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Ismaik in München: Treffen mit Köllner und der Geschäftsführung

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Von: Uli Kellner

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1860-Investor Hasan Ismaik ist überraschend eingeflogen - nicht nur, um den von Anthony Power geleiteten Fanshop zu besuchen.
Ausflug in den Münchner Regen: Hasan Ismaik ist überraschend eingeflogen - nicht nur, um den von Anthony Power geleiteten Fanshop zu besuchen. © Instagram

Der Präsident urlaubt in Südafrika. Eingeflogen ist dagegen Hasan Ismaik. Das sportliche Tief ruft den Investor auf den Plan - und (wohl) die Trainerfrage.

Am Tag danach herrschte betretene Stille an der Grünwalder Straße 114. Keine Fanproteste, kein Medienauflauf. Pünktlich um 10 Uhr bat Michael Köllner die 1:3-Verlierer von Mannheim zu einer kurzen Einheit. Schon nach einer halben Stunde trotteten die Stammspieler Richtung Kabine. Schweigend – und passend zum leblosen Auftritt beim Start ins neue Fußballjahr.

Zunächst brannte am Sonntag nur ein einsames Licht in der 1860-Geschäftsstelle. Günther Gorenzel saß in seinem Sportchefbüro, ließ aber mitteilen, sich nicht zur fortschreitenden Löwen-Krise äußern zu wollen. Es war die Ruhe vor dem Sturm, der den in die Kritik geratenen Cheftrainer aus dem Amt blasen könnte. Hasan Ismaik flog ein, erstmals seit mehr als drei Jahren. Damals kam er, um sich von Daniel Bierofka zu verabschieden. Und diesmal?

Ein Rücktritt von Köllner war bei Redaktionsschuss nicht zu erwarten, wohl aber eine Trennung mit dem Segen der Investorenseite, die sich lange schützend vor den Cheftrainer gestellt hatte. Kritiker, interne wie externe, sagen: zu lange. Die nackten Zahlen sind nämlich schon seit Monaten nicht mehr so, dass sie zum selbst formulierten Aufstiegsanspruch passen. Sieglos seit fünf Spielen, nur elf Punkte aus den letzten elf Partien geholt. Der Kredit, den sich Köllner mit seinem Startrekord erwarb – er war teilweise schon aufgebraucht, als sich die Löwen mit einem kargen Heim-1:1 in die Winterpause verabschiedeten.

Wie es nun weitergeht? Zunächst tagte am Sonntagabend der Krisenrat im Mandarin Oriental - ohne Präsident Robert Reisinger, der über seinen 59. Geburtstag nach Südafrika geflogen ist. Ismaik wollte sich mit Köllner treffen - und mit den Geschäftsführern Gorenzel und Marc-Nicolai Pfeifer (Finanzen). Das Ergebnis wird man frühestens am Montag erfahren, doch allen ist klar: So wie zuletzt kann es nicht weitergehen. Bezeichnend für den Zustand der Mannschaft: Raphael Holzhauser, der von Köllner geforderte „Qualitätsspieler“, fing in Mannheim stark an, ließ sich aber nach der Pause auf das Niveau der Altlöwen runterziehen. Er sagte: „Es ist genug geredet worden – jetzt müssen Taten auf dem Platz folgen!“

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