„Entspannt ist es erst, wenn Du entlassen bist“

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Miki Stevic.

München - Es war sein erstes Trainingslager als Sportdirektor des TSV 1860. Und das Markenzeichen von Miki Stevic während der elf Tage in St. Johann war: Handy am Ohr.

 So quirlig wie er einst als Fußballer auftrat, ist der 39-Jährige jetzt auch in seiner neuen Funktion. „Ausruhen kannst du dich, wenn du tot bist“, lautet seine Maxime. Die tz sprach mit einem sehr lebendigen Stevic.

Was hat Sie im Trainingslager am meisten gefreut? Dass die Verpflichtung von Lovin über die Bühne gegangen ist?

Miki Stevic: Ach, das war Zufall. Es hätte auch erst ein paar Tage später passieren können. Für uns war es ein Glücksfall, dass Florin Probleme mit seinem Präsidenten bei Steaua Bukarest hatte und wir das nutzen konnten. Aber was mir ansonsten gefallen hat, ist die Tatsache, dass die Mannschaft Fußball spielen will. Das sieht man deutlich.

Sie hatten es bei Ihrem Einstieg vor fünfeinhalb Monaten nicht einfach, wurden nicht von allen im Verein jubelnd empfangen. Können Sie jetzt entspannter arbeiten?

Stevic: In diesem Job gibt es keine entspannte Phase. Erst, wenn du entlassen bist. Natürlich war es ganz am Anfang eine heiße Zeit für mich. Aber mir hat sie trotzdem Spaß gemacht. Auch wenn eine giftige Atmosphäre mir gegenüber aufgebaut wurde und die Pfeile aus allen Richtungen auf mich geschossen wurden.

Miki Stevic beim Löwen-Training

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Welches Ziel geben Sie für die neue Saison aus? Den Aufstieg?

Stevic: Unser Ziel ist, jedes Spiel zu gewinnen. Das wird nicht klappen. Aber nach den schlechten Jahren zuletzt wollen wir unsere treuen Fans wieder glücklich machen. Ein Verein wie 1860 gehört einfach in die erste Liga. Und die Pflicht von jedem von uns ist es, alles zu tun, um dieses Ziel zu realisieren.

Bei diesem Unternehmen soll der französische Stürmer Nicolas Fauvergue euch helfen. Wann können Sie die Verpflichtung vermelden?

Stevic: Das weiß ich noch nicht. Fauvergue hat uns gesagt, dass er gerne zu 1860 kommen will. Wir versuchen jetzt, ihn vom OSC Lille auszuleihen. Auch wenn er letzte Saison nicht so viele Tore geschossen hat, der Junge kann was. Er spielt bei einem französischen Topverein und hat es in der Liga dort mit absoluten Tieren in den gegnerischen Abwehrreihen zu tun.

Löwen intern - hinter den Kulissen des TSV 1860

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Im Kader des TSV 1860 stehen wieder viele Talente wie Kaiser, Camdal, Mlapa oder auch Ignjovski. Was kann man von ihnen erwarten?

Stevic: Keiner von denen ist dabei, weil er einen guten Haarschnitt hat, sondern weil er es sich verdient hat. Und sie haben schon bewiesen, dass man mit ihnen rechnen kann. Mir bereiten sie alle große Freude bisher.

Interview: Claudius Mayer

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