Lienen verschärft Gangart - Aggressiv gegen Hertha

München - Mit einer Wutrede hat Ewald Lienen den TSV 1860 München auf den spannenden Krisen-Gipfel im DFB-Pokal gegen den angeknockten Fußball-Bundesligisten Hertha BSC eingestimmt.

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Der impulsive Trainer kündigte als Konsequenz aus der Punktspiel-Pleite in Aachen eine härtere Gangart gegenüber seinen Profis an, die einige schon am Mittwochabend (19.00 Uhr/Sky) in der Allianz Arena zu spüren bekommen sollen. "Wir werden nicht akzeptieren, dass irgendjemand auf 60 Prozent und drei Zylindern rumtuckert und dann sagt, ich kann nicht mehr", zürnte Lienen am Dienstag.

Pokal-Sensationen - reiht sich 1860 gegen Hertha ein?

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"Wir sind hier nicht im Bio-Reservat, wir sind bei 1860", ergänzte der Coach. Gegen Hertha erwartet er eine Reaktion der Mannschaft, insbesondere in der Einstellung zum beurf: "Jeder muss ein Mindestmaß an Aggressivität mitbringen." Lienen ist mit seiner Geduld am Ende und kündigte auch Änderungen beim Personal an, allerdings ohne Namen zu nennen. "Wir haben einigen Spielern genug Anlaufzeit gegeben. Es wird die eine oder andere Änderung geben."

Sieben Punkte aus sechs Spielen und Platz 13 sind auch für den Trainer selbst kein gutes Zeugnis, immerhin war der "Aufstieg 2010" vom Verein als Ziel ausgerufen worden. Seine eigene Position sieht der 55-Jährige aber nicht gefährdet: "Ich muss mich nicht schützen. Ich muss den Club schützen. Ich habe ein breites Kreuz."

Gabor Kiraly: "Das wird ein besonderes Spiel.“

Ewald Lienen bedankt sich bei den Löwenfans, die ihm weiter die Stange halten. Gegen Hertha BSC soll nun die Reaktion der Mannschaft folgen.

Torhüter Gabor Kiraly muss nicht um seinen Platz im Team bangen und freut sich auf das Pokal-Duell gegen seinen Ex-Club: "Das wird ein besonderes Spiel. Ich hatte sieben sensationelle Jahre in Berlin, habe Hertha viel zu verdanken." Mit Freundschaftsdiensten können die Ex-Kollegen aber nicht rechnen. "In der Partie sind alle Beziehungen vergessen. Für uns ist das Spiel ein Meilenstein, da sind alle topmotiviert. Wir wollen eine Runde weiter", sagte Kiraly.

Ein überraschender Vorstoß ins Pokal-Achtelfinale könnte bei den "Löwen" nicht nur die angespannte sportliche Situation beruhigen, er würde zugleich viel Geld in die Vereinskasse spülen. Knapp 500 000 Euro gibt es vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der nächsten Runde. Dass die Hertha extrem angeschlagen und verunsichert in die Münchner Arena kommt, ist für Lienen zweitrangig: "Das ist alles uninteressant für uns." Auch Kiraly meinte: "Davon lassen wir uns nicht täuschen."

Hertha ebenfalls unter Druck

Die Hertha und ihr Chefcoach Lucien Favre brauchen ein Erfolgserlebnis noch dringender als die "Löwen" und ihr Dompteur Lienen. "In unserer Situation ist jedes Spiel gefährlich", warnte Favre und forderte: "Wir müssen mehr arbeiten, mehr kämpfen, uns mehr konzentrieren. Wir können viel besser spielen."

Nach fünf Punktspiel-Niederlagen in Serie wird für den Schweizer die Luft immer dünner. Schon ist von einem Ultimatum für Favre die Rede, zur Länderspiel-Pause Anfang Oktober soll die Gnadenfrist ablaufen. Der 51-Jährige wirkt angeschlagen, versichert aber: "Wir können das schaffen." Spekulationen um einen baldigen Rauswurf des Trainers blockte Manager Michael Preetz immerhin noch ab: "Wir führen keine Trainerdiskussion."

Von Joscha Thieringer und Christian Hollmann, dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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