Bescherte 1. FC Heidenheim Rekordablöse

Ex-Löwe Robert Glatzel: „Ich will immer ein Stück weiter nach oben“

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Robert Glatzel traf dreifach für den 1. FC Heidenheim im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München. In Zukunft stürmt er für Cardiff City in der Championship.

Der bisheriger Höhepunkt im Fußballer-Leben des Robert Glatzel, ganz klar, war ein Auftritt in der Allianz Arena im April.

München– Beim Pokalspiel mit Heidenheim gegen den FC Bayern gelangen dem gebürtigen Münchner drei Tore (Endstand 5:4 für die Bayern). Nun hat sich der 25-Jährige Cardiff City angeschlossen, die Waliser zahlten für den 1,92 Meter großen Angreifer angeblich sechs Millionen Euro Ablöse an den 1. FC Heidenheim.

Herr Glatzel, im April gelangen Ihnen im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern drei Treffer für Heidenheim in der Allianz Arena. Wie wichtig war dieses Spiel für Sie persönlich und Ihre Laufbahn?

Bis jetzt und wahrscheinlich auch in der Zukunft wird es das schönste und wichtigste Spiel in meiner Karriere bleiben. Es war in meiner Heimatstadt und somit einmalig. Ich bin sicher, dass Vereine nicht nur wegen dieses einen Spiels Interesse an mir gezeigt haben, aber die Aufmerksamkeit war natürlich viel höher.

Haben Sie trotz der Niederlage nach dem Spiel mit Freunden und Familie gefeiert?

Direkt danach waren wir kurz geknickt. Am nächsten Tag waren wir dann stolz auf das, was wir erreicht haben. Meine Freunde und Familie waren natürlich überglücklich und nicht eine Sekunde traurig. Sie haben sich gefreut, dass ich so ein gutes Spiel gemacht habe.

Vor Ihrem jetzigen Wechsel nach Wales waren Sie zwei Jahre beim 1. FC Heidenheim – und starteten letzte Saison richtig durch. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Es war eine schöne Zeit und ich bin dankbar. Das erste Jahr war ein bisschen holprig. Im zweiten Jahr haben wir als Mannschaft und ich persönlich einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich wollte mich dort durchsetzen und Stammspieler werden. Das habe ich geschafft. Ich setze mir ständig neue Ziele und möchte so hoch wie möglich spielen. Ich konnte mir zwar vorstellen, in Heidenheim länger zu bleiben, aber ich will auch das Maximum aus meiner Karriere herausholen.

Sie sind jetzt mehr als eine Woche in Cardiff. Wie waren die ersten Tage in der neuen Umgebung?

Es ist alles neu und ich muss mich erst einmal daran gewöhnen. Die Stadt finde ich bisher sehr schön. Es ist natürlich größer als Heidenheim. Der Verein hat finanziell auch bessere Möglichkeiten. Das ganze Drumherum ist größer und professioneller, das sieht man am Trainingsgelände, an den Plätzen und dem ganzen Betreuerstab. Mir wurde vom Verein und meinen Kollegen überall Hilfe angeboten. Am vergangenen Wochenende hatten wir das erste Spiel. Ich durfte wegen meiner Roten Karte aus dem letzten Spiel gegen den FC Ingolstadt noch nicht spielen. Trotzdem habe ich bereits gemerkt, dass es mehr zur Sache geht. Mir fehlt noch etwas die Spielpraxis, aber ich bin bereit für das Spiel gegen Luton City am Wochenende.

Haben Sie sich vor Ihrem Wechsel mit Kollegen ausgetauscht?

Ich habe mit Moritz Leitner (Norwich City, ausgebildet beim TSV 1860, Anm. d. Red.) länger telefoniert. Wir waren in der gleichen Schulklasse. Er hat gesagt, es gebe Vor- und Nachteile und es sei nicht alles perfekt. Aber es wäre auf jeden Fall ein größerer Schritt nach oben als die 2. Bundesliga.

Hatten Sie andere Angebote, vielleicht auch aus der Bundesliga?

Aus England hatte ich noch einige andere Anfragen. Aus der Bundesliga gab es loses Interesse, aber es war nie richtig konkret. Sonst hätte ich vielleicht auch das gemacht.

Auf Sie und Ihre Kollegen wartet eine Mammutsaison mit mindestens 46 Liga-Spielen und möglichen Playoff-Partien. Was sind die Ziele?

Als Premier-League-Absteiger möchten wir natürlich oben mitspielen. Wir müssen unter die ersten sechs, damit wir es in die Playoffs schaffen. Im Kader stehen deshalb auch einige Spieler mehr als in Deutschland.

In der Football League Championship gibt es einige Teams mit klangvollen Namen. Auf welche Partien freuen Sie sich besonders?

Auf den FC Fulham in London, Leeds und natürlich auf das Derby gegen Swansea. Ich habe schon von meinen Mitspielern gehört, dass uns eine einzigartige Stimmung erwartet.

Ihr Werdegang ist nicht der klassische Weg eines Profis. Sie mussten 2013 in Heimstetten sogar ein Spiel in der Bezirksliga machen. Im Großraum München gibt es einige Spieler, die sich durch die Bayern- oder Regionalliga für einen Profi-Vertrag empfehlen wollen. Sehen Sie sich als Vorbild?

Als Vorbild würde ich mich nicht bezeichnen, aber wenn ich als Beispiel diene und damit zeigen kann, dass alles möglich ist und ein Spieler nicht lange im NLZ (Nachwuchsleistungszentrum, Anm. d. Red.) gespielt haben muss, dann freue ich mich natürlich. Meine Karriere zeigt, dass der Weg möglich ist. Ich kann im Rückblick nicht genau sagen, welcher Verein oder Schritt der richtige war, aber ich habe nie aufgegeben. Ich habe immer hart an mir gearbeitet und an mich geglaubt. Diese drei Dinge waren Gold wert. Wer das durchzieht, kann es auf jeden Fall schaffen und alles ist möglich.

Träumen Sie vom Sprung in die Premier League?

Ich habe Träume und Ziele, ob Premier League oder Bundesliga und will immer noch ein Stück weiter nach oben. Das wird bis zum Ende meiner Karriere so sein.

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