Neuer Lebensabschnitt beginnt

„Das war wirklich brutal“ - Löwe Karger über Corona, Yoga und die Geburt seines Sohnes

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Vorfreude trotz Corona: Nico Karger wird in Kürze Vater eines Sohnes.

Auch beim TSV 1860 wird wieder trainiert. Das genießt bei Löwe Nico Karger derzeit jedoch nicht höchste Priorität. Während der Corona-Pandemie bereitet er sich auf seine Vaterschaft vor.

  • Mit dem TSV 1860 nimmt Nico Karger Kurs in Richtung Zweitliga-Aufstieg.
  • Die Coronakrise hat diese Ambitionen auf Eis gelegt - wir haben uns mit ihm unterhalten.
  • Der Löwe spricht über die Auszeit, das Training und den anstehenden Nachwuchs.

München - Nach drei Wochen ohne geregelten Fußballbetrieb trainieren die Spieler des TSV 1860 wieder. Interviews mit den Löwen werden aber am Telefon geführt. Wir haben uns mit Nico Karger (27) unterhalten, für den abseits der Coronakrise ein noch wesentlich einschneidenderes Erlebnis ansteht: die Geburt seines Kindes.

Nico, alles okay bei Ihrer Freundin Julia, die zuletzt im Krankenhaus war?

Nico Karger: Ja, alles okay. Die nächsten Tage geht’s bei uns los. Der Kleine lag nicht richtig, deswegen wurde eine Drehung versucht, aber keine Chance – er dreht sich alle fünf Minuten. Am 15. April soll jetzt die Geburt eingeleitet werden.

Nico Karger (TSV 1860): Ist der Löwe selbst ein Risikopatient?

Deswegen waren Sie vermutlich auch die ganze Zeit in München und nicht in Ihrer oberfränkischen Heimat.

Karger: Mitunter deswegen. In Kronach wohnt meine Oma, in der Nähe auch meine Uroma. Die ist 95 und fit wie ein Turnschuh, aber es wäre viel zu gefährlich, sie zu treffen.

Sehen Sie sich selber auch als Risikopatient? Sie waren ja 2014 an Borreliose erkrankt – als Folge eines Zeckenbisses. Und nicht erst einmal hat Ihr Herz-Kreislauf-System Anlass zu Sorgen gegeben...

Karger: Ich glaub, dass mein Immunsystem nicht so schwach ist, dass ich da groß was zu befürchten habe. Ich weiß nicht mal, ob ich als ehemaliger Borreliose-Patient zur Risikogruppe gehöre, deswegen versuche ich, mir möglichst keinen Kopf über das Thema zu machen.

Mit den Löwen peilt(e) Nico Karger in der Rückrunde den Aufstieg in Liga zwei an.

Eine Schutzmaske tragen Sie vermutlich nicht.

Karger: Ich muss sie bald tragen – im Krankenhaus. Wobei sich auch da zwischendurch die Regeln geändert haben. Erst hieß es, man darf nicht bei der Geburt dabei sein. Dann hieß es: Das gilt nur für Kaiserschnitte, nicht bei einer normalen Geburt. Mein neuester Stand ist, dass Fieber gemessen wird, und wenn ich unter 38,5 bin, dann darf ich mit rein. Dann mit Mundschutz. Und ich muss direkt danach gehen. Das würde bedeuten, dass ich mein Kind erst zum zweiten Mal sehe, wenn meine Freundin aus dem Krankenhaus entlassen wird.

Yoga-Training beim TSV 1860: „Fast die Arme abgefallen“

Zuletzt konnten Sie sich wenigstens mit Online-Training ablenken. Wie war das?

Karger: Extrem anstrengend! Ich bin abends meistens relativ kaputt ins Bett gefallen. Zwischendurch hatten wir eine Video-Einheit mit einem Yoga-Trainer – das war wirklich brutal. Früher habe ich Yoga für Entspannung gehalten, aber von wegen! Schon nach fünf Minuten sind mir fast die Arme abgefallen. Und auch die Läufe und Fitnesseinheiten sind nicht ohne.

Zu hören ist, dass die Mannschaft vor Motivation strotzt. Angeblich soll es im Wintertrainingslager einen Schwur gegeben haben, alles zu geben, um den Aufstieg noch in diesem Jahr zu schaffen...

Karger: Schwur weiß ich jetzt nicht, aber klar: Es lief sofort sehr gut weiter nach der Winterpause. Und wenn man die Tabelle anschaut: Alles ist ganz eng beieinander. Ein paar Spiele stehen noch aus, und wenn wir so weiterspielen...

Ist es möglich, nach einer so langen Pause an die alte Form anzuknüpfen?

Karger: Ein bisschen haben wir jetzt den Ball am Fuß, aber wenn du den für dich allein hochhältst, bringt dich das mannschaftstaktisch nicht weiter. Das könnte krass werden, aber es betrifft ja zum Glück alle Mannschaften. 

Weltweit wirbelt der Coronavirus den Sport durcheinander. Findet in diesem Jahr überhaupt noch etwas statt?

Interview: Uli Kellner

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