Bender & Co.: Droht der Exodus? / Beeck: 2010 entscheidend

Münchens große Leere

Wie schaut sie nun aus, die Zukunft der Löwen? Sonnig oder düster?
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Wie schaut sie nun aus, die Zukunft der Löwen? Sonnig oder düster?

Arona - Die Löwen und das Warten auf den nächsten Einschlag... Nach der halbherzig dementierten Wechselmeldung von Lars Bender nach Leverkusen per Ausstiegsklausel im Sommer 2010 (Ablöse: rund zwei Millionen Euro) geht in der blauen Gemeinde die Angst um.

Wer ist der nächste Profi, der unter der Rubrik „Abgänge“ diskutiert werden wird? Wo soll bei all den Hiobsbotschaften die Motivation für das Projekt Aufstieg 2010 herkommen? Und vor allem: Was wird aus „Münchens großer Liebe“, wenn das letzte Tafelsilber verkauft ist? Droht bald Münchens große Leere?

Die Löwen auf Teneriffa - Sonne und dunkle Wolken

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Die Stimmung bei den mitgereisten Fans pendelt zwischen Sarkasmus und Depression. Fritz Fehling, der seine Löwen seit Jahrzehnten überall hin begleitet, bringt die Gemütslage auf den Punkt: „Wenn’s für die Putzfrau noch Ablöse gäbe, dann wär die auch bald weg. Der Weg, den Sechzig seit dem Arena-Bau geht, kennt nur eine Richtung: auf in den Untergang.“

Jährliche Stadionkosten von 5,3 Millionen Euro, Talente, deren Berater Verträge (wenn überhaupt) nur mit Ausstiegsklauseln verlängern – das ist die Realität bei 1860. „Es ist doch der ganz normale Gang der Dinge, dass solche Spieler wie die Benders oder Timo Gebhart irgendwann zu größeren Vereinen wechseln“, sagt Manfred Schulte (Bruder von Ex-Trainer Helmut Schulte), der für die Karriere-Planung der Bender-Brüder zuständig ist.

Die Rekordtransfers des TSV 1860

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Gut möglich, dass Sven der nächste sein wird, den es weg von 1860 zieht. Und dann Philipp Tschauner? Und dann Fabian Johnson? Die Jeremies-Bierofka-Jentzsch-Lauth-Baier-Tradition? Stellungnahmen der Bender-Brüder dazu waren im Trainingslager seit Montagmittag nicht mehr zu bekommen. „Lars hat alles gesagt, Sven wird sich nicht äußern“, teilte Pressesprecher Robert Hettich mit.

Wenigstens redet Präsident Rainer Beeck. Und der macht immer deutlicher, dass die Saison 2009/10 für den TSV 1860 zu einer absolut entscheidenden wird. „Das Risiko ist klar“, sagt er. „Wenn es mit dem Aufstieg 2010 nicht klappt, dann wird es schwierig für uns, 2011 dasselbe Ziel ausgeben zu können. Dann werden die Karten neu gemischt und es wird wieder eine Anlaufphase brauchen.“

Das Problem: Eine neue Generation Bender/Gebhart ist nicht in Sicht. „Dass unsere Potenziale im Jugendbereich endlich sind, ist klar“, gibt Beeck zu. Nur der Aufstieg 2010 verbunden mit dem Einstieg von Investoren eröffnet den Löwen die Chance auf den Ausbruch aus dem Teufelskreis. Beeck: „Es kann nicht unser Ziel sein, ein finanzielles Loch mit einem anderen zu stopfen, sprich: Löcher in den Kader zu reißen. Deshalb wird die nächste Saison eine spannende sein.“ Hopp oder top. Marco Kurz kann der neuen Tonart wenig abgewinnen. „Meine Sichtweise ist es, dass man jetzt noch kein Ziel für die nächste Saison ausgeben kann. Aber wenn dieser Zeitpunkt 2010 nun steht, dann hab ich ja noch ein bisschen Luft.“

Der Kader zumindest gibt Anlass zur Hoffnung. Frag nach bei Sascha Rösler. „Ich bin positiv überrascht vom Niveau. Die Fitness ist super und die Jungs können alle Fußball spielen. Ich bin guter Dinge, dass wir richtig was reißen können.“ Und die Bender-Geschichte? „Die beschäftigt die Fans mehr als die Mannschaft.“ Sein Wort in (Fußball)-Gottes Ohr...

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Quelle: tz

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