TSV 1860

Die blaue Mängelliste - Darum tut sich 1860 so schwer

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Abwehrmann Rieder steht mit seinen Löwen nur noch vier Punkte vor dem Relegationsplatz.

Wieder Frust in der Fremde: Die 1860 München enttäuscht mit 1:2 in Würzburg. Doch warum tun sich die Löwen so schwer?

München - Am Ende blieb Daniel ­Bierofka nichts anderes übrig, als sein Standard-Fazit nach Reisen durchs Drittligaland zu formulieren: „Wir haben uns selbst geschlagen“, haderte der 1860-Coach, ließ jedoch Milde walten mit Leon Klassen (19), dem Verursacher des Würzburger 2:1-Siegtreffers. 

„Er ist ein junger Kerl und wird daraus lernen“, sprach er dem talentierten Linksverteidiger Mut zu. Ob das freilich auch für den Rest der Löwen gilt? Zu Bierofkas Leidwesen sind die Lernfortschritte seines Teams bei gewissen Punkten überschaubar, wie unsere Mängelliste zeigt.

1860 München - Die blaue Mängelliste 

  • Auswärts zu anfällig: Speziell der diesmal unglückliche Klassen erinnert sich gerne an den 30. August, den Tag des bis dato letzten 1860-Erfolgs in der Fremde (1:0 in Chemnitz), für den der Deutsch­russe selbst gesorgt hatte. Davor und danach summieren sich die Auswärtspleiten: Neun sind’s bei zehn Versuchen seit Anfang April. Ergibt verdientermaßen: Platz 18 (von 20) in der Auswärtstabelle.
  • Es mangelt an Leadern: Hilft der Gegner nicht zufällig mit zwei Eigentoren aus (wie beim 3:1-Heimsieg zuletzt gegen Kaiserslautern), tun sich die Löwen schwer, Spiele ohne Efkan Bekiroglu zu gewinnen. Die Horrorbilanz aus der „effelosen“ Zeit im Frühjahr (0:1, 0:1, 0:3) wird derzeit auf etwas höherem Niveau fortgesetzt (1:2, 3:1, 1:2), doch insgesamt gilt: Mit Bekiroglu passiert im Spiel der Löwen auch mal etwas Überraschendes. Ohne den 24-jährigen Verbindungsspieler tun sich Kreativlücken auf, die auch der bemühte Rückkehrer Timo Gebhart (30) nicht mit Inspiration füllen kann. Wie klagte Bierofka jüngst: „Wir haben zu wenig Entscheider im Team.“ Vielleicht sogar zu wenig echte Leader.
„Wir haben uns selbst geschlagen“ Bierofka nach dem 1:2 in Würzburg.
  • Fehlende Konstanz: Besagter Bekiroglu brachte es im tz-Interview auf den Punkt: „Wir sind noch nicht konstant genug.“ Das viertbeste Heimteam fremdelt nicht nur, wenn es ohne Anblick der Giesinger Häuserkulisse spielen muss, es tut sich generell schwer damit, die eigenen Vorleistungen zu veredeln. Dem beschwingten 3:0 gegen Zwickau folgte das peinliche 0:4 von Mannheim. Auch gegen Jena (3:1) schien es, als habe Bierofka die richtige Mischung gefunden; das 1:2 von Duisburg (trotz Blitzführung) lehrte ihn eine Woche später das Gegenteil. Es geht aber auch andersrum: Erst 1:5 in Magdeburg – sechs Tage später 1:0 in Chemnitz. (Der Ticker zum Nachlesen)
  • Flaute im Sturm: ­Bierofka vertritt die Ansicht, dass die Tabelle frühestens ab dem zehnten Spieltag eine gewisse Aussagekraft besitzt. Ähnliches lässt sich auch von der internen Torschützenliste behaupten, bei der es gar nicht gut ausschaut für die Spezies Stürmer. Angeführt wird sie vom dreimal erfolgreichen Bekiroglu (kurz vor der Rückkehr ins Team). Auf zwei Tore kommt der kopfballstarke Innenverteidiger Felix Weber – und seit Montag auch Sascha Mölders. Markus Ziereis und Prince Owusu stehen bei jeweils einem Treffer – so erklärt sich, dass nur vier Teams in der Liga insgesamt geiziger sind mit Toren. 

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Uli Kellner


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