Desaster für „Team Profifußball“

9:0 gegen Ismaik! Pro1860-Kandidaten triumphieren bei Verwaltungsrats-Wahl

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Löwen-Präsident Reisinger am Sonntag auf der Mitgliederversammlung im Zenith in Freimann.

Zehneinhalb Stunden dauerte die Mitgliederversammlung des TSV 1860 bereits an, als am Sonntag Abend um 20.32 Uhr die Ergebnisse der Verwaltungsrats-Wahl verkündet wurden.

München - Der Ausgang der Abstimmung bei der Verwaltungsrats-Wahl der Münchner Löwen war ein Triumph für die Ismaik-kritische Fanvereinigung Pro1860, die alle neun Kandidaten ihrer Liste durchbrachte: Verena Dietl (773 Stimmen), Robert von Bennigsen (670), Sebastian Seeböck (666), Nicolai Walch (657), Markus Drees (610), Christian Groß (577), Sascha Königsberg (574), Gerhard Mayer (562) und Norbert Steppe (549). „Das war keine Wahl gegen Hasan Ismaik, sondern für einen starken und selbstbewussten e.V.“, bilanzierte Drees diplomatisch.

Die Opposition um das „Team Profifußball“ erlebte ein Desaster. Statt der erhofften 700 wohlgesonnenen ARGE-Mitglieder waren nur rund die Hälfte in der Freimanner Konzerthalle erschienen. „Ich bin enttäuscht“, sagte Allesfahrer Franz Hell, der sich in den vergangenen Monaten bei zahlreichen Veranstaltungen des Fanklub-Dachverbands um die Mobilisierung der schweigenden Mehrheit bemüht hatte. Offensichtlich sind die Schweiger auch überzeugte Nicht-Fahrer – ein Fakt, von dem die laute und mobile Anhängerschaft nach 2017 ein weiteres Mal profitierte. Der Antrag auf Brief und Online-Wahl wurde abgelehnt, die Empfehlung an das Präsidium, den Kurs ohne frische Ismaik-Darlehen beizubehalten, dagegen durchgewunken. Die blaue Klubpolitik bleibt in den Händen der aktiven Fanszene.

Mitgliederversammlung bei 1860: Skurriler Auftritt und ein Eigentor

Auffällig: Im Gegensatz zum Vorjahr legte Versammlungsleiter Daniel Bauer gestern besonderen Wert auf Gleichbehandlung aller Redner. Buhrufe aus dem Ultra-Block wurden getadelt, auf mehrfachen Wunsch wurde auch die zunächst nicht vorgesehene Einzelvorstellung der Verwaltungsratskandidaten zugelassen. Das Highlight für Freunde des Skurrilen: Verwaltungsrats-Kandidat Helmut Kirmaier, der im Vorfeld bereits mit seiner Mitwirkung an diversen Horizontalfilmen kokettiert hatte, begrüßte die Gemeinde am Rednerpult wie folgt: „Ich hoffe, dass es nicht mehr allzu lange dauert heute, weil ich noch zu einer Gruppensex-Party eingeladen bin.“ Kirmaiers Schlusssatz: „Viel Erfolg, Martin Kind!“ Der Präsident von Hannover 96 hatte vergangene Woche angekündigt, gegen die 50+1-Regel klagen zu wollen.

Mitgliederversammlung des TSV 1860 im Ticker zum Nachlesen

Neue Erkenntnisse lieferte die Versammlung nicht. Es wurde krakeelt und beleidigt wie eh und je, auch 1860-Stürmerlegende und Verwaltungsratskandidat Bernhard Winkler bekam den Zorn zu spüren, als er den sportlichen Abstieg 2017 nur Trainer Vitor Pereira anlastete, nicht aber Investor Ismaik. Ein Eigentor, allerdings kein spielentscheidendes.

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