ein super Verhältnis, daran hat sich nie etwas geändert. Ich hatte in der letzten Saison mit Verletzungen zu kämpfen, es war allgemein eine schwere Saison für mich. Ich werde ihn vermissen. Ich denke, dass ich mit dem Wechsel jetzt die richtige Entscheidung getroffen habe.

Welche Rolle hat Dein Kumpel Ivan Knezevic beim Wechsel gespielt, den Du von 1860 kennst und der auch bei Bayreuth spielt?

Ivan hatte schon seinen Anteil daran. Schon während der Saison kamen von ihm die Sticheleien, wann kommst du denn endlich zu Bayreuth? Das Ganze wurde dann immer realistischer und letztendlich hat es geklappt. Klar, jetzt freue ich mich riesig, mit ihm zusammenzuspielen.

Welche Unterschiede sind dir schon aufgefallen - ist Bayreuth etwas lockerer?

Klar, bei 1860 spielt sich das Ganze auf einem anderen Level ab, was die Infrastruktur angeht, die Plätze und so weiter. Hier gibt es kein Eisbad, weniger Erholungsmöglichkeiten, alles ist ein wenig kleiner. Es ist eben kein Profi-Niveau. Damit habe ich aber kein Problem. Es geht schließlich ums Fußballspielen.

Für dich persönlich hat es noch nicht für den Sprung in die 3. Liga als Stammspieler gereicht. Wie realistisch ist es für dich, dieses Ziel mit Bayreuth doch noch zu erreichen?

Ich bin ein sehr ehrgeiziger Spieler. Ich habe mir das auf jeden Fall noch als Ziel vorgenommen. Wir werden sehen, wofür es reicht, aber wir können definitiv oben mitspielen. Ich bin ein Typ, der nie aufgibt. Mit Türkgücü und Schweinfurt ist die Konkurrenz groß, ohne Frage. Ich freue mich auf viele Duelle auf hohem Niveau.

Ivan Knezevic macht in Bayreuth eine Ausbildung. Konzentrierst du dich weiter nur aufs Fußballspielen oder hast du auch einen Plan B?

Meine Priorität wird weiter auf dem Fußball liegen. Ich habe meine Ziele und die will ich, mit vollem Einsatz und voller Konzentration, versuchen zu erreichen. Trotzdem halte ich es mir auch offen, einen ähnlichen Weg wie Ivan zu gehen, Genaueres weiß ich jetzt aber noch nicht.

Interview: Marius Epp

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