Elfmeterschießen bringt die Entscheidung

Hart an der Blamage - TSV 1860 kommt gegen Dachau mit blauem Auge davon

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Sorry, Junge: Daniel Wein (Mitte) tröstet den Dachauer Unglücks-Elfmeterschützen Sebastian Brey.

Blamage abgewendet, die Löwen sind mit anderthalb blauen Augen ins Viertelfinale des Toto-Pokals eingezogen.

VON LUDWIG KRAMMER

Dachau – Mit 6:5 im Elfmeterschießen siegte der Drittligist gestern Abend vor 2500 Zuschauern beim zwei Klassen tiefer spielenden Bayernligisten Dachau ‘65. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden – eine Verlängerung gibt es im Toto-Pokal nicht.

Zweikampfschwach, ohne Biss und Tempo – so präsentierten sich die Sechziger vor ihren kopfschüttelnden Fans. Auch Trainer Daniel Bierofka musste einige Male tief durchschnaufen, bevor er im Kabinentrakt des Dachauer Vereinsheims zu seinem Fazit anhob: „Von meiner Offensivabteilung hab ich mehr erwartet. Man muss halt auch mal ein Tor erzwingen, das ist uns heute nicht gelungen. Die letzte Gier hat gefehlt.“

Hatten die Löwen im ersten Durchgang durch Markus Ziereis, Noel Niemann und Herbert Paul wenigstens noch drei, vier brauchbare Chancen, so war die zweite Halbzeit wohl das Schlechteste, was die Mannschaft in dieser noch jungen Saison auf den Platz brachte. Weder Efkan Bekiroglu, noch Simon Seferings und Stefan Lex erreichten annähernd Drittliganiveau. Auch Youngster Niemann und Dauerreservist Kristian Böhnlein waren weitestgehend Statisten. „Eigentlich sind solche Spiele da, um sich zu empfehlen“, schnaubte Bierofka. „Da haben einige ihre Chance heute verpasst.“

Eine halbe Stunde vor Spielende hatte den Trainer nichts mehr auf seiner Trainer(bier)bank gehalten. Schimpfend versuchte er, sich und sein Team vor dem drohenden Elfmeterschießen zu bewahren. Doch auch die Einwechslungen der Haudegen Timo Gebhart und Sascha Mölders brachten nichts Zählbares. Ohne große Mühe schafften es die von Spielertrainer Fabian Lamotte ausgezeichnet organisierten Dachauer über die 90 Minuten plus Nachspielzeit. Und erst beim sechsten ihrer Schützen ging’s schief. Bis zum 5:5 konnte der Bayernligist die 1860-Führungen durch Wein, Ziereis, Weber, Gebhart, Mölders und Böhnlein ausgleichen, dann schritt die Nummer 13, Sebastian Brey, zum Punkt. Ein Hoeneß-Gedächtniselfer weit übers Tor beendete den Abend aus sportlicher Sicht, aus den Frustbieren der Löwenfans wurden Siegeskaltschalen. Bierofkas Schlussworte: „Es bringt nichts, die Jungs jetzt in den Keller zu trainieren. Wir werden über das Spiel reden.“

Weiter geht’s am Freitag im Test gegen Wacker Innsbruck (14 Uhr, Trainingsgelände). Dann werden auch die Zugänge Prince Owusu und Tim Rieder mit dabei sein.

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