Rösler: "Ich bin Dr. Jekyll und Mr. Hyde"

Sascha Rösler von A bis Z.
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Sascha Rösler von A bis Z.

Arona - Im Training auf Teneriffa zeigt er täglich, was er drauf hat. Sascha Rösler fightet um jeden Ball, zieht zum Tor, trifft wuchtig per Kopf in den Winkel.

Der Zugang aus Gladbach soll die Löwen mitreißen, im oft zu brav wirkenden Team mit seiner aggressiven Spielweise „Dynamik erzeugen“, wie es Stefan Reuter formuliert. Doch wie tickt dieser Rösler privat? Die tz fühlte ihm auf den Zahn. Von A bis Z.

A wie Aggressiv-Leader: „Die Bezeichnung trifft schon auf mich zu. Ich bin einer, der über die Aggessivität in Spiel kommt. Zu einem Leader musst du dich natürlich in jeder neuen Mannschaft wieder entwickeln. Durch Leistung.

B wie die Benders: Zu den Gerüchten um Lars will ich nichts sagen, aber klar ist, dass beide es sehr weit bringen können. Ich kann sie noch gar nicht richtig unterscheiden, zum Glück haben sie Nummern auf den Trainingsklamotten.

C wie Charakter: Privat bin ich das Gegenteil zu der Person auf dem Platz. Ein ruhiger, besonnener Typ. Auf dem Rasen gehen dann die Lampen an. Dr. Jeckyll und Mr. Hyde sozusagen (lacht).

Sascha Rösler: Wirbelwind, Führungsspieler und Aufstiegsspezialist

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D wie Dummheiten: Hab ich einige gemacht. Im Fußball war die größte sicher, dass ich damals 2001 bei Sechzig zu schnell aufgegeben habe.

E wie Eitelkeit: Ich geb’ zu, dass ich eitel bin. Aber im Bad braucht meine Freundin trotzdem länger als ich.

F wie Frauen: Ich bin mit Annika jetzt drei Jahre zusammen. Rekord! Es passt einfach mit uns. Hochzeit und Kinder sind aber noch nicht geplant. Annika ist ja auch erst 24.

G wie Geldanlage: Konservativ, 20 Prozent Aktienanteil. Lieber kleine Zinsen und große Sicherheit. Da kommt der Schwabe in mir durch.

H wie Haarband: In Gladbach hab ich mir nach dem Aufstieg den Kopf rasiert, jetzt sind die Haare schon wieder ganz schön lang. Das Band werd’ ich bald wieder brauchen. Noch eine Rasur ist nicht geplant. Auch nicht beim Aufstieg mit 1860.

I wie I-pod: Brauch ich keinen. Ich hör nicht viel Musik, außer beim Autofahren. Alles querbeet.

J wie Ja-Sager: Bin ich keiner. Ich vertrete meine Meinung. Es gibt Situationen, in denen man als Jas-Sager besser fährt. Aber im Endeffekt fällst du damit eher durch im Leben – und im Fußball.

K wie Kumpel: Hab ich auch im Fußball einige. Marko Marin, Nico Frommer, Sven Neuhaus, Thomas Stehle. Aber es ist schwer, das über die Distanz aufrechtzuerhalten.

L wie Lagerkoller: Ich fahr’ gern ins Trainingslager, speziell im Winter, wenn’s daheim so eisig ist. Eine Woche ist okay, sonst besteht wirklich Kollergefahr.

M wie Meyerhans: Der hat mich rasiert in Gladbach. „Du bist ein guter Zweitligafußballer, nein: ein sehr guter. Du kannst auch in der Ersten Liga spielen. Aber nicht bei mir“, hat er gesagt. Klar, dass ich ihm nicht alles Gute wünsche für die Zukunft.

N wie (Fußball)-Noten: Lese ich natürlich – wie alle Spieler. Als junger Profi nimmst du die Noten ernster, mit 31 kann ich meine Leistungen selbst sehr gut einschätzen. Man wird gelassener.

O wie Operationen: Beide Sprunggelenke, Hand, Jochbein, Kreuzband. Ich bin quasi totaloperiert (lacht).

P wie Polizei: Dort wär’ ich wohl hin, wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte. Darum hab ich auch Abi gemacht - für den gehobenen Dienst.

Q wie Quälen: Muss sein, gehört dazu. Ich bin sicher kein Typ, der gerne Laufen geht, aber mit Ball quäl’ ich mich gerne.

R wie Rangnick: Mein erster Profitrainer damals in Ulm. Ein super Fachmann und Mensch. Ich hab ihm wahnsinnig viel zu verdanken und würd’ mich riesig für ihn freuen, wenn er mit Hoffenheim Meister wird.

S wie Sonnencreme: (lacht) Ohne Faktor 50 wär ich mit meinem Hauttyp wahrscheinlich nicht mehr auf der Welt.

T wie Tattoos: Zwei Stück hab ich. Auf dem linken Oberarm ein Tribal und rechts auf der Innenseite des Oberarms mein Sternzeichen Skorpion in chinesischer Schrift. Weitere Tattoos sind nicht geplant.

U wie Uni: Ein Studium hab ich nicht vor. Nach der Profikarriere zieht’s mich eher in den Trainerberuf. Ich glaub, ich bring einiges dafür mit, mal ein guter Trainer zu werden. Ich hab mir von einigen ja was abschauen können.

V wie Verlieren: Konnte ich noch nie! Schon als Kind flog das Mensch-ärgere-dich-nicht-Brett durch die Gegend, wenn ich verloren hab. Auch heute bin ich nach Niederlagen nur bedingt ansprechbar. Zu Hause geht’s dann.

W wie Weltpolitik: Ich informiere mich schon, was los ist in der Welt, aber ich kann jetzt nicht behaupten, dass Politik mein Hauptinteresse ist.

X wie X-Box: Ich hab eine Playstation daheim, aber die wird nur eingeschaltet, wenn Freunde kommen. Dann zocken wir. Überwiegend natürlich Fußball.

Y wie Yps-Hefte: Was? Die kenne ich gar nicht. Ach, lassen wir Y weg, ist eh ein blöder Buchstabe.

Z wie Zehn: Meine Rückennummer. Ich war immer fasziniert von den Spielmachern. In Gladbach war’s natürlich was Besonderes, die Nummer von Günter Netzer tragen zu dürfen, der Marko (Marin) hat mich deswegen immer Günter gerufen. Auch bei Sechzig gab’s ja prominente Zehner. Mit Icke Häßler hab ich traininert, zuletzt hatte die Nummer Berkant Göktan. Es ist schade, was mit Berki passiert ist.

Ludwig Krammer

Die Löwen auf Teneriffa - Sonne und dunkle Wolken

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Quelle: tz

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