Belek-Camp wirkt nach

„Das wird ein geiler Januar“ - Köllners neue Lust auf die Löwen

1860-Trainer Michael Köller lacht gut gelaunt im Trainingslager in Belek.
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Sonnige Laune, seit Belek wieder an der Tagesordnung: 1860-Trainer Michael Köllner.

Die bleierne Schwere der Hinrunde? Wie weggeblasen! Mit frischer Motivation und Belek-Rückenwind starten die Löwen am Samstag gegen Wehen ins Fußballjahr 2022.

München - Am Freitag ab 10.45 Uhr wird sich Michael Köllner auf einer Zoom-PK zum bevorstehenden Jahresauftakt-Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden (Samstag, 14 Uhr) äußern. Prognose: Es könnte eine Pressekonferenz mit Überlänge werden. Reporter sollten sich mit voll aufgeladenen Akkus wappnen, denn der Löwen-Trainer ist wieder ganz der smarte Plauderer wie in seiner Anfangszeit in München. Kurze Antworten und schmallippige Auskünfte wie zum Teil im Spätherbst? Nicht zu erwarten, wenn Köllner seine Belek-Laune halbwegs konserviert hat.

Nicht nur die Mannschaft, auch der Trainer hat sich in der Wintervorbereitung wie ausgewechselt präsentiert. Die bleierne Schwere der Hinrunde – wie weggeblasen. Das Frühjahrsklima der Türkei schien auch das sonnige Gemüt des Oberpfälzers wieder zum Vorschein zu bringen. Leidige Themen der ersten Saisonhälfte (Mölders, Corona, Ergebniskrise) – plötzlich ganz weit weg, was Köllner vom „Geist von Belek“ schwärmen ließ. Er selber lebte ihn vor wie kaum ein anderer. Vom entspannten Smalltalk mit Fans bis zur Sonnenuntergangs-Presserunde auf der Hotelterrasse – Köllner wirkte aufgeräumt, motiviert, vor Tatendrang sprühend. Auch die Selbstironie fiel ihm leicht, als Physio Stefan Müller am Abschlussabend ein paar Verslein auf den Oberpfälzer dichtete. „Wir haben viel gelacht“, berichtete Köllner ausgelassen.

Mölders, Corona, Ergebniskrise? Gefühlt ganz weit weg

Deutlich wurde aber auch, dass ihm die neue Leichtigkeit nicht zugeflogen ist – Köllner hat aktiv dazu beigetragen, diese Aufbruchsstimmung zu schaffen. Zunächst mal sei es für ihn allerdings darum gegangen, die Probleme mit Sascha Mölders auf der Trainerbank zu überleben. Auch aus Gründen des Selbstschutzes galt es, eine Entscheidung zu treffen, die nur lauten konnte: Mölders oder Köllner. „Wenn wir mit Sascha nichts mehr gemacht hätten (gemeint: Ergebnisse geliefert), hätte es am Ende vielleicht mich erwischt“, räsonierte der Coach, die gängigen Branchenreflexe anerkennend: „Gewinnst du, hast du nicht so viel verkehrt gemacht. So ist das Profigeschäft.“ Umgekehrt gilt bekanntlich dasselbe.

Die Befreiungsschläge in Dortmund (2:0) und Würzburg (3:0) – sie wären allerdings nicht möglich gewesen, hätte sich Köllner bei seinen Entscheidungen nicht in Richtung der mölderslosen Mannschaft bewegt. „Eine Talfahrt hat immer Veränderungen zur Folge“, dozierte er, „auch spieltaktischer Art. Ich musste das Signal verändern. Ich bin keiner, der mit elf Mann in der eigenen Hälfte steht und lauert. Aber es hat der Mannschaft geholfen. Am Ende geht es immer darum: Was ist für Sechzig München die beste Lösung?“

Eine Talfahrt hat immer Veränderungen zur Folge. Ich musste das Signal an die Mannschaft verändern, auch spieltaktisch.

1860-Trainer Michael Köllner.

Eine sehr gute Lösung für 1860 und Köllner wäre nun, das Mammutprogramm bis Ende Januar (fünf Pflichtspiele in 16 Tagen) weitgehend erfolgreich zu bestreiten. Was das angeht, bleibt der Trainer gelassen, sonnige Belek-Stimmung ausstrahlend. „Bei 1860 wurden mir doch schon tausend Schicksalsspiele serviert“, sagte er lachend und fügte hinzu: „Der Januar ist richtig geil. Du kannst jedes Spiel gewinnen, aber auch jedes verlieren.“ Eines aber betont er: „Ich trainiere aktuell die Löwen sehr, sehr gerne und mit großer Lust.“ (Uli Kellner)

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