TSV 1860 geht mit breiter Brust in Saisonendspurt

Steinhart selbstbewusst: „So wie wir drauf sind, ist alles möglich“

Es läuft für die Löwen: Von den vergangenen neun Spielen gewann 1860 sieben.
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Es läuft für die Löwen: Von den vergangenen neun Spielen gewann 1860 sieben.

In den nächsten drei Spielen kann der TSV 1860 die Saison vergolden. Trainer Michael Köllner, Sportchef Günther Gorenzel und Philipp Steinhart geben sich selbstbewusst.

München – Die Bundesliga*? Komatös fad an der Spitze – lediglich die Rangeleien um Platz vier und 15 bieten Spuren von Spannung. Die Zweite Liga? Schon besser. Packen es die tapferen Corona-Kieler? Schafft Hotte Hrubesch mit dem Ex-Dino noch das Aufstiegs-Wunder? Oder gar die Jäger aus Düsseldorf? Den einzig wahren Thriller bietet dieses Jahr natürlich die Dritte Liga. 66, 66, 64, 64. Vier Aufstiegskandidaten im Abstand von zwei Punkten. Bei nur noch drei ausstehenden Runden. Inklusive einem direkten Duell am letzten Spieltag! Mehr Dramatik gibt es wohl in keiner anderen Liga der bekannten (Fußball)welt. Und mittendrin: die Sechzger.

TSV 1860: Trainer Michael Köllner schwärmt nach Gala gegen den 1. FC Kaiserslautern

„Das war ein stabiler, absolut sicherer Sieg. Kein Spiel auf Augenhöhe, sondern eine überzeugende Leistung meiner Mannschaft – von der ersten bis zur letzten Minute. Ein richtig starkes Spiel“, sagte Löwen-Trainer Michael Köllner nach dem 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dem siebten Sieg aus den jüngsten neun Spielen, mit dem die Giesinger ihr Torverhältnis auf den Spitzenwert von plus 36 schraubten. Mehr hat nur der Ex-Vermieter.

Gegen restlos überforderte Lauterer – und das ist der einzige Vorwurf, den man den Löwen am Dienstag machen konnte – hätten es sogar noch mehr Tore sein können. Erik Tallig in der Anfangsphase, Sascha Mölders nach dem 2:0 – ein Kantersieg wie in der Hinrunde gegen Halle (6:1) und Mannheim (5:0) wäre durchaus drin gewesen, hätte in der Folge aber auch mehr verbale Bremskraft beim Trainer erfordert. So konnte es Köllner an den Mikrofonen bei einer sachlichen Analyse belassen. „Die Hoffnung war bei mir immer da, dass wir eine konstante Serie spielen können. Die Ruhe im Verein überträgt sich positiv auf den grünen Rasen. Wir gehen kontinuierlich unseren Weg und haben Vertrauen in unsere eigene Stärken. Wir bleiben im Hier und Jetzt, wollen einfach immer nur das nächste Spiel gewinnen.“

1860-Trainer Michael Köllner: „Wir haben heute gezeigt, dass wir eine Spitzenmannschaft sind“

Ein Sonderlob für die herausragenden Richy Neudecker (Türöffner), Merveille Biankadi (doppelter Vorlagengeber) und Phillipp Steinhart (zweifacher Torschütze)? Nicht mit Köllner: „Wir wollen die Mannschaft besser machen, das inkludiert dann, dass sich die Spieler verbessern“, bilanzierte er nicht ohne Stolz. „Wir sind auf allen Positionen griffig, haben heute gezeigt, dass wir eine Spitzenmannschaft sind. Deshalb wäre es falsch, einen Spieler besonders herauszunehmen. Die Jungs zeigen seit Wochen stabile Leistungen.“

Drei Spiele trennen die Löwen im besten Fall noch von der Zweiten Liga*, fünf wären es bei Platz drei. „Wir haben die letzten Wochen eine große Lust entwickelt, Spiele zu gewinnen“, sagt Sportchef Günther Gorenzel. „Und wir haben da ganz bewusst vor wenigen Wochen die Jagd ausgerufen. Warum die Jagd? Weil du als Jäger psychologisch immer im Vorteil bist gegenüber den Gejagten. Damals hat uns keiner mehr was zugetraut, aber wir glauben an uns und wir glauben an unsere Chance.“

TSV 1860: Doppelpacker Steinhart selbstbewusst - Köllner blickt schon auf Spiel gegen Wehen Wiesbaden

Doppelschütze Steinhart dürfte den Fans aus der Seele sprechen: „So, wie wir drauf sind, ist alles möglich.“ Und während draußen auf der Grünwalder Straße die hupenden Fans schon für den Aufstiegscorso probten, war Köllner im Tunnel: „Uns erwartet am Samstag ein deutlich stärkerer Gegner. Der SV Wehen Wiesbaden ist mit uns auf Augenhöhe, da müssen wir Farbe bekennen.“ Bevorzugt ein nüchternes Blau. (LUDWIG KRAMMER)

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