Kiraly: „Ich mache alles mit Gefühl“

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Elfer-Killer Gabor Kiraly.

München - Was für eine Erleichterung, welche Freude! Ringsum explodierte das Stadion (auch wenn nur 17 000 Fans gekommen waren) – und ER grinste sich einen.

Ganz entspannt, als hätte er beim Semmelnholen eine Nussschnecke gratis bekommen. Die Ruhe bei den Löwen hat elf Buchstaben: G-a-b-o-r K-i-r-á-l-y. Der Ungar war wie schon in der ersten Pokalrunde beim 1:0 in Paderborn der Garant fürs Weiterkommen. Von der Glanztat gegen Cicero in der Anfangsphase bis zum gehaltenen Elfmeter gegen Kacar – deutlicher kann man seinen Status als Nummer 1 nicht untermauern.

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„Worte können lügen, Taten nicht“, heißt ein kluger Satz, den 1860-Manager Miki Stevic gerne zitiert. Und so hält’s auch Király. Auf dem Platz kraftvoll wie ein Löwe, wenn’s sein muss auch mal laut – außerhalb: ein Teddybär. „Jeder hat seine Aufgabe für den Sieg erledigt, auch ich. Am Ende fehlte beiden Mannschaften die Kraft“, fasste der Keeper die Partie sachlich-nüchtern zusammen. Der gehaltene Elfmeter? „Das war Gefühlssache. Ich mache alles im Leben mit und nach Gefühl. Und heute bei dem Elfmeter hatte ich ein gutes Gefühl.“ So isser, der Gabor.

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Und trotzdem gönnt er sich einen kleinen Tick: seinen Aberglauben. Die graue Schlabberhose ist europaweit bekannt, gestern erfuhren die Reporter von einem zweiten Talisman. Einem schwarzen Basketballshirt, das Király seit 13 Jahren stets unter seinem Torwartsweater trägt. Einen weiteren Erfolgsfaktor lieferte Sechzigs Torwart-Urgestein Michael Hofmann – im Scherz: „Gabors Geheimnis sind seine guten Kollegen…“ Bei allem Spaß, den das Weiterkommen mit sich brachte. Das tägliche Brot der Löwen ist die Liga. „Da müssen wir diese Leistung genauso bringen“, mahnt Király. „Es bringt nichts, wenn wir einmal gut spielen, und danach wieder ohne Biss auftreten.“

Torben Hoffmann stößt ins gleiche Horn: „Ich hoffe, dass wir jetzt mal aufhören mit der Achterbahnfahrt. Diese Mentalität müssen wir Woche für Woche zeigen. Jeder muss begreifen, dass ein bisschen Fußballspielen in der zweiten Liga nicht reicht. Damit kommst du nicht weiter.“ Am Sonntag gegen Aufsteiger SC Paderborn stehen die Löwen wieder auf dem Prüfstand. Leichter wird‘s sicher nicht. Királys Schlusswort: „Wir müssen jetzt mindestens zehn Spiele so funktionieren wie gegen Hertha.“ Kein Widerspruch.

Ludwig Krammer

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