Unerwartetes Geschenk für 60

Rieder soll die Löwen-Abwehr im Online-Modus halten

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FC Augsburg verleiht Verteidiger Rieder an 1860 München.

Tim Rieder wollte laut Saki Stimoniaris „unbedingt“ unter Daniel Bierofka trainieren. Nun verleiht der FC Augsburg den Verteidiger an 1860 München.

München – Das hätte gepasst: Premiere in der Geburtsstadt Dachau – am Tag seines 26. Geburtstages. Jedoch: Der Totopokal gestern Abend kam zu früh für den spät am Montag vom FC Augsburg losgeeisten Tim Rieder. Die Spielgenehmigung für den Last-Minute-Transfer lässt auf sich warten. Das jedoch mindert die Freude der Löwen nicht im Geringsten. „Tim Rieder ist uns mehr oder weniger zugelaufen. Er wollte unbedingt unter Daniel Bierofka spielen“, erklärte Aufsichtsrats-Chef Saki Stimoniaris, der Münchner Sprecher von Financier Hasan Ismaik. Bierofka selbst sieht den vielseitig einsetzbaren Rieder als unverhofftes Geschenk an, wie er nach dessen erstem Training im 1860-Trikot erklärte.

Tim Rieder ist für den TSV 1860 ein großes Zugpferd

Dabei hatte es mehrfach so ausgesehen, als ließe sich Bierofkas Wunschpersonalie nicht realisieren. Gleich zu Beginn der Transferperiode, als die Löwen nicht wussten, wie sie überhaupt einen Neuzugang finanzieren sollen. Zwischendurch, als Rieder reichlich Pluspunkte sammelte bei FCA-Coach Martin Schmidt. „Tim ist immer online“, hatte Schmidt den Darmstadt-Rückkehrer gelobt: „Er hat, seit er da ist, viel gelernt.“ Und auch am Deadline-Wochenende hatten die Löwen nicht mehr viel Hoffnung auf ein Happy End. Die Verhandlungen mit dem FCA liefen zäh – bis zum plötzlichen Entgegenkommen von Stefan Reuter, der zu seiner Zeit als 1860-Manager bekanntlich einen gewissen Bierofka vom VfB Stuttgart zurückgeholt hatte. Sportchef Günther Gorenzel bedankte sich ausdrücklich bei Reuter, Stimoniaris bei Ismaik für seine „ununterbrochene Unterstützung“ – und bei Bierofka, dem „großen Zugpferd“.

Tim Rieder wurde für ein Jahr vom FC Augsburg ausgeliehen

Lange war es bei 1860 still um Stimoniaris gewesen – gestern war es dem MAN-Betriebsratschef dann ein Bedürfnis, eine der mühsamsten Transferperioden des TSV 1860 in ein positives Licht zu rücken. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir diese Phase gemeinsam überstanden haben“, sagte er. Sein Wunsch für die Zukunft: „Ich rufe den Verein zu einer fairen und sachlichen Zusammenarbeit auf. Hasan Ismaik beweist seit Jahren, dass er den Verein nicht hängen lässt.“ Im Gegenzug erwarte er sich, „dass von allen Gremien endlich erkannt wird, dass die erste Fußball-Mannschaft – ohne Wenn und Aber – das Aushängeschild des Clubs ist. Dementsprechend sollten wir uns alle dem sportlichen Erfolg der Löwen unterordnen. Das Vertrauen in die Arbeit von Trainer Daniel Bierofka und seiner Mannschaft ist von unserer Seite grenzenlos.“ Und was die 1860-Abwehr betrifft. Die dürfte mit dem erfahrenen Rieder künftig noch seltener „offline“ sein, um im Bild von FCA-Coach Schmidt zu bleiben. 

ULI KELLNER
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Neu-Löwe mit Bundesliga-Erfahrung: Dieses Duo ist verantwortlich für den Last-Minute-Transfer.

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