TSV 1860: Köllner baut Viererkette um

Wer macht die Löwen-Abwehr dicht?

Marius Willsch sprintet im Training des TSV 1860.
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Reicht‘s schon wieder für die Startelf? Marius Willsch arbeitet an Form und Fitness.

Drei Gegentore in Osnabrück, zwei Wochen schlechte Laune. Gegen Duisburg soll wieder die Null stehen. Gesucht werden die Nebenleute des gesetzten Salger.

Einer raus, zwei, drei Neue rein? Nach dem zweiten Gegentor-Dreierpack der Saison (1:3 in Osnabrück, zuvor 0:3 beim FCK) steht die Viererkette des TSV 1860 vor einem Umbau. Wir zeigen, welche Optionen Trainer Michael Köllner prüft, um die Löwen-Abwehr gegen Duisburg (Samstag, 14 Uhr) wieder dicht zu kriegen. Gesucht werden die Nebenleute des gesetzten Stephan Salger, 31.

Links hinten: Phillipp Steinhart ist für Köllner „nicht irgendein Spieler im Kader“. Seine Muskelverletzung, zugezogen beim Pokal-Coup gegen Schalke (1:0), wurde vom Trainer ausführlich bedauert („absoluter Basisspieler, eigentlich unverzichtbar“). Beim lockeren 6:0 gegen Freiburg II fiel Steinharts Absenz nicht groß ins Gewicht, anders verhielt es sich beim schweren Auswärtsspiel in Osnabrück. Mangelnden Eifer muss sich sein Vertreter nicht vorwerfen lassen, aber Punkt eins: Fabian Greilinger, 21, fehlen acht Jahre Erfahrung. Punkt zwei: Er ist gelernter Stürmer, aber noch kein Hybrid-Spieler wie der Platzhirsch. Nur dank Steinharts Vielseitigkeit kann sich 1860 ein asymmetrisches, linkslastiges Spielsystem leisten. Gut für Köllner: Der 29-Jährige hat seine Verletzung auskuriert. Tendenz: Mr. Unverzichtbar kehrt nach zwei Spielen Pause in die Startelf zurück. „Schaut gut aus bei Phillipp“, sagt der Trainer.

Innenverteidigung rechts: Mit beeindruckender Abgeklärtheit hatte sich der junge Niki Lang, 19, als Partner von Routinier Salger etabliert. Der flinke Starnberger bügelte so manches Tempodefizit des Defensivverbundes aus, wirkte nie nervös (nicht mal gegen Schalke), sondern konzentriert, stabil und lernbereit, auch im Spielaufbau. Bitter für Lang, dass ihn sein Meniskus nun zu einer Zwangspause zwingt. Semi Belkahia übernahm in Osnabrück ab der 75. Minute – und dürfte auch in den nächsten Spielen gesetzt sein. „Semi trainiert schon seit einigen Wochen wieder richtig gut“, lobt Köllner den Shootingstar der zweiten Saisonhälfte 2020/21 (22 Einsätze ab dem 15. Spieltag, drei Tore). „Sein Problem war nur, dass Niki Lang mit extrem guten Leistungen den Platz nicht mehr freiwillig geräumt hat.“ Außenseiterchancen hat Quirin Moll, der seine Form in dieser Saison noch nicht gefunden hat, von Köllner aber immer wieder Bewährungschancen erhält.

Rechts hinten: Umschüler Yannick Deichmann zählt unbestritten zu den Lichtblicken dieser bislang enttäuschenden Löwen-Saison. Klar ist aber auch: Der gelernte Stürmer hält den Platz rechts hinten nur so lange warm, bis Marius Willsch wieder „ein 100-prozentiger Startelfspieler“ ist, wie Köllner sagt. Da schwingt mit: Bei Form und Fitness hat Willsch noch Luft nach oben, die Schambeinentzündung, zugezogen im Mai, wirkt nach.

Fazit nach den Eindrücken der Länderspielpause: Steinhart und Belkahia kehren zurück, Deichmann bleibt im Team, Willsch in der Warteschleife. Aber: Der Auftrag, die Abwehr wieder dicht zu kriegen, richtet sich ohnehin ans Kollektiv. Köllner meinte mehr die Ein- als die Aufstellung, als er sagte: „Gegen Duisburg muss die stärkste Mannschaft auf den Platz.“

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