Seit der U10 bei den Löwen

Dennis Dressel: Neuer Junior-Chef beim TSV 1860 

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Soll das Spiel der Löwen mitgestalten: Dennis Dressel, hier im Zweikampf mit Prince Owusu.

Beim TSV 1860 ist Dennis Dressel mittlerweile ein wichtiger Spieler. Dem 21-Jährigen ist der Sprung in den Profikader gelungen, ist er bereit für den nächsten?

  • Dennis Dressel (21) ist Stammspieler bei den Löwen.
  • Hermann Hummels hat das Talent des jungen Dachauers früh erkannt.
  • Für TSV-1860-Trainer Michael Köllner ist Dressel besonders wertvoll.

München - Drei Spieler schnappten sich am Ende des Vormittagstrainings die Ballnetze: die Schüler Agbowo (18) und Gresler (16) – und Dennis Dressel, der bereits seine zweite Drittligasaison absolviert. Es spricht für Dressels Charakter, dass er sich auch als Stammspieler nicht zu schade ist, niedere Hilfsdienste zu verrichten. Menschen, die den 21-Jährigen kennen, beschreiben ihn als wohlerzogen, zuverlässig und pünktlich. Typisch deutsche Tugenden, die sich auch auf dem Platz widerspiegeln. Ein Traum für einen Trainer. Ein Traum aber auch für Hermann Hummels.

Dennis Dressel trägt das Löwen-Trikot seit der U10

Hummels, zur Jahrtausendwende als Trainer und später als Jugendkoordinator beim FC Bayern angestellt, erkannte früh, dass es sich beim jungen Dachauer um ein ungeschliffenes Juwel handelt. Eigentlich wollte Hummels senior, Vater von Mats und Jonas, nicht mehr als Berater aktiv werden. „Ich bin jetzt 60 und hatte keine große Lust mehr, jungen Spielern hinterherzulaufen.“ Lust hatte Hummels nur noch auf Spieler, die ihm Freude bereiten. Praktischerweise erhielt er den Tipp, sich mal den schlaksigen Dressel anzusehen, ein Talent, das seit der U10 sämtliche Nachwuchsteams der Löwen durchläuft. Sein Urteil war schnell gefällt, dafür reichte ein Bayernligaspiel. „Das gibt’s doch nicht: Warum spielt der da noch?“, dachte sich Hummels und sponn den Gedanken weiter: „Wenn er an sich arbeitet, kann der eines Tages vielleicht sogar Bundesliga.“

Eineinhalb Jahre später ist Hummels sehr zufrieden mit der Entwicklung seines Schützlings, der eine überzeugende Hardware in das Berater/Spieler-Verhältnis einbrachte: gutes Passspiel, starker linker Fuß, ausgefeilte Schusstechnik. Nachhelfen musste Hummels vor allem bei der Software, sprich: beim Training der Persönlichkeit, wie es der ausgebildete Fußballtrainer ausdrückt. Selbstbewusstsein, die Überzeugung, Akzente setzen zu können und vor allem zu wollen.

Dennis Dressel im Trainingslager des TSV 1860.

Können die Löwen in Zukunft mit Dennis Dressel planen?

Ein erstes kleines Tief hat Dressel schon hinter sich. Vier Spiele in Folge verbrachte er vor dem Trainerwechsel auf der Bank. Seit Michael Köllner das Sagen hat, darf er sich wieder als Eckpfeiler fühlen. Auch deshalb dürfen die Löwen weiterhin darauf hoffen, mit Dressel die Zukunft planen zu können. Sein Vertrag hat sich kurz vor Weihnachten um ein Jahr verlängert – gemäß einer Option waren dazu 15 Einsätze nötig. Doch Dressel kann sich auch vorstellen, über 2021 hinaus bei jenem Verein zu bleiben, für den er bereits seit 2007 spielt. „Ich fühle mich richtig wohl hier. Da ist schon eine tiefe Verbundenheit“, sagt er. „Man kennt jeden, der einem auf dem Trainingsgelände begegnet. Ich kann mir momentan gar nicht vorstellen, wie es woanders ist.“

Dennis Dressel: Neue Rolle beim TSV 1860 München

Die ihm zugedachte Rolle als Juniorchef nimmt er gerne an: „Im Moment gibt es noch ein paar andere Spieler, die hier Verantwortung übernehmen, aber ich fühle mich auf jeden Fall reif dafür.“ Sein Eindruck ist: „Die jungen Spieler werden gefördert und eingebunden – das gibt mir Selbstvertrauen.“ Hummels drückt es so aus: „Ein Spieler muss nur besser werden, dann erledigt sich alles andere von allein.“

Über die Zusammenarbeit mit Hummels sagt Dressel: „Das hat mich auf jeden Fall weitergebracht. Er schaut wie ein zweiter Trainer auf mich.“ Und was sagt Michael Köllner, sein erster Trainer? „Er ist ein wichtiger Spieler. Man merkt, dass er alles für 1860 gibt. Die Leute identifizieren sich mit ihm – und er sich mit dem Verein. Deswegen sind solche Spieler immer besonders wertvoll.“

Köllner erfüllt den Löwen-Fans ihren Wunsch

Michael Köllner hat nicht nur ein offenes Ohr für seine Spieler, sondern auch für die Anliegen der Löwenfans. „Wir werden auf jeden Fall ein Testspiel haben, so wie es ausschaut“, sagte der 1860-Trainer am Dienstag in La Manga. „Ich habe über die Sozialen Medien verfolgt, dass es die Fans schade fänden, wenn kein Testspiel stattfindet. Und da musste ich meinem Herzen schon einen Ruck geben. Denn ohne die Fans ist der Verein nichts. Die Seele des Vereins ist es, eine gute Fanbase zu haben.“ Stattfinden soll das Testspiel am Samstag, der Gegner steht noch nicht fest.

Im spanischen La Manga sind die Löwen im Trainingslager (13. bis 19. Januar) - alle Infos finden Sie hier im News-Ticker -  auf die Rückrunde in der 3. Liga vor. 

Ob es für Verletzungs-Rückkehrer Quirin Moll zu einem Comeback kommen wird? „Es ist jetzt eine schwierige Phase für ihn“, sagt Köllner, „er muss sich langsam wieder rankämpfen, der Konkurrenzkampf ist groß.“ Mit Moll erweitern sich die Möglichkeiten der Löwen im defensiven Mittelfeld. „Wir haben das gut hinbekommen, haben eine top medizinische Abteilung“, sagt Köllner. „Klar wollen die Fans einen Spieler früher sehen, aber das ist gut gesteuert, so haben wir länger was von dem Spieler.“

Nach dem gestrigen Filmabend ist für heute eine Teambuilding-Einheit geplant. Details dazu wollte Köllner auch auf Nachfrage nicht preisgeben. 

Uli Kellner

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