Uwe Wolf sieht sich nicht als Übergangslösung

„Löwen-Trainer bis zur Rente“

Trainer Uwe Wolf will drei Punkte gegen St. Pauli.
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Trainer Uwe Wolf will drei Punkte gegen St. Pauli.

Toppmöller? Doll? Veh? Lienen? Lauter Namen, die Uwe Wolf nicht im Geringsten Kopfschmerzen bereiten. Der Pfälzer will dafür sorgen, dass man bei 1860 schon bald die Suche nach einem Cheftrainer aufgibt.

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Und er, der jetzige Interimstrainer, oder, wie Wolf sich selbst bezeichnet: „Immer-noch-Co-Trainer“ zum Chef ernannt wird. Das ist weniger ein Wunsch, sondern fester Glaube. „Für mich gibt’s keine Diskussionen, wer hier neuer Cheftrainer wird“, sagt der 41-Jährige mit einem Selbstbewusstsein, wie man es bei einem Trainer des TSV 1860 schon lange nicht mehr erlebt hat.

„Die Mannschaft wird dafür sorgen, dass es keine Diskussionen geben wird“, fügte Wolf gestern hinzu und legte noch einen drauf, als er in Richtung der Journalisten feststellte: „Ich will diesen Job hier so lange behalten, bis ihr alle in Rente seid!“ Da hat er sich was vorgenommen: Einige der Presseleute waren schlappe 15 Jahre jünger als er …

Egal. Wolf hat fest vor, beim TSV 1860 „Uns Uwe“ zu werden, und dafür reicht eine Übergangslösung natürlich nicht aus. Dass er von manchem Löwen-Anhänger noch mit Skepsis beäugt wird, kann Wolf nachvollziehen: „Aber ich will, dass die Fans am Sonntag nach dem Heimspiel gegen St. Pauli aus dem Stadion gehen und sagen: ,Mensch, was für ein geiles Spiel. Das hätten wir dem blinden Wolf gar nicht zugetraut …‘“

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Vor dem Spiel gegen St. Pauli hat Uwe Wolf die Mannschaft gehörig umgekrempelt - und auch in der Pressekonferenz hebt er sich durch markige Sprüche deutlich von Marco Kurz ab.

Und auch wenn er betont, dass Marco Kurz „immer mein Freund bleiben wird“, etliche Rituale und Gepflogenheiten, die unter seinem Vorgänger fester Bestandteil waren, wird’s nicht mehr geben. Zum Beispiel den Spielerkreis nach dem Schlusspfiff, als sich die Mannschaft in den letzten beiden Jahren samt Betreuerteam auch nach deftigen Niederlagen Arm in Arm als geschworene Gemeinschaft präsentieren sollte. „Das machen wir nicht mehr“, sagte Wolf, „aber natürlich werden wir nach wie vor in die Kurve laufen und uns bei den Fans bedanken.“ Dass sich außerdem am Abend vor jedem Spiel jeder Spieler künftig noch ein Bier zusammen mit dem Trainer an der Hotelbar genehmigen kann, hatte Wolf bereits am Mittwoch verraten. Am Freitag fügte er hinzu, dass das allerdings „kein Muss ist. Ich werde keinen zwingen, Bier zu trinken.“

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Sätze, die Marco Kurz nie über die Lippen gekommen wären. Und aus Respekt vor Kurz wird Wolf („Mir wäre lieber gewesen, ich wäre sein Nachfolger geworden, weil ihn Schalke abgeworben hat“) auch weiter seine Jacke mit der Beschriftung „CO“ tragen: „Das ändere ich erst, wenn ich zum Cheftrainer ernannt worden bin.“ Und dann will er angreifen: „Mein Ziel ist klar: Ich will Erstligatrainer beim TSV 1860 sein.“

Claudius Mayer

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Quelle: tz

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