TSV-1860-München-Geschäftsführer Günther Gorenzel nimmt den DFB in die Pflicht

Chaos in der 3. Liga - Uneinigkeit über Saisonfortsetzung

Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel: “Wir erwarten nun zeitnah eine Entscheidung des DFB-Präsidiums, wann die Dritte Liga fortgesetzt werden kann“
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Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel: “Wir erwarten nun zeitnah eine Entscheidung des DFB-Präsidiums, wann die Dritte Liga fortgesetzt werden kann“

1. und 2. Bundesliga starten am 16. Mai - in der 3. Liga herrscht noch massive Uneinigkeit, besonders unter den Vereinen wird rege diskutiert.

München - Am vergangenen Mittwoch wurde den der DFL unterstellten Profi-Ligen durch die Bundesregierung grünes Licht für die Wiederaufnahme der Punktspielrunde erteilt. Bereits ab dem 15. Mai soll der Ball in Deutschlands höchsten Spielklassen wieder rollen und so die laufende Saison regelkonform vor dem30. Juni beendet werden. Voraussetzung dafür ist natürlich das vorgelegte Hygienekonzept, an das sich alle Vereine und Spieler zu halten haben.

Die Zukunft der 3. Liga steht in den Sternen

Wie es hingegen mit der 3. Liga aussieht, steht noch in den Sternen. Ob die Saison fortgesetzt werden kann, geschweige denn bis zum angedachten30. Juni ordentlich beendet werden wird, weiß derzeit noch niemand. „Wir erwarten nun zeitnah eine Entscheidung des DFB-Präsidiums, wann die Dritte Liga fortgesetzt werden kann“, ließ Günther Gorenzel, Geschäftsführer des TSV 1860 München, in Form einer Presseerklärung verlauten. Denn auch die Verein der 3. Liga wünschen sich Planungssicherheit. Ein Signal vonseiten des DFB, der für den Spielbetrieb in der 3. Liga verantwortlich ist, könnte bereits am heutigen Donnerstag erfolgen, wenn derDFB-Ausschuss tagt. Sollte die Saison bis zum 23. Mai wieder starten, könnte sie mit englischen Wochen bis zum28. Juni noch rechtzeitig beendet werden. „Ich bin guter Dinge“, sagte der DFB Vize-Präsident Rainer Koch am Mittwochabend im „BR“. “Wir haben uns heute Nachmittag an Sportminister Seehofer und Herrn Spahn gewandt und darum gebeten, dass jetzt auch die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga starten sollten“, so Koch weiter.

Die Vereine der 3. Liga sind sich uneinig über die Zukunft der Saison

Die Gemengelage in der 3. Liga ist allerdings nach wie vor heikel. Im April, als ein allgemeines Meinungsbild zur Saisonfortsetzung in Deutschlands dritthöchster Spielklasse erhoben wurde, ergab sich eine Mehrheit von 10:8 (Zwei der 20 Vereine enthielten sich) Stimmen für eine Saisonfortsetzung. Von einer einstimmigen Entscheidung war man allerdings weit entfernt. 

Die Vereine aus dem Tabellenkeller sind eher für einen Saisonabbruch

Viele Vereine aus dem Tabellenkeller stimmten für den Abbruch der noch laufenden Saison 19/20 und haben auch weiterhin große Probleme mit einer möglichen Fortsetzung der Spielzeit. Das weit abgeschlagene TabellenschlusslichtCarl-Zeiss Jena beruft sich auf die städtische Sperrung sämtlicher Sportanlagen bis zum 25. Mai. Um trainieren zu können bräuchten die Blau-Gelben eine Sondergenehmigung. Auch beim Halleschen FC und demFC Magdeburg gestaltet sich die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zunächst einmal schwierig. Aufgrund der Eindämmungsverfügung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haselhoff sind sportliche Wettbewerbe aller Art bis zum27. Mai verboten. 

Das VerhaltenSachsen-Anhalts stößt bei der Konkurrenz auf Unmut: „Schwierig wird es, wenn man die regionalen Unterschiede sieht. Es gibt ein Bundesland mit Sachsen-Anhalt, in dem der Sportminister das anders sieht, wo der Klassenerhalt politisch gesichert werden soll.“, zitierte „Bild.de“ Robert Marien, Vorstands-Chef von Hansa Rostock. Ein Ende der 3. Liga vor dem 30. Juni wird so immer unwahrscheinlicher. Sollte die Liga nicht vor Juli beendet werden können, würde durch auslaufende Spielerverträge neuer vertragsrechtlicher Regelungsbedarf entstehen.

Liga-Neustart stellt den SC Preußen Münster und den Halleschen FC vor Probleme

Doch auch ohne stillgelegten Sportbetrieb hätten einige Vereine finanzielle und logistische Probleme damit, den Liga-Neustart voranzutreiben. Der SC Preußen Münster und der Hallesche FC können das umfangreiche Hygienekonzept in ihren eigenen Stadien nicht bewerkstelligen und sehen sich so erneut vor eine schwierige Aufgabe und neue Unkosten gestellt.

Die Corona-Krise trifft die 3. Liga finanziell am härtesten

Finanziell trifft die Corona-Krise die Drittligisten wohl ohnehin am härtesten. Mit „nur“ 1,28 Millionen aus dem TV-Topf ist die 3. Liga stärker auf die Zuschauereinnahmen angewiesen als die Vereine der 1.- und 2. Bundesliga. Die 7,5 Millionen Euro der DFL für die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga waren wichtig für viele Drittligisten. Dass der DFB der gebeutelten Dritten Liga in dieser Schieflage nicht finanziell unter die Arme greift, kritisiert Bayerns EhrenpräsidentUli Hoeneß scharf: “..dann sollte der DFB mal eines seiner Silos anzapfen und der Dritten Liga die Einnahmen aus ein oder zwei Länderspielen in dieser schwierigen Zeit zugute kommen lassen - dann wäre der Dritten Liga sehr geholfen und derDFB wäre kein Stück ärmer”, vermeldete dieblaue24.

Abbruch-Alibis der Vereine aus dem Tabellenkeller, oder ernsthafte Hindernisse? Fest steht: Ein rechtzeitiger Abschluss der 3. Bundesliga bei elf noch ausstehenden Spieltagen ist so scheinbar unmöglich geworden.

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