Unglücklicher Elfmeter nach Greilinger-Handspiel

„Ich glaube, dass wir ebenbürtig waren“ - Pokal-Traum der Löwen geplatzt

Diesmal kein Happy-End am Punkt: Ein von Wanitzek verwandelter Handelfmeter entschied das Spiel – 1860-Keeper Hiller war machtlos.
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Diesmal kein Happy-End am Punkt: Ein von Wanitzek verwandelter Handelfmeter entschied das Spiel – 1860-Keeper Hiller war machtlos.

Der TSV 1860 München ist nach großem Kampf gegen den Karlsruher SC aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die Partie wird durch einen Handelfmeter entschieden.

München – Vier Nachspielminuten, ein letzter Fehlpass des eingewechselten Quirin Moll, ein letztes Gelb-Foul von Semi Belkahia – dann war die Pokalsaison vorbei für den TSV 1860. 0:1 (0:0) hieß es vor Giesinger Geisterkulisse gegen den Karlsruher SC. Ein von Fabian Greilinger verschuldeter und von Marvin Wanitzek verwandelter Handelfmeter (69.) reichte den Badenern zum Einzug ins Viertelfinale am 1./2. März.

Nach starker erster Hälfte der Löwen und einem deutlichen Leistungsschwund nach der Pause ging der Sieg für den körperlich stärkeren Zweitligisten in Ordnung. Der von 1860-Trainer Michael Köllner ausgerufene „geile Januar“, er hat seinen ersten Dämpfer erhalten. „Ich bin schon enttäuscht. Ich glaube, dass wir ebenbürtig waren“, sagte Köllner: „Wir haben eine super erste Hälfte gespielt, aber es verpasst, in Führung zu gehen.“

TSV 1860: Kein Klassenunterschied im ersten Durchgang

Statt den Löwen dürfen die Karlsruher die gut eine Million Euro aus dem Prämien-Topf des DFB (alle Spiele vom Mittwoch auch bei tz.de im Live-Ticker) einstreichen. Die Frage nach einem Wintertransfer dürfte sich damit erledigt haben für 1860. Stand jetzt wird der Profi-Etat für die neue Saison ohne weitere Finanzspritzen von Investor Hasan Ismaik von 4,7 Millionen Euro auf drei Millionen Euro schrumpfen. Herausfordernde Zeiten.

Schwacher Trost: Zumindest im ersten Durchgang ließ sich gegen den Zweitliga-Zehnten kein Klassenunterschied feststellen. Ein besonderer Gruß war noch vor Anpfiff aus Großaspach eingetroffen. Ex-Kapitän Sascha Mölders meldete sich via Sky: „Jungs, jetzt wird mit dem KSC der dritte Zweitligist dran glauben müssen. Ich drück die Daumen!“

TSV 1860: Bär und Greilinger verpassen Führung

Es sollte nicht reichen. Dabei hatten die Sechziger, mit Erik Tallig für den angeschlagenen Marius Willsch in der Startelf, zunächst deutlich mehr vom Spiel. Im 3-4-1-2 mit Richard Neudecker hinter der Doppelspitze Lex/Bär setzte die Mannschaft ihr Mittelfeld-Pressing konsequent um. Immer wieder wurde nach Ballgewinn schnell umgeschaltet, Bär hatte die erste Chance – sein Schuss aus 18 Metern flog übers rechte Kreuzeck (10.).

Pechvogel des Abends: Fabian Greilinger, der vorbildlich kämpfte, aber später den spielentscheidenden Elfmeter verschuldete.

Aussichtsreicher war die Position von Greilinger drei Minuten später. Über den linken Flügel konnte der Niederbayer Richtung Tor ziehen, der Linksschuss aufs kurze Eck geriet zu unplatziert. Lex und Neudecker boten sich weitere Möglichkeiten, bei den Karlsruhern war es vor der Pause einzig ein Standard, der für Gefahr sorgte. Hiller wehrte den strammen Freistoß von Heise mit einer Flugeinlage ab (40.).

TSV 1860: Derby gegen Türkgücü wartet

Die Gäste zogen die richtigen Schlüsse aus den ersten 45 Minuten, traten nach dem Wechsel deutlich passsicherer und zweikampfstärker auf, während bei den Löwen kaum noch was zusammenlief. Fabian Schleusener prüfte Hiller mit einem Schlenzer (63.), die nächste gefährliche Aktion führte zum 0:1.

Greilinger war der Ball nach einer Flanke von Thiede bei einer Grätsche an den Arm geprallt, Schiedsrichter Petersen entschied auf Strafstoß. Wanitzek schickte Hiller ins falsche Eck, die Führung für die Gäste gut 20 Minuten vor Schluss. Das große Aufbäumen der Löwen blieb aus. Tallig vergab die beste Ausgleichschance, scheiterte aus zehn Metern am KSC-Keeper (76.), Steinhart donnerte die Kugel in der Nachspielzeit an den Fangzaun. Das war’s in Sachen DFB-Pokal.

Weiter geht’s mit dem Liga-Derby am Samstag im Olympiastadion gegen Türkgücü (14 Uhr, BR). Ohne den gelbgesperrten Neudecker. Und mit frischen Kräften? (Ludwig Krammer)

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