„Ungewissheit nervt“

Weltmeister von 2014 fordert Abbruch in 3. und 4. Liga! Was passiert mit dem TSV 1860 und Haching?

Die 3. Liga und die Regionalliga haben schwer mit der Corona-Krise zu kämpfen. Ein Weltmeister von 2014 forderte nun den sofortigen Abbruch der Ligen.

  • Die Vereine der 3. und 4. Liga sind in der Corona-Krise wirtschaftlich stark gefährdet.
  • Nun forderte ein Weltmeister von 2014 den Abbruch in den 3. und 4. Ligen. 
  • Der Ex-Dortmunder sorgt sich um die Einnahmequellen der Klubs.

Krefeld - Während in ganz Europa über die Weiterführung der großen Ligen diskutiert wird, leiden die unteren Ligen noch mehr unter der sich derzeit ausbreitenden Corona-Pandemie*. In Deutschland wird ebenso hauptsächlich über die ersten beiden Bundesligen geredet, obwohl es Vereine aus der 3. Liga oder der Regionalliga viel schwerer haben. Ein Weltmeister von 2014 forderte nun den Abbruch dieser Spielklassen.

Coronavirus: Weltmeister Großkreutz hält Geisterspiele in 3. Liga für sinnlos

Ex-Dortmunder Kevin Großkreutz ist Teil des Star-Ensembles der 3. Liga, dem KFC Uerdingen. Dank Investor Mikhail Ponomarev können die Krefelder zwar auf einen großen Etat und ehemalige Erstliga-Profis zurückgreifen, sportlich ist der KFC jedoch nur Mittelmaß. Der sechsfache Nationalspieler Großkreutz, dessen Kneipe aufgrund der Corona-Krise vor dem Aus steht, sprach nun mit der Bild am Sonntag über einen möglichen Liga-Abbruch

An Motivation mangelt es beim 31-Jährigen nicht. „Ich würde lieber heute als morgen wieder auf dem Platz stehen und ganz normal um Punkte kämpfen. Aber daran ist während der Corona-Krise* ja nicht zu denken. Echte Alternativen dazu gibt’s nicht“, weiß Großkreutz und erläutert dies. „Geisterspiele* ergeben in den Bundesligen vielleicht Sinn, weil dadurch wenigstens die Fernseh-Kohle wieder fließt. Doch in der 3. Liga gehen locker die Hälfte aller Klubs daran kaputt, da die Kosten für Spiele vor leeren Rängen weitaus höher sind als die Einnahmen.“ 

Coronavirus: 3. Liga mit Auf- aber ohne Absteiger? Das wäre Großkreutz‘ Lösung

Insbesondere der letzte Aspekt ist in der 3. Liga bemerkbar. Denn Drittligisten verdienen pro Saison mit Fernsehgeldern lediglich knapp eine Million Euro ein. Zum Vergleich: der FC Bayern* erhält pro Saison rund 45 Millionen Euro aus TV-Einnahmen. Ein großer Teil der Einnahmen in der 3. Liga wird am Spieltag durch Zuschauereinnahmen verbucht, viele Vereine, wie der TSV 1860 München, Hansa Rostock oder der 1. FC Kaiserslautern haben hier noch enormen Zulauf

Doch was wäre Großkreutz‘ Lösungsansatz? Die drei führenden Teams in der Drittliga-Tabelle (MSV Duisburg, Waldhof Mannheim und die SpVgg Unterhaching) würden in seinem Modell aufsteigen, während kein Team absteigt. So hätte der TSV 1860 München beispielsweise trotz starker Serie keine Aufstiegs-Chancen mehr. 

Saisonabbruch wegen Corona? Großkreutz: „Nichts nervt mehr als Ungewissheit“ 

Die Aufsteiger aus der Regionalliga erwähnt Großkreutz zwar nicht, jedoch könnte die 3. Liga ohne drei Aufsteiger in der kommenden Saison mindestens drei Aufstiegs-Teams aufnehmen. Eine Aufstockung der Liga um zwei Mannschaften würde jeder Regionalliga-Staffel einen Aufsteiger bescheren. Türkgücü München führt mit Mega-Vorsprung die Regionalliga Bayern an und würde in diesem Fall sicher aufsteigen.

„Ich möchte beim DFB nicht die Verantwortung dafür tragen“, so der Weltmeister. „Weil die Entscheidung, egal wie sie auch ausfällt, immer irgendwen benachteiligen wird. Trotzdem wird’s Zeit, dass endlich Klarheit herrscht. Nix nervt mehr als die Ungewissheit!“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Alex Grimm

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