„Die gehören viel mehr ausgepfiffen“

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Ex-Nationalspieler Erich Beer ist bei ­Hertha und 1860 ein Fanliebling.

München/Berlin - Er spielte für Hertha und für 1860 und ist bei beiden Anhängerschaften gleichermaßen beliebt: Erich Beer (62). Das tz-Interview vor dem Pokalduell der Hertha bei den Löwen.

Herr Beer, welcher der beiden blauen Krisenklubs hat Ihre Unterstützung am Mittwochabend nötiger?

Beer: (lacht) Beide haben sie sehr nötig! Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es nach sechs Spieltagen so schlecht aussieht.

Ihre Erklärung?

Beer: In Berlin haben viele Spieler gedacht, es läuft so weiter wie letzte Saison, dabei sind mit Pantelic, Voronin und Simunic drei Granaten weg! Und für Ersatz ist kein Geld da. Das wird schwierig für Lucien Favre.

Und bei 1860?

Beer: Auch da vermisse ich die Aggressivität. In Ahlen oder jetzt gegen Aachen – das ist das Gleiche wie letztes Jahr. Kein Biss, die Spieler lassen alles über sich ergehen. Auch mit Ewald Lienen hat sich daran leider nichts geändert.

Was macht Lienen verkehrt?

Beer: Ich bin zu weit weg, um dazu was Konkretes und Seriöses zu sagen. Klar ist, dass Lienen jetzt bald wissen muss, auf wen Verlass ist. Er muss seine Formation finden und heiß machen, sonst wird’s ungemütlich.

Altstars: Was aus diesen Löwen wurde

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Lienen hadert mit der Selbstzufriedenheit mancher Profis.

Beer: Ja, und da sind auch die Fans gefordert! Was wurden wir früher ausgepfiffen, wenn wir schlecht gespielt haben. Und heute? Da wird jede Kleinigkeit gleich groß gefeiert! Die Spieler gehören viel mehr ausgepfiffen nach laschen Auftritten! Das vermisse ich. Auch bei Hertha.

Halten Sie das Saisonziel Aufstieg bei 1860 noch für realistisch?

Beer: Ja, aber dazu muss sich jetzt was ändern. In dieser schwierigen Phase zeigt sich, wer ein Kerl ist und wer nicht.

Zu wem halten Sie am Mittwoch?

Beer: Ich hatte acht super Jahre bei Hertha, von daher bin ich etwas mehr für Berlin. Aber ich habe auch viele Freunde bei 1860. Der Bessere soll gewinnen.

Ludwig Krammer

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