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TSV 1860 nach zweiter Niederlage in Folge „sowas von angefressen – Morgalla-Diagnose am Montag

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Von: Uli Kellner

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Auch das noch: Abwehr-Jungstar Morgalla verließ das Stadion auf Krücken.
Auch das noch: Abwehr-Jungstar Morgalla verließ das Stadion auf Krücken. © Ulrich Wagner

Der TSV 1860 München verliert zum zweiten Mal in Folge mit 0:1. Neben der Ergebniskrise müssen sich die Löwen-Fans auch um Leandro Morgalla sorgen.

München – Es dämmerte schon in Giesing, als sich geknickte Löwen-Profis am Mittelkreis versammelten und nach einer ersten Teamansprache Richtung Westkurve trotteten, langsam wie bei einer Trauerprozession. Mittendrin: Leandro Morgalla, der noch einmal auf den Rasen gehumpelt kam, als die Heimpleite gegen Saarbrücken amtlich war – auf Krücken gestützt.

Bei einem von Gnaase rüde gestoppten Außenliniensprint hatte sich das Supertalent am linken Sprunggelenk verletzt. Eine Diagnose gibt es heute. Fest stand gestern bereits, dass die Stimmung vor dem Endspurt in der Liga novembermäßig in den Keller gesackt ist.

TSV 1860: Neudecker hat Mitleid mit alten Kollegen

0:1 verloren, zum zweiten Mal in Folge nach der Blamage von Bayreuth. Immerhin: Gestern war es ein Ergebnis, das den Spielverlauf nicht ansatzweise widerspiegelte und schwer zu begreifen ist, nachdem 1860 erstmals seit langer Zeit wieder volle Offensivpower am Start hatte – mit Torjäger Marcel Bär in der Startelf und Kapitän Stefan Lex als Einwechselspieler.

Wie am Spieltag zuvor hätte sich Michael Köllners Team in der Tabelle absetzen können. Der Plan, war am SV Elversberg, dem Überfliegerteam aus dem Saarland dranzubleiben, doch das andere Team aus dem Saarland, der traditionsreiche FCS, hatte, etwas dagegen. Trost gab es von einem Spieler, der 1860 im Herzen trägt, gestern aber auf der anderen Seite mitgespielt hatte, die meiste Zeit recht unauffällig. „Sechzig hat ein Superspiel gemacht“, sagte Richard Neudecker zu unserer Zeitung: „Was die hier verballert haben, tut mir ein bisschen weh, denn das sind meine Jungs.“ Fest steht für den Altöttinger: „Wir fahren glücklich nach Hause – weil wir drei sehr glückliche Punkte geholt haben.“

TSV 1860: Wiedergutmachung gegen Freiburg II und Essen?

Seit der Aufstiegsrelegation 2018 sind Duelle mit dem FCS eine emotionale Angelegenheit. Erhöhtes Polizeiaufgebot vor den Fanblöcken, „Weißt du noch…“-Erzählungen in der Kurve. In Daniel Wein (für Marius Wörl) rotierte ein dritter 1860-Profi ins Team (neben Marco Hiller und Phillipp Steinhart), der damals auf dem Rasen dabei war. Doch der noch größere Hero nahm auf der Tribüne Platz: Daniel Bierofka, dem es gelungen war, die Löwen nach zwei Krimis zurück in den Profifußball zu führen.

Klare Ansage: Die Löwen-Ultras haben keine Lust auf die WM in Katar –
dafür umso mehr auf die vereinseigene Fußball-Abteilung (FA).
Klare Ansage: Die Löwen-Ultras haben keine Lust auf die WM in Katar – dafür umso mehr auf die vereinseigene Fußball-Abteilung (FA). © Stefan Matzke

Als Glücksbringer taugte der vor drei Jahren zurückgetretene aber Bierofka nicht. Bereits zur Pause hätte 1860 in Führung liegen müssen, doch weder Deichmann per Kopf (17.) noch Rieder aus sechs Metern (39.) schafften es, Batz zu überwinden, der gestern nicht zum ersten Mal über sich hinauswuchs. Uaferro, der eigene Mann, traf immerhin den Pfosten (34.). Und Löwen-Rückkehrer Bär? Der kämpfte, lief und schoss, aber noch ohne die Sicherheit, die ihn vor seiner Verletzung zum besten Stürmer der 3. Liga gemacht hatte.

Einmal unaufmerksam, schon steht es 0:1: Marvin Cuni köpft ein – das reichte Saarbrücken zum Auswärtssieg.
Einmal unaufmerksam, schon steht es 0:1: Marvin Cuni köpft ein – das reichte Saarbrücken zum Auswärtssieg. © Eibner-Pressefoto/Heike Feiner

Dass am Ende erneut vorne die Null stand, sorgte für Frust im Lager des Immer-noch-Tabellenzweiten. „Ich bin so was von angefressen“, schimpfte Steinhart: „Wir spielen gefühlt 90 Minuten auf ein Tor und machen die Dinger einfach nicht rein. So können wir keine Spiele gewinnen.“ Erst recht nicht, „wenn wir dann so’n scheiß Standard-Gegentor fangen“. Tim Rieder sprang nach einem Freistoß zu kurz, Marvin Cuni köpfte ein. Das reichte, um noch einmal für Druck zu sorgen, ehe das Löwen-Jahr mit den Spielen in Freiburg (Mittwoch) und am Montag gegen Essen zu Ende geht. (ulk)

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