Neue Führung beim TSV-Gegner

Wundertüte Uerdingen? 1860-Coach Bierofka erwartet “Effe-Effekt”

+
Prominenter Sportchef des KFC Uerdingen: Stefan Effenberg.

Der TSV 1860 trifft auf einen runderneuerten KFC Uerdingen - zumindest ìn der sportlichen Führung. Sportchef Stefan Effenberg gibt seinen Einstand. Aus Sicht der Löwen gibt es zwei Probleme.

München – Es trifft die Löwen alle paar Monate: Ein Verein der 3. Liga tauscht den Trainer aus – und 1860-Trainer Daniel Bierofka, das Giesinger Urgestein, bekommt zusätzliche Denksportaufgaben: Wechselt der neue Kollege das System? Setzt er auf andere Spieler? Schafft er es gar, motivatorisch auf das in aller Regel in einen Negativstrudel geratene Gegnerteam einzuwirken?

Bierofka schmunzelt, als die Frage nach dem wieder einmal durchgeschüttelten KFC Uerdingen kommt. Zum einen hat er aufgehört zu zählen, wie häufig seine Löwen als Einstandsprüfung für neue Trainerkollegen herhalten mussten („Puh, gefühlt oft...“). Zum anderen kommen im aktuellen Fall zwei Unwägbarkeiten hinzu:

TSV 1860: Trainer des Gegners? „Ein bisschen undurchsichtig“

Problem Nummer 1: Bierofka ist sich nicht sicher, wer in der KFC-Konstellation Stefan Reisinger/Daniel Steuernagel das letzte Wort haben wird. „Das ist ein bisschen undurchsichtig“, sagt er. Reisinger (ohne nötige Lizenz), der Ex-Spieler des TSV 1860, war zuletzt Co.- bzw. Interimstrainer, Steuernagel (ausgebildeter Fußballlehrer) bis September Chefcoach in Offenbach. Bierofka: „Ich bin mal gespannt, wer am Ende neben mir stehen wird.“

Problem Nummer 2: Uerdingen hat ja nicht nur einen neuen Trainer eingestellt, sondern zuvor auch einen prominenten Sportchef, der alle Gedankenspiele über den Haufen werfen könnte. Bierofka über die Personalie Stefan Effenberg: „Es ist dasselbe, wie wenn ein neuer Trainer kommt. Die Karten werden neu gemischt. Es gibt neue Reize, neue Impulse, eine neue Ansprache. Für die Mannschaft kann das aufweckend sein. Dementsprechend müssen wir ganz klar wissen, dass wir eine Topleistung brauchen werden, um sie zu schlagen.“

Wer hat das letzte Wort? Beim KFC hat jetzt das Trainerteam Steuernagel/Reisinger (r.) das Sagen. „Ich bin gespannt, wer am Ende neben mir steht“, sagt Bierofka.

Da stellt sich also ein aufgerüttelter Wundertüten-Gegner in den Weg. Aber: Bange machen gilt nicht. Für Bierofka war die Pressekonferenz daher ein guter Anlass, auf die Vorzüge seines eigenen Teams hinzuweisen. Wenn schon keine neue Namen, so haben die Löwen wenigstens ein paar Erfolgserlebnisse in die Waagschale zu werfen, angefangen beim Totopokal-Erfolg gegen Tabellenführer Haching bis hin zur Heimbilanz, die inzwischen so erfreuliche Zahlen aufweist, dass der 1860-Coach sie guten Gewissens als Erfolgsfaktor anführt. „Wir haben die letzten sieben Spiele zu Hause nicht verloren, das ist schon ein Pfund“, sagt er. „Du kannst schon mal eine Serie von drei, vier Spielen starten, aber wenn du sieben Spiele nicht geschlagen wirst zu Hause – das ist schon ein Ausrufezeichen. Es zeigt, dass wir diese Power, die von den Rängen rüberkommt, zu verwerten wissen. Es pusht uns. Ich glaube, das haben wir langsam verinnerlicht.“

TSV 1860: Bierofkas Sehnsuchtsspieler muss weiter zusehen

Genau so soll es am Samstag weitergehen (hier geht‘s zum Live-Ticker). In der Heimtabelle winkt das Vorstoßen auf einen Aufstiegsplatz (auswärts dagegen ist 1860 Vorvorletzter). Einziges Problem: Efkan Bekiroglu, Bierofkas Sehnsuchtsspieler, kann weiterhin bestenfalls von außen Daumen drücken. Jetzt ist es eine Grippe, die den zuvor am Oberschenkel verletzten Kreativchef lahmlegt. „Wenn er nicht krank geworden wäre, wäre es vielleicht möglich gewesen“, sagt der Coach. „So war’s leider nicht möglich.“ Für Offensivpower sollen daher wie zuletzt zwei zentrale Stürmer sorgen, mutmaßlich Sascha Mölders und der gegen Haching erfolgreiche Prince Owusu.

Zum angekündigten Mölders-Rücktritt hat Bierofka natürlich auch noch was gesagt. Nämlich, dass er die Entscheidung respektiert: „Ist halt so: Wenn du 35 wirst, dann fühlt es sich nicht mehr so geschmeidig an, wenn du morgens aufstehst.“ Und dass er seinen Bruder im Geiste vermissen wird, vor allem als Typ: „Sascha ist einer, der Reizpunkte setzt, auch in der eigenen Mannschaft. Wir werden garantiert in Kontakt bleiben.“ Laut Bierofka hat es Mölders übrigens abgelehnt, 1860 als Nachwuchstrainer erhalten zu bleiben: „Er hat sich für den eigenen Weg entschieden – so ist der Sascha.“

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Michael Köllner über 1860: „Bei fünf Siegen sind wir Dritter“ - Die PK im Ticker zum Nachlesen
Michael Köllner über 1860: „Bei fünf Siegen sind wir Dritter“ - Die PK im Ticker zum Nachlesen
Chaka Ngu'Ewodo: „Ohne Biero fehlt ein Riesenstück Identifikation“
Chaka Ngu'Ewodo: „Ohne Biero fehlt ein Riesenstück Identifikation“
TSV 1860: Ismaik ruft zum Fanaufstand auf - neuer Trainer schon im Anflug?
TSV 1860: Ismaik ruft zum Fanaufstand auf - neuer Trainer schon im Anflug?

Kommentare