Gehirnjogging für den Aufstieg

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Fehli Radhouene (l.) und Aleksandr Ignjovski beim Jonglieren.

St. Johann - Was tut man nicht alles für den Aufstieg. Die Löwen zählen dafür neuerdings sogar Smileys!

Nur eine von etwa 80 Übungen des Bewegungsprogramms Life Kinetik, das der frühere Torjäger Bernhard Winkler zusammen mit Diplomsportwissenschaftler Horst Lutz den Spielern des TSV 1860 während des Trainingslagers erstmals vorstellte. Und dazu gehört eben auch, dass jeder die auf einer Karte kunterbunt angeordneten Smi­leys so schnell wie möglich – und natürlich auch mit dem richtigen Ergebnis – zählen muss.

Gehirnjogging ist das Stichwort.

Mit Life Kinetik sollen Handlungsschnelligkeit und Wahrnehmungsfähigkeit auf dem Platz verbessert werden. Winkler: „Natürlich ist am Anfang bei fast allen Skepsis vorhanden. Ich habe schon gemerkt, dass sich die Spieler bei einigen Übungen gefragt haben: Was will der denn jetzt? Will er uns verarschen? Nachdem die Tests vorüber waren, haben mich aber einige der Jungs auch schon gefragt, wann es in München richtig los geht.“

Die Löwen beim Gehirnjogging

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In St. Johann fanden ja erst mal nur Basisübungen statt. Zum Beispiel mussten die Spieler zwei kleine Sandsäckchen hochwerfen, mit überkreuzten Armen auffangen, wieder hochwerfen, in normaler Handhaltung auffangen usw. usw. Winkler (schoss 64 Bundesligatore für den TSV 1860) bedauert, dass es Life Kinetik nicht schon vor 20 Jahren gegeben hat. „Dann wäre ich als Stürmer wahrscheinlich noch erfolgreicher gewesen“, sagt er. „Heute weiß ich, dass ich bei der visuellen Wahrnehmung und Berechnung von Bällen Schwierigkeiten hatte. Vor allem bei Flanken von links. Bälle von rechts konnte ich dagegen gut einschätzen und verwerten. Ich dachte damals, na ja, das ist halt deine Schokoladenseite. Dabei hätte ich mich mit dem Gehirnjogging auch was die linke Seite betrifft verbessern können.“

Demnächst wird es also für die Löwen-Spieler ernst. Drei Monate lang werden sie einmal pro Woche von Winkler eine Stunde zur Life Kinetik gebeten. „Wobei die Übungen von mal zu mal schwieriger werden“, sagt der 43-Jährige. „Und die Spieler werden von Horst Lutz auch regelmäßig bewertet. Es gibt Noten von eins bis sechs – wie in der Schule.“ Und Winkler ist von einem überzeugt: „Wenn ich mir in ein paar Monaten ein Spiel anschaue, dann kann ich auf Grund der einzelnen Leistungen genau sagen, bei welchem Spieler sich das Gehirnjogging vorteilhaft ausgewirkt hat.“

Claudius Mayer

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