Kiraly: Der Löwe mit dem Tiger-Tick

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Gabor Kiraly mit seinem Glücksbringer, ein kleines Amulett.

München . Man kennt ja die alte Geschichte von Torhütern und Linksaußen. Bisschen plemplem und so weiter. Bei den Löwen galt diesbezüglich bisher Michael Hofmann als Paradebeispiel.

 Seit der Statistikfreak auf die Frage nach seiner Lieblingslektüre einst mit „DFL-Lexikon“ antwortete, hatte er sein Image weg. Das er auch gerne bediente. Als wandelnde Datenbank ist der Keeper bis heute unangefochten. Als Freak hat er dafür nun ernsthafte Konkurrenz bekommen. In Person von Gabor Király.

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Vom Ex-Hertha-Keeper war bisher – mal abgesehen von seiner Schlabberhose und seinem Fußballprofi-untypischen Auto, einem Mini – nicht viel Auffälliges bekannt. Seit Donnerstag ist das anders… Auf die Frage nach seinen Glücksbringern gab Király nach und nach tiefe Einblicke in sein privates Lebensumfeld. Und das ist, ums vorwegzunehmen, ziemlich getigert. Aber der Reihe nach: Unter seinem Torwart-Sweater trägt Király stets ein schwarzes Basketballshirt mit seiner Glücksnummer 13, und darunter ein T-Shirt mit einem Tigerkopf. „Der Tiger“, sagt Gabor, „ist schon seit Kindertagen mein Lieblingstier. Die Kraft und die Eleganz faszinieren mich. Ich bin verrückt nach Tigern. In unserer Wohnung habe ich sogar einen ausgestopften Tiger stehen.“

Entwarnung, liebe Tierschützer! Király ist kein Großwildjäger. „Unser Exemplar ist ein kleiner Tiger, der gestorben ist. Ich habe ihn aus einem Heim bekommen.“ Und damit nicht genug: „Meine Frau hat neulich erst einen Tiger-Teppich gekauft – keinen echten, natürlich. Und wir haben auch Tigertapeten, Tiger-Bettwäche, Tiger-Hausschuhe und Tiger-Autositzbezüge zu Hause.“ Schade eigentlich, dass Király die sich aufdrängende Unterwäsche-Frage nicht beantworten wollte… Dafür enthüllte er einen weiteren Glücksbringer: ein Madonnen-Amulett, das er im Training und beim Aufwärmen vor den Spielen um den Hals trägt.

Bilder und Noten aus dem Hertha-Spiel

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Die aktuelle Geschichte dazu: „Vor dem Spiel gegen Hertha ist mir die Kette gerissen, das Amulett war weg. Kurz vor dem Anpfiff hat es unser Torwarttrainer Jürgen Wittmann gefunden. Kein Scherz: Es lag genau auf dem Elfmeterpunkt vor der Nordkurve.“ Auf dem Punkt also, von dem aus sich zwei Stunden später das Schicksal der Löwen gegen Hertha entscheiden sollte. Wer will da nicht an höhere Mächte glauben?

Gegen Paderborn am Sonntag sollten auch irdische Mittel reichen. „Wenn wir mit der gleichen Einstellung ins Spiel gehen wie gegen Hertha, dann werden wir gewinnen“, sagt Torben Hoffmann. Und Király ergänzt: „Wir müssen unsere Stärken zeigen. Paderborn hat eine gute Mannschaft, aber sie wissen auch um unsere Qualität.“ Vor allem um die des Keepers. Schließlich war Király auch beim 1:0-Pokalsieg in Paderborn der überragende Mann. Stark wie ein Tiger, wie’s im Wiesn-Hit von Donikkl so schön heißt.

Ludwig Krammer

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