Serie von Fussball Vorort / FuPa Oberbayern

Meine Top 10-Spiele der letzten zehn Jahre

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Meine Top 10-Spiele der letzten zehn Jahre.

Durch das Coronavirus ist der Spielbetrieb in einem Großteil der Ligen ausgesetzt. Wir geben euch für die fußballfreie Zeit eine Liste mit Top-Spielen an die Hand.

  • Fussball Vorort / FuPa Oberbayern startet eine Serie nach dem Motto „Die Zehn“.
  • Unsere Mitarbeiter blicken zurück oder schauen voraus bei Themen um die schönste Nebensache der Welt.
  • Patrick Huljina stellt seine zehn Lieblingsspiele der letzten zehn Jahre vor.

Vom Fußball-Training oder gar einem Spiel kann man im Moment nur träumen. Wann und wie es in Zeiten des Coronavirus mit dem beliebtesten Sport Deutschlands weitergeht, ist im Moment nicht absehbar. Hoffentlich können Millionen Menschen bald wieder ihrem Lieblingshobby nachgehen. Das Team von Fussball Vorort / FuPa Oberbayern ist jetzt schon Feuer und Flamme, dass es irgendwann wieder losgeht. Deshalb wollen wir eine Serie nach dem Motto „Die 10“ starten, wo wir uns auf oder über Dinge freuen, die mit der schönsten Nebensache der Welt zu tun haben.

Unser Mitarbeiter Patrick Huljina erinnert sich an seine persönliche Top Ten der besten Spiele in den vergangenen zehn Jahren.  

13. Mai 2012 

Premier League 2011/12, 38. Spieltag, Manchester City - Queens Park Rangers, Etihad Stadium

Letzter Spieltag der Premier League-Saison 2011/12, bei einem Sieg wäre Manchester City zum ersten Mal nach 44 Jahren Meister geworden. Bis zur 90. Minute lagen die Citizens gegen die abstiegsgefährdeten Queens Park Rangers mit 1:2 zurück. Es folgte ein verrücktes Finale. Zunächst traf Edin Dzeko in der Nachspielzeit zum Ausgleich. 94. Minute: „Aguerooooo“, der legendäre Kommentar von Martin Tyler. Den Citizens gelang tatsächlich noch der Siegtreffer zum 3:2 durch Sergio Agüero. Platzsturm, Freude, Emotionen und der Kommentar des Siegtreffers sorgt, auch nach unzähligen Malen Anschauen, immer noch für Gänsehaut.

Das „Finale dahoam“, Champions-League Finale 2011/12, FC Bayern - FC Chelsea, Allianz Arena

Für jeden Bayern-Fan eines der bittersten Spiele aller Zeiten. Die Euphorie in der Stadt war schon Tage vorher zu spüren. Wann hat man schon einmal ein Champions-League-Finale vor der eigenen Haustür? Am Spieltag traf ich mich mit Freunden. Die Bayern dominierten die Partie, Thomas Müller traf zum 1:0. Die Frage nach dem Gewinner war für uns eigentlich geklärt. Tja, eigentlich. Denn aus dem Nichts schraubte sich Didier Drogba zum Kopfball hoch und glich kurz vor Schluss aus. „Ja mei, dann gewinnen sie halt in der Verlängerung“, dachten wir uns. Pustekuchen. Arjen Robben vergab einen Elfmeter. Erste Zweifel machten sich breit. Nach dem Elfmeterschießen dann Schockstarre. Komplette Ruhe im Raum, als Drogba den entscheidenden Strafstoß versenkte. Der große Traum vom Sieg im eigenen Stadion zerplatzt. Keine Party, sogar manche Löwen-Fans hatten ein bisschen Mitleid. 

9. April 2013

Champions-League-Viertelfinale 2012/13, Rückspiel Borussia Dortmund - FC Malaga, Signal-Iduna-Park

Das Hinspiel in Malaga endete 0:0. Die Mannschaft von Jürgen Klopp spielte in dieser Saison einen begeisternden Fußball. Ich war gefesselt von diesem Tempo, diesem Spielstil und wünschte mir natürlich, dass sie ins Halbfinale einziehen. Als Eliseu in der 82. Minute das 1:2 für die Gäste erzielte, schien das Kapitel Champions League beendet. Doch die Dortmunder kamen zurück. Marco Reus  und Felipe Santana sorgten für ein Wahnsinns-Comeback und das „Wunder von Dortmund“. Mein Bruder und ich sprangen vor Freude von der Couch auf. Was für ein Spiel. Was für ein geiles Team! Der Live-Kommentar des BVB-Netradios zu diesen Szenen bleibt unvergessen.

Champions-League-Finale 2012/13, Borussia Dortmund - FC Bayern, Wembley

Zwei deutsche Mannschaften in einem Champions-League-Finale, das hatte es so noch nicht gegeben. Der deutsche Vereinsfußball befand sich am Höhepunkt. Pfingstferien, also schaute ich das Spiel bei meinen Großeltern in Kroatien. In der Küche, auf einem kleinen, alten Röhrenfernseher. Die Bildqualität war schlecht, das Spiel hingegen nicht. Die Bayern gingen durch Mario Mandzukic in Führung, Ilkay Gündogan konnte für den BVB ausgleichen. Arjen Robben krönte sich schließlich zum Helden für den Rekordmeister. 

8. Juli 2014

WM-Halbfinale, Brasilien - Deutschland, Estadio Mineirao

7:1 - das unglaublichste Spiel der WM-Geschichte. Deutschland überrollte den Gastgeber Brasilien. Und wo war ich zu diesem Zeitpunkt? Im Bus, auf dem Rückweg der Abi-Fahrt aus Lloret de Mar. Im Rückblick betrachtet war diese Planung eine Katastrophe. Der Bus hatte Fernseher an Bord. Während der Fahrt verschwand das Signal immer wieder. Die sieben Tore haben wir trotzdem gesehen. Einige überdachten bei den Toren drei, vier und fünf ernsthaft ihr persönliches Programm der Vortage, weil sie dachten, es wären Wiederholungen. Das brasilianische Publikum war schockiert und fassungslos. Wir feierten auf der Rückfahrt einen historischen Sieg und den Einzug der Nationalmannschaft ins WM-Finale.

Mario Götze (li) jubelt unmittelbar nach seinem goldenen Tor im WM-Finale 2014.

WM-Finale, Deutschland-Argentinien, Maracana

Das WM-Finale habe ich wieder im kleineren Freundeskreis und auf einem vernünftigen Fernseher geschaut. Deutschland gegen Argentinien im Maracana, einem der legendärsten Stadien der Welt. Christoph Kramers Knock-Out und Bastian Schweinsteigers Platzwunde sind Bilder, die in Erinnerung geblieben sind. Allem voran steht aber natürlich das goldene Tor von Mario Götze. Den Kommentar von Tom Bartels hat, glaube ich, jeder im Ohr: „Schürrle ... Der kommt an. Mach ihn! Mach ihn! Er macht ihn! Mario Götze!“ Es war vollbracht, Weltmeister! Die Party konnte beginnen.

2. Bundesliga Relegation 2014/15, 1860 München - Holstein Kiel, Allianz Arena

Der Aufstieg in die Bundesliga war das ausgegebene Ziel. Am Ende der Spielzeit fand sich der TSV 1860 in der Relegation wieder. Allerdings nicht um den Aufstieg, sondern gegen den Abstieg. Hinspiel in Kiel 0:0. In München spielten die Löwen, in der ausverkauften Allianz Arena, lange Zeit schwach. Ich stand im Stadion und hatte den Glauben an die Rettung fast schon verloren. Doch dann ging es los. Zunächst brachte Daniel Adlung durch den 1:1-Ausgleich ein wenig Hoffnung zurück. In allerletzter Sekunde war es dann Innenverteidiger Kai Bülow der zum 2:1-Sieg traf. Ausgerechnet Bülow, der so oft kritisiert und schlecht geredet wurde, rettete die Sechziger. Kollektive Ekstase bei den Löwen-Fans, gestandene Männer weinten vor Freude, die Kurve war knapp eine Stunde nach dem Abpfiff immer noch im Stadion. Ein herrlicher Tag für alle Blauen. 

8. März 2017

Champions-League-Achtelfinale 2016/17, Rückspiel FC Barcelona - Paris Saint-Germain, Camp Nou

PSG gewann im Hinspiel zu Hause 4:0. Was dann folgte, ging als „La Remontada“ in die Geschichte ein. Es war einer dieser Fußballabende, an dem ich nur neutral ein Spiel anschauen wollte. Irgendwie entwickelte sich bald Lust auf die Sensation und ich drückte dem FC Barcelona die Daumen. Neymar mit einem Doppelschlag in der 88. und 91. Minute und plötzlich spürte ich ein Kribbeln, eine Aufregung im ganzen Körper. Die Katalanen könnten es tatsächlich schaffen, das Ergebnis aus dem Hinspiel vergessen zu machen. Freistoß für Barca an der Mittellinie. Der erste Versuch wurde geblockt, Neymar brachte den Ball nochmal scharf vors Tor und Sergi Roberto konnte tatsächlich das 6:1 erzielen. Ich sprang auf und jubelte, als wäre ich schon immer Barcelona-Fan gewesen. 

Bundesliga 2017/18, 13. Spieltag, Borussia Dortmund - FC Schalke 04, Signal-Iduna-Park

Revierderby - immer ein Highlight. Das Derby in der Hinrunde der Saison 2017/18 war allerdings einmalig. Ich schaute mir die Partie daheim mit der Familie an. Dortmund spielte im ersten Durchgang die schwachen Gäste an die Wand, es stand verdient 4:0. Was danach passierte, machte mich sprachlos. Eine furiose Schalke-Aufholjagd. Sie erspielten sich Chance um Chance. Dortmund? Fehlanzeige! „Verrückt, wie sich ein Spiel so schnell drehen kann“, dachte ich mir. In der vierten Minute der Nachspielzeit war der Wahnsinn perfekt. Naldo setzte per Kopf den Schlusspunkt zum 4:4 - unglaublich! 

7. Mai 2019

Champions-League-Halbfinale 2018/19, Rückspiel FC Liverpool - FC Barcelona, Anfield

3:0 im Hnspiel für den FC Barcelona. Ein Weiterkommen für die Reds ging nicht - ging doch: Das Team von Jürgen Klopp hielt die Katalanen und Lionel Messi vom eigenen Tor fern. Nach der Führung durch Divock Origi fing ich an, an das Wunder zu glauben. Als Georginio Wijnaldum kurz nach der Pause doppelt traf, war dieses Kribbeln wieder da. Barcelona erging es wie PSG vor zwei Jahren. Beim entscheidenden Treffer zum 4:0 dachte ich nur: „Was?! Wie kann man in dieser Situation so abgezockt sein?“ Während sich die gesamte Barcelona-Elf scheinbar im Tiefschlaf befand, schalteten Trent Alexander-Arnold und Origi mit ihrer kurzen Ecke schnell und sorgten für eines der kuriosesten Champions-League-Tore aller Zeiten.

Teil 1 der Serie: Zehn „Dinge“, auf die ich mich im nächsten Training freue von Anton Deibele (TSV Brunnthal)

Text: Patrick Huljina

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