Der Sportdirektor über die Zukunft des TSV 1860

Stevic: "Ein Schwarzer kommt immer"

Ein optimistisch lächelnder Miki Stevic: Der neue Sportdirektor glaubt, dass der TSV 1860 wieder besseren Zeiten entgegensehen darf
+
Ein optimistisch lächelnder Miki Stevic: Der neue Sportdirektor glaubt, dass der TSV 1860 wieder besseren Zeiten entgegensehen darf

Vier Mann hoch war der TSV 1860 am Mittwoch bei der DFL-Zentrale in Frankfurt erschienen und hatte mit DFL-Geschäftsführer Christian Müller besprochen, wie der TSV 1860 sich die Dienste eines Investors sichern könnte, ohne für erneuten Ärger zu sorgen.

Geschäftsführer Manfred Stoffers erklärte, dass „das Gespräch uns wesentlich genutzt“ habe. Sportdirektor Miki Stevic nahm’s erfreut zur Kenntnis. Das tz-Interview.

Herr Stevic, glauben Sie, dass aus dem Deal mit der Investorengruppe noch etwas wird?

Stevic: Ich sage es mal so: Wenn wir gute sportliche Leistungen bringen, wird immer ein Schwarzer kommen, der uns helfen kann.

Aber noch weiß der Verein nicht, mit welchem finanziellen Einsatz er die neue Saison planen kann.

Stevic: Wir haben jetzt noch nicht die Rahmenbedingungen, um uns mit der Zukunft zu beschäftigen. Aber wir werden dabei nicht von einem Investor abhängig sein. Außerdem bin ich der Ansicht: Man muss kurzfristig handeln, um langfristig planen zu können.

TSV 1860: Die Köpfe hinter dem Löwen-Chaos

Fotostrecke

Es laufen auch die Verträge von zehn Spielern aus. Lassen Sie sich bei den Verhandlungen mit diesen Leuten ebenfalls Zeit?

Stevic: Das ist doch eine Luxussituation – für den Verein und für die Spieler. Wir können jetzt in Ruhe überlegen, ob uns einer helfen kann oder nicht. Schon der russische Schriftsteller Leo Tolstoi hat gesagt: „Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.“

Was wird aus Spielern, die noch einen Vertrag haben, mit denen der Verein aber nicht mehr plant?

Stevic: Wer keine Leistung bringt, muss die Konsequenzen tragen. Ein langfristiger Vertrag bedeutet nicht, dass einer die Beine hochlegen kann. Bei uns hat jeder jedes Wochenende Leistung abzurufen, dass dem Fan warm ums Herz wird.

Die besten aktiven Ex-Löwen der Welt

Fotostrecke

Allzuviele Fans kamen zuletzt nicht mehr in die Allianz Arena, die den TSV 1860 über fünf Millionen Euro pro Jahr kostet. Ist sie die richtige Spielstätte für die Löwen?

Stevic: Die Arena ist ein Stadion, in dem gute Ware verkauft werden muss. Das ist in den letzten Jahren nicht gelungen. Spielen wir erfolgreich, werden wir auch die teure Miete nicht so spüren.

Ein Blick ins ehrwürdige Grünwalder Stadion

Fotostrecke

Unter den Zuschauern gegen Ahlen war auch Ihr Vorgänger Stefan Reuter. Fanden Sie seine Anwesenheit glücklich?

Stevic: Bei nur 17 000 Zuschauern freue ich mich über jeden, der kommt. Was ich machen würde, behalte ich für mich.

Ansonsten haben Sie aber schon vor, Ex-Löwen einzubeziehen?

Stevic: Ich rede mit allen, die aus der Löwen-Familie kommen. Der FC Bayern geht mit gutem Beispiel voran, wie man frühere Spieler mit einbezieht. Ich glaube, dass bei uns in der Vergangenheit einige ein Problem hatten, mit den Ehemaligen zu sprechen. Da waren wohl Minderwertigkeitsgefühle dabei.

Sprechen Sie auch mit Karl-Heinz Wildmoser, Ihrem einstigen Präsidenten?

Stevic: Er hat mir zu meinem Antritt eine SMS geschickt und mich beglückwünscht. Natürlich werde ich auch mit ihm reden.

Das Personenkarussell des TSV 1860: Wie viele Köpfe aus den letzten fünf Jahren kennen Sie?

Fotostrecke

Der neue Geschäftsführer Manfred Stoffers hat in den höchsten Tönen von Ihnen geschwärmt. Wie sieht’s umgekehrt aus?

Stevic: Herr Stoffers hat ein natürliches Charisma und eine rhetorische Kunst, die dem Verein sehr gut tun. Wir wollen alles dafür tun, damit er in Zukunft nur schöne Bilder beschreiben kann.

Junge Spieler hatten bisher Sprechverbot mit den Medien. Unter Ihnen wird das nicht mehr so sein. Was versprechen Sie sich davon?

Stevic: Mit braven Spielern gewinnst du keinen Blumentopf. Wenn einer unterdrückt wird, dann wird er auch keine gute Leistung abrufen.

Die wertvollsten 1860-Spieler

Fotostrecke

Quelle: tz

Auch interessant:

Meistgelesen

Von Schupp bis Gerber: Mögliche 1860-Sportchefs
Von Schupp bis Gerber: Mögliche 1860-Sportchefs

Kommentare