Marco Kurz – per Handy gefeuert!

Beeck: Suchen Trainer - Anfrage bei Toppi

Kurz ist beurlaubt.
+
Kurz ist beurlaubt.

Ausgerechnet am Faschingsdienstag war alles vorbei. Passt irgendwie gar nicht zu Marco Kurz, der nun nicht gerade als große "Humorbombe" von sich reden machte.

Video: Widersprüche bei Stevic und Stoffers

Und erfahren von seiner Entlassung hat er auch noch auf seiner letzten Dienstreise für den TSV 1860. Unmittelbar vor dem Rückflug aus Hamburg (dort hatte er am Montagabend den nächsten Gegner St. Pauli beobachtet) erhielt er gestern früh von Sportdirektor Miki Stevic per Handy die Nachricht, dass er ab sofort nicht mehr Trainer der Löwen sei. Und gespannt warteten alle am Dienstagmittag im vollbesetzten Mediencontainer auf die Bekanntgabe des Nachfolgers. Und der heißt – Uwe Wolf. Der bisherige Co-Trainer. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Klar ist: Wolf wird eine Übergangslösung bleiben. Präsident Rainer Beeck: „Stevic und die sportliche Leitung sind auf Trainersuche. Sie arbeiten mit Hochdruck daran.“ Sitzt Wolf also am Sonntag gegen St. Pauli auf der Bank? Beeck: „Im Moment sieht es so aus.“

24. Februar 2009: Wieder mal Aufregung beim TSV 1860

Fotostrecke

Es könnte also sein, dass man sich beim TSV 1860 bereits mit einem Coach für die kommende Saison einig ist, der aber für die laufende Saison noch nicht verfügbar ist. Um Uwe Rapolder (Koblenz) handele es sich dabei aber nicht, sagte Stevic, der am Freitag beim Spiel Dortmund gegen Schalke auf der Tribüne neben Thomas Doll gesichtet worden sein soll… Klaus Toppmöller jedenfalls sagte im Trierischen Volksfreund: „Der Verein hat bei mir angefragt, ich habe aber abgesagt.“ Doch dann fügte der 57-Jährige hinzu: „Ich bin von Kind auf Löwen-Fan. Vielleicht ergibt sich deshalb doch noch eine Möglichkeit.“

OB und Aufsichtsrat Christian Ude brachte einen anderen Aspekt ins Spiel. „Auf meinen Wunsch findet am 3. März eine Aufsichtsratssitzung statt. Wichtige Entscheidungen sollten bis dahin aufgehoben werden. Ich habe mir auch gewünscht, dass die Aufsichtsräte erst alles intern beraten, bevor sie mit überraschenden Mitteilungen an die Öffentlichkeit treten.“ Sieht so aus, als müssten sich Stevic und Stoffers in der Trainerfrage erst noch das Placet vom Aufsichtsrat holen. Bezeichnend, dass Ude erst von der tz erfuhr, dass Wolf neuer Trainer wird…

Das Personenkarussell des TSV 1860: Wie viele Köpfe aus den letzten fünf Jahren kennen Sie?

Fotostrecke

Und wenn’s unter dem in den nächsten Wochen auch nicht besser wird? In diesem Fall würde dann Miki Stevic selbst einspringen. „Wenn’s ums Ganze geht, dann muss man sich in den Dienst des Vereins stellen“, gab er als Begründung an.

Dass Marco Kurz noch mal das Ruder herumreißen kann, das trauten ihm die Verantwortlichen nicht mehr zu. „Die Begründung für seine Beurlaubung finden Sie in der Tabelle“, sagte Stoffers, und Stevic warf einen Blick zurück auf die 1:4-Niederlage in Duisburg: „Diese lethargische Art und Weise, wie die Mannschaft dort aufgetreten ist, hat uns dazu veranlasst, den Schnitt zu machen und ein Zeichen zu setzen.“

Und für Stoffers, der Kurz am liebsten bereits am Sonntag unmittelbar nach dem Spiel beurlaubt hätte, war seit seinem Amtsantritt eins klar: „Entweder ändern sich die Zahlen oder die Köpfe.“ Nachdem sich die Zahlen in der Tabelle seither nur geringfügig veränderten, musste der Kopf des Trainers dran glauben. Stevic verwies auf die Bilanz der Löwen unter Kurz: „Achter, Elfter und jetzt Zwölfter – wenn das jemand als Erfolg ansieht, dann ist er hier fehl am Platz.“

Die besten aktiven Ex-Löwen der Welt

Fotostrecke

Aber auch die Mannschaft bekam vom Sportdirektor ihr Fett ab. „Die Spieler haben überhaupt nicht dazu beigetragen, „dass der Verein besser dasteht“, schimpfte der 39-Jährige. „Sich nur das Löwen-Trikot anziehen zu können, das reicht nicht.“ Und er kündigte drohend an: „Die Spieler werden mich ab sofort so erleben, wie das bisher noch nicht der Fall war. Die Alibis und Ausreden, die es hier in den letzten Jahren gab, gibt es nicht mehr. Jetzt stehen sie im Schaufenster.“

Stevic war immer noch wütend über die Darbietung von Duisburg. „Die hat uns für das Spiel gegen St. Pauli 10 000 Zuschauer gekostet“, glaubt er, und Stoffers hieb in die gleiche Kerbe: „Wenn ich in der Arena mehr Besucher haben will, dann muss ich auch mehr bieten.“

Meisterlöwe Fredi Heiß konnte die Trennung von Marco Kurz nachvollziehen. „Die Vereinsführung musste jetzt reagieren“, erklärte der 68-Jährige. Und was hält er vom Nachfolger? Heiß: „Ob jetzt Wolf oder irgendein anderer Trainer, ist mir egal. Der richtige ist der, der aus den Spielern ein Siegerteam formt. Es sind nicht alle so schlecht, wie es derzeit ausschaut.“ Dass die Mannschaft um Spieler wie Lauth und Bierofka sich völlig unter Wert präsentiert, wollte eigentlich nur Marco Kurz nicht wahrhaben. Deshalb will man beim TSV 1860 auch am gesteckten Ziel festhalten, im Jahr 2010 den Aufstieg und die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen…

Claudius Mayer

Uwe Wolf bleibt bis Saisonende 1860-Coach - und dann? 40 Trainer-Kandidaten

Fotostrecke

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Von Schupp bis Gerber: Mögliche 1860-Sportchefs
Von Schupp bis Gerber: Mögliche 1860-Sportchefs

Kommentare