Löwen-Pleite: Jetzt geht es gegen den Abstieg!

So fiel das 0:1: Kouemaha darf einköpfen, Mate Ghvinianidze lässt ihn gewähren.
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So fiel das 0:1: Kouemaha darf einköpfen, Mate Ghvinianidze lässt ihn gewähren.

Duisburg - Manfred Stoffers hatte den Mund ganz schön voll genommen.

„In der nach oben offenen Chili-Skala werden wir sicher Stufe 12 erreichen, das wird extrem scharf heute“, versprach der 1860-Geschäftsführer kurz vor 14 Uhr am Premiere-Mikrofon. Ob sich der ausgewiesene PR-Experte („Ich hab’ vom Fußball keine Ahnung“) zwei Stunden später auf die Zunge biss?

1:4 (0:2) hieß es am Ende dieses eisigen Sonntagnachmittags aus Löwen-Sicht. Eine deftige – und überaus verdiente – Niederlage. Auf der nach unten offenen Kraut&Rüben-Skala sind die Löwen weiterhin gut dabei. Und während sich die Profis des MSV Duisburg nun über zwei freie Karnevalstage freuen dürfen, wird rund ums Löwenstüberl wieder die T-Frage gestellt werden. Ist Marco Kurz, der „kühle Analytiker“ (Prädikat Stoffers) noch der Richtige für die aufbruchswilligen Löwen?

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„Man kann von einem schlechten Tag sprechen, aber auch von einer sehr guten Duisburger Mannschaft“, bilanzierte der 1860-Coach. „Es war eine verdiente Niederlage. Man hat gesehen, dass der MSV in einigen Bereichen eine höhere Qualität hat als wir. Wir haben sie in der ersten Halbzeit ins Spiel kommen lassen, danach haben sie sich immer weiter gesteigert.“ Ganz im Gegensatz zu den Löwen.

Nach dem Achtungserfolg in Mainz (2:2 nach 0:2) und dem passablen Auftritt gegen grottenschlechte Ahlener (2:1) am vergangenen Sonntag war nun wieder Normalform angesagt – ohne Biss in den Zweikämpfen, ohne Zug zum Tor. Startelf-Debütant Marvin Pourie war mit einigen gelungenen Aktionen noch der Einäugige unter Blinden.

„Wir haben viel Platz gehabt, konnten vorne in Ruhe den freien Mann suchen“, resümierte Duisburgs Offensivmann Christian Tiffert. Ein Satz wie ein Keulenschlag für jeden Löwen.

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Tiffert war es auch, der mit zwei Torvorbereitungen entscheidend zum 1860-Untergang in der MSV-Arena beigetragen hatte. Seine Flanke von rechts in der 7. Minute köpfte Kouemaha am kurzen Pfosten unbehelligt von Ghvinianidze zum 0:1 ein, in der 70. Minute war es Makiadi vorbehalten, eine Tiffert-Flanke volley am langen Pfosten zum 0:3 zu vollenden. Ganz schlecht sahen die Löwen auch beim 0:2 (35.) aus. Weit aufgerückt, leichter Ballverlust, Pass von der Mittellinie auf Heller, Querpass auf Kouemaha, drin. Ausgekontert im fremden Stadion. Die Höchststrafe.

Dass die mitgereisten Fans kurzzeitig sogar ein paar Glückshormone begrüßen durften, hatten sie Manuel Schäffler zu vedanken. In der 71. Minute für Stefan Aigner eingewechselt, wuchtete der Angreifer schon eine Minute später einen astreinen Drehschuss aus elf Metern zum 1:3 in die Maschen. Hoffnung? Von wegen! Vier Minuten später machte Kouemaha auf Pass von Tararache Berhalter nass und seinen Dreierpack perfekt. Das war’s.

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Bitter für die Löwen: Abwehrchef Ghvinianidze musste bereits nach 19 Minuten mit einer Knöchelverletzung runter, Kapitän Bierofka hielt mit seiner Oberschenkelprellung aus dem Ahlen-Spiel nur 28 Minuten durch. Ob’s für einen Einsatz beim Heimspiel gegen St. Pauli am Sonntag reicht?

Sechs Punkte beträgt der Abstand auf Relegationsrang 16. Fraglich, ob die Aussicht auf einen spannenden Abstiegskampf mehr Zuschauer nach Fröttmaning lockt als zuletzt…

tat, lk

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Quelle: tz

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