TSV 1860: „Geiler Januar“ mit fünf Pflichtspielen

Ob im Dönerladen oder an der Tankstelle - Köllner will alle 1860-Fans glücklich machen

1860-Trainer Michael Köllner steht auf dem Fußballplatz, auf dem viele Bälle liegen.
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Erwartungsfroh: 1860-Coach Michael Köllner vor dem Auftakt der Restrückrunde.

Der Januar hat es in sich für Köllners Löwen: Fünf Spiele stehen an - „du kannst alle gewinnen, aber auch verlieren“. Und: Es geht um Ablenkung in der Pandemie.

Können die Löwen den viel beschworenen „Geist von Belek“ (Köllner) nach Giesing hinüberretten? Das Auftaktprogramm in der 3. Liga (Wehen, Türkgücü, Lautern, Köln) und im DFB-Pokal (Karlsruhe) hat es in sich - was den derzeit glänzend gelaunten Trainer allerdings nicht aus der Ruhe bringt. „Bei Sechzig wurden mir doch schon tausend Schicksalsspiele serviert”, sagte Michael Köllner vor dem schweren Auftaktmatch gegen Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr, MagentaSport): „Ich kann mir doch nie drei Spiele erlauben, in denen wir nicht liefern. Der Januar ist richtig geil. Du kannst jedes Spiel gewinnen, aber auch jedes verlieren.”

Fünf Spiele binnen 16 Tagen sind ein echtes Brett. Vier davon finden in München statt: drei in Giesing, eins im Olympiastadion (das Derby gegen Türkgücü am 22. Januar) - zum Leidwesen des Trainers allesamt ohne Zuschauer. „Furchtbar schade“, findet Köllner, der sich noch gerne an den Pokalkracher Ende Oktober erinnert: „Sechzig gegen Schalke, das hat Lust auf mehr gemacht. 1860 in seiner Reingewalt. So verstehe ich auch meinen Job: Jeder, der mit Sechzig in Verbindung steht: nebendran an der Tankstelle, in einem Dönerladen, oder ein Giesinger, der hier wohnt, aber nicht mehr ins Stadion geht: Die sollen alle ein Lebensgefühl kriegen, das positiv ist. In Nürnberg konnte ich einem ganzen Landstrich zu einem Hochgefühl verhelfen. Gerade in dieser Sch... Pandemie ist es wichtig, dass Sechzig gewinnt - dann können da für manche Fans noch hundert Varianten kommen. So etwas treibt mich an: Dass wir einen geilen Januar hinbekommen.”

In Nürnberg konnte ich einem ganzen Landstrich zu einem Hochgefühl verhelfen. 

Der aktuelle 1860- und frühere Club-Trainer Michael Köllner.

Und was ist sportlich drin für die Löwen, die in der Liga sieben Punkte hinter einem Aufstiegsplatz liegen und im DFB-Pokal am Dienstag in die Runde der letzten Acht vorstoßen können? „Ich weiß nicht, ob wir eine Jagdsaison ausrufen sollten“, gibt sich Köllner bescheiden: „Ich habe nicht den Eindruck, dass außer Magdeburg vielleicht eine Mannschaft im Januar alles gewinnen wird. Wir wollen tolle Ergebnisse holen und dann werden wir sehen, was möglich ist. Da interessiert mich nicht, wie viele Punkte wir Rückstand haben. Vor einem Dreivierteljahr hatten wir 13 Punkte Rückstand auf Dresden und mussten sie zu Hause schlagen, um auf zehn heranzukommen. Entscheidend ist, dass du in der Schlussphase dabei bist und vielleicht eine Pokal-Überraschung schaffen kannst. Deshalb sind schon die nächsten Spiele wichtig, damit du Euphorie entfacht und einen Schub kriegst - eventuell auch angeheizt durch unser Trainingslager.“ Durch den fast schon legendären „Geist von Belek“.

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