Löwen müssen auf eigenen Nachwuchs setzen

TSV 1860: Bekiroglu-Ersatz aus eigener Jugend? Talente machen Hoffnung

Michael Köllner und Günther Gorenzel müsen auf die Jugend setzen - es ist auch eine Chance.
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Michael Köllner und Günther Gorenzel müsen auf die Jugend setzen - es ist auch eine Chance.

Leistungsträger Efkan Bekiroglu ist weg - Geld für einen hochkarätigen Ersatz hat der TSV 1860 nicht. Schlägt jetzt die große Stunde der eigenen Jugend?

  • Der TSV 1860 München bastelt am Profikader für die neue Saison
  • Die Abgänge von Efkan Bekiroglu und Aaron Berzel müssen ersetzt werden
  • Einige vielversprechende Talente könnten jetzt eine Chance bekommen

VON ULI KELLNER

München – Noch ist er ein unfertiges Gebilde, der neue Profikader des TSV 1860. Die Vertragsverlängerung mit Sascha Mölders, 35, war elementar, damit die Löwen auch künftig einen Häuptling haben. Offiziell wertvollster Spieler ist aber nicht der Topscorer der zurückliegenden Drittligasaison, sondern einer aus dem eigenen Stall: Dennis Dressel, 21, der auch sportlich auf der Überholspur ist. Sein Marktwert in der neuen Übersicht von transfermarkt.de: 350 000 Euro. Der Führende bisher, Efkan Bekiroglu (400 000 Euro), ist in die Türkei gewechselt.

TSV 1860 München braucht nach dem Bekiroglu-Abgang neuen Spielmacher

Die Suche nach einem neuen Spielmacher hat ab sofort Priorität für 1860-Sportchef Günther Gorenzel, der unlängst sagte: „Ohne Neun und Zehn brauchen wir kaum ins Rennen zu gehen.“ Noch ist kein Kandidat in Sicht. Weit sind die Löwen dagegen mit den Nachwuchskräften, die künftig an der Seite der 13 „Bestandsprofis“ und Kapitän Mölders reifen sollen. Unsere Zeitung kennt sechs der weißblauen Hoffnungsträger: Niklas Lang, der gestern seinen Vertrag verlängerte (vermutlich bis 2022), Marco Mannhardt und Ahanna Agbowo aus der U 19 (alle 18 Jahre alt). Dazu drei Helden aus der Aufstiegself der U 17: Maxim Gresler, Milos Cocic und Lorenz Knöferl (alle 17). Ein Innenverteidiger (Lang), ein Sechser (Mannhardt), ein Linksverteidiger (Gresler), ein Linksaußen (Cocic), ein Stürmer (Agbowo) und eine hängende Spitze (Knöferl).

TSV 1860: Lorenz Knöferl - ein junger Bekiroglu mit Mölders-Gen

Ein Juwel schon aufgrund seiner Position und Vita: Lorenz Knöferl, einer der selten gewordenen Löwen mit DFB-Erfahrung (2018 drei Einsätze in Christian Wücks U 16). Der Blondschopf aus dem Dachauer Hinterland gilt als herausragendes Spielmachertalent, das aber auch ganz vorne reingehen kann. Plakativ ausgedrückt: Ein junger Bekiroglu mit Mölders-Gen. Seine Leistungsbilanz in der wegen Corona abgebrochenen Saison der B-Junioren-Bayernliga: Neun Tore, elf Assists. Schon die Tatsache, dass die Löwen das begehrte Talent bis 2022 binden konnten, ist als Erfolg anzusehen.

TSV 1860: Michael Köllner soll Talente an Profis heranführen

Im zurückliegenden Pandemie-Halbjahr konnte sich Knöferl auf seine Lehre zum Bürokaufmann konzentrieren. Praktischerweise absolviert er die auf der Geschäftsstelle des TSV 1860, wo seine sportlichen Stärken frühzeitig bekannt waren: Feine Technik, zwei fast gleichstarke Füße (nach eigener Auskunft „51:49“ für rechts), Tordrang und die Gabe, den sogenannten tödlichen Pass zu spielen. Ab sofort will Knöferl (Vorbild: Kylian Mbappé) bei den Profis Gas geben, sein erstes Trainingslager (26. bis 31. August in Windischgarsten) unter Chefcoach Michael Köllner absolvieren und sich wieder dem DFB anbieten. Als U 17-Bayernligaspieler hatte er da schlechte Karten, als Drittligaprofi kann er ab sofort auf größerer Bühne auf sich aufmerksam machen.

Der finanzbedingte Umbruch hat somit auch gute Seiten für den TSV 1860. Wie sagte Sportgeschäftsführer Gorenzel vorige Woche im Interview? „Ich sehe das auch als Chance, weil sich nun für viele Spieler aus der U 17, U 19 und U 21 Perspektiven ergeben. Dem Bundesligaaufstiegstrainer Michael Köllner wird es sicherlich gelingen, die nächsten Talente in Position zu bringen. Da mache ich mir wenig Sorgen.“

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