Aachen-Stürmer trifft doppelt gegen viel zu passive Löwen

Auer, Auer, das tut weh!

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Bedient: Die 1860-Spieler nach Abpfiff

Aachen - Katerstimmung statt Feierlaune bei den Löwen zum Oktoberfest-Start: Der TSV 1860 München ist bei Alemannia Aachen unter die Räder gekommen.

Fassungslos, den Blick zu Boden gerichtet, stand 1860-Trainer Ewald Lienen am Spielfeldrand im Tivoli-Stadion. Vor drei Minuten hatte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die Partie seiner Löwen bei Alemannia Aachen abgepfiffen. Und Lienen schüttelte noch immer den Kopf.

Nicht über Steinhaus, versteht sich. Dieses Mal galt das Unverständnis des Coaches allein seiner Mannschaft. Wie harmlos, und blutleer sich die Löwen in Aachen präsentiert hatten, das musste auch die wohlwollendsten blauen Beobachter erschrecken. Die keineswegs überragende Alemannia siegte durch zwei Tore von Benjamin Auer hochverdient mit 2:0 (1:0). Auer, Auer, das tut weh!

Bilder & Einzelkritik: Nur einmal Note 2

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„Wir müssen unser eigenes Spiel durchsetzen und versuchen, den Gegner daran zu hindern, in die gefährlichen Räume zu spielen“ – so hatte Lienen am Freitag vor dem Spiel doziert. Im Nachhinein klingt’s geradezu ironisch. Denn weder von Spielaufbau, noch von aktivem Wiederstand konnte am Sonntag ersthaft die Rede sein.

Der Ex-Aachener Sascha Rösler, der als Lovin-Ersatz agieren durfte, fasste die Nicht-Leistung treffend zusammen: „Wir wollten in der Tabelle Tuchfühlung nach oben aufnehmen, aber wir waren defensiv nicht kompakt und haben zu viele Flanken zugelassen. In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht mehr geschafft, uns Chancen herauszuspielen. Das ist sehr enttäuschend.“

Welcher Promi welchen Verein unterstützt

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So ist es. Und das Schlimmste: Man weiß gar nicht, woran es am meisten hapert bei den runderneuerten Löwen. Keine Ideen im Mittelfeld, indisponierte Außenverteidiger, Angreifer, die keinen Ball halten können und ein Zweikampfverhalten, das keinem wehtut. Das erinnert alles fatal an die Vorsaison, als Trainer Marco Kurz für vieles verantwortlich gemacht wurde. Der Kurz, der jetzt mit dem 1. FC Kaiserslautern ganz oben mitspielt.

Aber zurück zu den Löwen. Wie schon gegen Fürth probierte es Lienen auch in Aachen mit der Variante Cooper auf links, Lauth als Spitze und Ludwig zentral dahinter. Der Erfolg stellte sich nicht ein. Eine Chance in der ersten Halbzeit, als Lauth eine Rukavina-Flanke nicht erwischte, und eine Gelegenheit im zweiten Durchgang, als Cooper nur den rechten Außenpfosten traf – das war’s offensiv. Dafür tat sich defensiv umso mehr. Die aggressiven Aachener konnten fast nach Belieben über die Flügel marschieren, Kratz, Auer und Müller hätten schon früh für Zählbares sorgen müssen.

Doch es dauerte bis zur 44. Minute, ehe es zum ersten Mal rappelte in der blauen Kiste. Junglas durfte unbehelligt von rechts flanken, am Elferpunkt wurde Auer nicht von Ghvinianidze am Torschuss gehindert – 1:0. Und nach der Pause wurde es noch schlimmer für die bemitleidenswerterweise mitgereisten Löwenfans. Statt die immer müder werdenden Aachener zu Fehlern zu zwingen und konsequent den Weg zum Tor zu suchen, probierten es die Sechziger meist mit der Masche hoch und weit. Das ganze mit sehr dosiertem Einsatz.

Auch die Einwechslungen von Camdal, Djokaj und Mlapa brachten nichts, zum Highlight geriet die 90. Minute, als sich Ghvinianidze und der ansonsten wachsame Felhi vor Auers 0:2 mädchenhaft anstellten. Schlusswort von Manager Miki Stevic: „So eine Vorstellung kann sich die Vereinsführung nicht gefallen lassen.“ Auf die Konsequenzen darf man gespannt sein.

Claudius Mayer, Ludwig Krammer

Tabelle

1 1. FC Union Berlin 6 4 2 0 12:6 6 14
2 1. FC Kaiserslautern 6 4 2 0 10:4 6 14
3 FC St. Pauli 6 4 1 1 17:7 10 13
4 Arminia Bielefeld 6 4 0 2 15:8 7 12
5 Fortuna Düsseldorf 6 3 1 2 9:6 3 10
6 Karlsruher SC 6 3 1 2 10:10 0 10
7 Rot-Weiß Oberhausen 6 3 1 2 7:9 -2 10
8 SpVgg Greuther Fürth 6 3 0 3 15:10 5 9
9 FC Augsburg 6 2 3 1 12:10 2 9
10 SC Paderborn 07 6 2 2 2 11:9 2 8
11 Alemannia Aachen 6 2 2 2 7:8 -1 8
12 MSV Duisburg 6 2 2 2 10:12 -2 8
13 TSV 1860 München 6 2 1 3 7:8 -1 7
14 Energie Cottbus 6 2 1 3 11:15 -4 7
15 Hansa Rostock 6 2 0 4 7:13 -6 6
16 TuS Koblenz 6 1 1 4 5:10 -5 4
17 Rot Weiss Ahlen 6 0 1 5 2:11 -9 1
18 FSV Frankfurt 6 0 1 5 3:14 -11 1

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