Eintauchen in Vertragsverhandlungen

Regeneration statt Relegation: Viele Löwen-Profis vor ungewisser Zukunft - Ungünstige Entwicklung bei Mölders?

Sturmtank Sascha Mölders bei der Heimpleite des TSV 1860 gegen Ingolstadt
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Sturmtank Sascha Mölders bei der Heimpleite des TSV 1860 gegen Ingolstadt.

Trotz des neuen Kredits von Hasan Ismaik wackelt der Vertragsabschluss zwischen dem TSV 1860 und Sturmtank Sascha Mölders. Bei einem weiteren Dutzend Löwen-Akteuren ist die Zukunft bei den Löwen unklar.

  • Für den TSV 1860 ist diese außergewöhnliche Spielzeit beendet - Platz drei wurde verpasst.
  • Nun steht Regeneration und die Planung für die nächste Saison im Vordergrund.
  • Mit Sturmtank Sascha Mölders schien eine Verlängerung beschlossen - Doch die Situation hat sich geändert.
  • Mehr zu diesem Thema gibt es in unserer App.

München - Mallorca war früher. Diesmal sind einige der Profis des TSV 1860 nach Kroatien geflogen, um am Ende einer langen Saison noch mal Dampf abzulassen, zu feiern – und sich dem Müßiggang hinzugeben. Motto: Regeneration statt Relegation (hier geht‘s zum Kommentar).

Nicht mit dabei ist Sascha Mölders (35). Urlaub ist für den zweitbesten Scorer der 3. Liga noch nicht angesagt, denn zunächst gilt es, seine Zukunft zu regeln. Ob die weiter bei 1860 liegt, ist plötzlich wieder fraglich, denn die Dinge haben sich für 1860 München auf ungünstige Weise verschoben. Die Mölders-Aktie stieg im Wert (15 Tore, 15 Assists). Unglücklicherweise konnten die Finanzen der Löwen da coronabedingt nicht mithalten.

1860 München: Bleibt Sturmtank Mölders den Löwen treu? Einigung unklar

Der zweite Urlaubstag begann für Mölders daher nicht mit einem Bad im Meer, sondern mit erneutem Eintauchen in Vertragsverhandlungen. Die galten vor der Corona-Pause als abgeschlossen. Am Montag jedoch erklärte Sefarino Luzzi, Mölders’ Berater, dass mit einem zügigen Abschluss nicht zu rechnen sei. „Sascha hatte sich klar committed“, sagte der erfahrene Spieleragent: „Vor Corona war allerdings von Dingen die Rede, die jetzt möglicherweise nicht mehr haltbar sind.“ Kann das Ganze womöglich auch noch platzen? „Natürlich ist das möglich, aber dazu kann ich noch nichts sagen.“ Gespräche mit 1860-Sportchef Günther Gorenzel waren anberaumt. Dem Ergebnis wollte Luzzi nicht vorgreifen, den 1860-Fans aber auch nicht alle Illusionen nehmen. „Ich muss erst mal rumtelefonieren“, sagte er: „Wir haben ja noch Zeit.“

Ähnlich wie Mölders ergeht es derzeit einem weiteren Dutzend 1860-Profis, von denen einige am Wochenende mit blauen Säcken das Vereinsgelände verließen. Inhalt der Mülltüten: Dinge, die im Spind der Spieler lagern – und die nach dem Sommer womöglich woanders hingepackt werden müssen. „Wir haben Anfang Juli, und viele Spieler wissen noch nicht, wie es in der nächsten Saison weitergeht“, sagt Gorenzel. In den anstehenden Gesprächen werde man sehen, ob sich die Forderungen der Spieler mit den veränderten finanziellen Rahmenbedingungen in Einklang bringen lassen. „Wir haben ein wirtschaftliches Basispaket verabschiedet, ich betone Basispaket“, sagte Gorenzel und präzisierte: „Es gibt eine Kompensation, eine wirtschaftliche Absicherung möglicher Risiken und Schäden durch Corona – und da gilt es jetzt, eine sehr realistische Erwartungshaltung an den Tag zu legen.“

TSV 1860: Drittliga-Etat zum Sterben zu viel, zum Aufsteigen zu wenig?

Frei übersetzt: Der Gürtel muss weiterhin relativ eng geschnallt werden. Es ist jedenfalls interessant, wie unterschiedlich das am 30. Juni verabredete „Rettungspaket“ interpretiert wird. Hasan Ismaik wird derzeit nicht müde, den Zusammenhalt zu beschwören und von der 2. Liga zu träumen. „Ich denke, wir als Gesellschafter haben zuletzt mit gemeinsamen Entscheidungen den Anfang für einen erfolgreicheren Kurs gemacht“, schrieb er bei Facebook. 

Es gibt aber auch Menschen im Verein, die das Basispaket so bewerten: Zum Sterben zu viel, zum Überleben in der Spitzengruppe der 3. Liga zu wenig. Der unveränderte Etat ist nämlich schnell ausgeschöpft, wenn man sich mit Mölders einigt und Tim Rieder nicht nur vom FC Augsburg loseist, sondern ihm auch ein Gehalt anbietet, auf das er als Kopf dieser Mannschaft ein Anrecht hätte.

Währenddessen kämpft der FC Ingolstadt, der die Löwen am letzten Spieltag geschlagen hatte, um den Aufstieg in die 3. Liga*.

Quelle: tz

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