Gebhart: Erst VfB-Lehre, dann DFB-Debüt

Timo Gebhart will beim VfB Stuttgart hoch hinaus.
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Timo Gebhart will beim VfB Stuttgart hoch hinaus.

Stuttgart - Er träumt schon von der Fußball-Nationalelf, doch beim VfB Stuttgart muss sich Winter-Neuzugang Timo Gebhart erst einmal hinten anstellen.

“Wir werden bei ihm nichts übers Knie brechen. Er wird seine Chance bekommen“, mahnte VfB-Teamchef Markus Babbel die 19 Jahre alte Mittelfeld-Hoffnung zur Geduld. In nicht allzu ferner Zukunft aber soll der knapp drei Millionen Euro teure Einkauf von 1860 München zur festen Größe beim schwäbischen Bundesligisten werden. “Timo ist eines der größten Talente im deutschen Fußball“, schwärmte Sportdirektor Horst Heldt.

Die großen Erwartungen schrecken den U 19-Europameister nicht. “Ich mache mir darüber keinen großen Kopf. Ich kann ganz gut damit umgehen, denn ich weiß, wo ich herkomme“, so Gebhart. Der gebürtige Memminger durchlief gut vier Jahre die 60er-Schule und stieg binnen 37 Zweitliga-Spielen zum Regisseur der Münchner auf. Die halbe 1. Liga buhlte um den Rechtsfuß. Der aber hatte nur Augen für den VfB. Gebhart: “Wenn man sieht, wie viele junge Spieler hier schon den Sprung geschafft haben, dann ist das schon etwas ganz Besonderes.“

Die Fußstapfen der “jungen Wilden“ wie Mario Gomez, Sami Khedira und Serdar Tasci oder ihre Vorgänger Kevin Kuranyi, Timo Hildebrand und Alexander Hleb hält sein neuer Arbeitgeber nicht für zu groß. “Timo hat alle Voraussetzungen, um in der Bundesliga eine gute Rolle spielen zu können“, befand Babbel. Gebhart allerdings startete betont bescheiden in seine nächste Karriere-Station. “Ich kann hier auch von vielen Spielern täglich eine Menge lernen.“ Sein Ziel aber hat er klar vor Augen: “Ein Traum ist sicherlich, irgendwann einmal in der Nationalmannschaft spielen zu können.“

Bei den “Löwen“ sah der Spielmacher kaum noch Chancen zur Weiterentwicklung. In Stuttgart wird er seine Rolle erst finden müssen. Babbels System sieht in der Mittelfeldzentrale zwei “Sechser“ vor, Kapitän Thomas Hitzlsperger und der zuletzt überragende Khedira sind dort gesetzt. “Ich kann aber genauso auf den Außenbahnen spielen“, betonte der schnelle und technisch starke Gebhart.

Sein Start beim VfB aber verlief unglücklich. Das erste Training versäumte er wegen Fiebers. In dieser Woche warfen ihn dann muskuläre Probleme zurück. Doch der Verein gibt ihm Zeit, und Gebhart will sie sich nehmen. Bis 2013 hat er sich an den Club gebunden. “Ich bin ein Mensch, der gern Klarheit hat. Wenn ich irgendwo hingehe, dann will ich dort auch eine Weile bleiben“, betonte Gebhart. Sportdirektor Heldt vernahm dies mit Vergnügen: “Er wird uns in den viereinhalb Jahren bis zu seinem Vertragsende noch sehr viel Freude machen.“

Bye-bye, Timo Gebhart! - So wertvoll war er für die Löwen

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Quelle: DPA

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